Zwei Salzgitteraner starten bei der WM

Tokio.  Die Trampolinturner Lars Fritzsche und Nikola Volska sind in Tokio aktiv und peilen das Halbfinale an.

Lars Fritzsche und Nikola Volska freuen sich zusammen mit Trainerin Katarina Prokesova (rechts) auf die kommende Weltmeisterschaft.

Lars Fritzsche und Nikola Volska freuen sich zusammen mit Trainerin Katarina Prokesova (rechts) auf die kommende Weltmeisterschaft.

Foto: Dennis Lendeckel

Darauf hat sich Lars Fritzsche lange vorbereitet – am gestrigen Donnerstag startete der Trampolinturner von der TG Jugenddorf Salzgitter bei der Weltmeisterschaft in Japan. Wenn 336 Athleten aus 37 Nationen um 15 Goldmedaillen kämpfen, wird der 22-Jährige das deutsche Trikot hoch in die Lüfte heben, denn auf dem Trampolin geht es gewöhnlich mehrere Meter hoch hinaus.

„Die Vorfreude ist riesig, meine Übungen stehen und ich arbeite nur noch an Kleinigkeiten“, berichtet Fritzsche vor dem Abflug gen Osten. Als Ziel hat er sich das Erreichen des Halbfinales vorgenommen. Im letzten Jahr bei seiner WM-Premiere in St. Petersburg rauschte er als 32. knapp daran vorbei, weil seine Pflichtübung nicht wie erhofft funktionierte. Das will er nun unbedingt ändern.

„Ich werde versuchen, noch mehr Risikobereitschaft an den Tag zu legen, denn nur mit Vollgas hat man eine Chance, schließlich ist die WM gleichzeitig die Olympia-Qualifikation“, erläutert Fritzsche. Und Olympia 2020 findet ebenfalls in Tokio statt, und das Trampolinturnen dann erneut im frisch gebauten Ariake Gymnastics Centre, das nun seine Generalprobe mit der WM feiert. Dass Fritzsche in der Lage ist, den Vorkampf zu überstehen und ins Halbfinale einzuziehen, hatte er im Laufe der Saison mehrfach bewiesen. Beim Weltcup in Valladolid landete er auf Rang 29 und in Chabarowsk auf Rang 28, war damit jeweils bester Deutscher. Kommt er fehlerfrei durch den Wettkampf, steht einer Wiederholung nicht mehr viel im Weg.

Erfreulich aus Salzgitteraner Sicht ist, dass neben Fritzsche noch eine weitere Athletin die hiesigen Farben nach Tokio trägt. Bei den direkt nach der WM startenden World Age Group Competitions, der Jugend-Weltmeisterschaft, darf Nikola Volska gleich zweimal ran. Der Fredenbergerin ist es gelungen, sich sowohl auf dem großen Trampolin als auch auf dem kleinen Doppelminitramp für die Welttitelkämpfe zu qualifizieren. „Mit jedem Tag steigt die Aufregung, aber ich fühle mich bereit“, erklärt Volska mit beinahe stoischer Gelassenheit. Erstaunlich ist ein wenig ihre Selbsteinschätzung, rechnet sich Volska doch bessere Chancen auf dem großen Trampolin aus.

„Auf dem Doppelmini habe ich ein paar Probleme mit dem Anlauf und bei der Landung“, verrät Volska. Das sieht Trainerin Katarina Prokesova etwas anders. „Nikola räume ich realistische Final-Chancen auf dem Doppelmini ein. Gut wäre es, wenn sie in einer der hinteren Gruppen startet, dann kann man auf die Werte der Konkurrenz reagieren und sich noch einen Trumpf fürs Finale aufsparen“, meint die ehemalige Weltklasse-Athletin.

Zwar wird es ihre erste WM-Teilnahme sein, doch in der jüngsten Altersklasse wird das den meisten so ergehen. „Wenn ich auf dem Trampolin stehe, spüre ich eigentlich keinen Unterschied, ob es gerade eine Bezirksmeisterschaft oder eine Deutsche Meisterschaft ist, sondern ich will nur noch meine Übung durchbringen“, sagt Volska

Vom 5. Dezember an kann sie sich nun vor dem Publikum in Tokio beweisen.

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