Fritzsche muss zuschauen

Tokio.  Der TGJ-Athlet ist bei dem Endkampf nur im Publikum. Nikola Volska springt derweil ins WM-Finale.

Foto von links: Lars Fritzsche musste bei der Endrunde zuschauen. Nikola Volska erreicht das Finale.

Foto von links: Lars Fritzsche musste bei der Endrunde zuschauen. Nikola Volska erreicht das Finale.

Foto: Dennis Lendeckel / regio-press

Die Olympia-Generalprobe ist geglückt, zumindest was die Gastgeber-Nation betrifft. Denn das extra für die Olympischen Spiele 2020 gebaute Ariake Gymnastics Centre war der Schauplatz der Trampolin-Weltmeisterschaften in diesem Jahr und bestand die Feuerprobe mit Bravour.

Im Kampf um Olympia-Tickets mischte auch Lars Fritzsche von der TG Jugenddorf Salzgitter mit. Die deutsche Nationalmannschaft hätte einen Finalplatz benötigt, um einen Startplatz bei Olympia sicher zu haben. Dieses Unterfangen war eine zu schwere Bürde, die Fritzsche und seine Mitstreiter Fabian Vogel und Matthias Pfleiderer nicht zu schultern vermochten.

Ohnehin war als Ziel das Erreichen des Halbfinales ausgegeben. In den Weltcups hatte Fritzsche regelmäßig an diese Tür der Großen angeklopft. Die Pflichtübung absolvierte er gut, auch wenn er damit noch nicht unter den besten 24 rangierte. Mit seiner schweren Kür wollte der Thieder dann seine Chance beim Schopfe packen, doch das Risiko wurde nicht belohnt und er flog früh auf die seitliche Abgrenzung. So blieb ihm im Halbfinale und auch später im Finale, wo der Chinese Gao Lei als Erster in der Geschichte zum vierten Mal in Folge den Weltmeistertitel holte, nur die Zuschauerrolle.

Direkt im Anschluss begannen die World Age Group Competitions, die Weltmeisterschaften der Jugend. Und hier mischte gleich zweimal eine Turnerin der TGJ Salzgitter mit. Nikola Volska war es gelungen, sich sowohl auf dem Trampolin als auch auf dem kleinen Doppelminitramp zu qualifizieren. Auf dem großen Trampolin begann sie vielversprechend.

Als mit Abstand Jüngste im Feld hatte die Fredenbergerin klare körperliche Nachteile vor allem gegen die ein Jahr älteren Turnerinnen, die mit mehr Kraft höher springen konnten und damit wertvolle Punkte in der Time of Flight voraushatten. So blieb Volska nur, mit Anmut und sauberer Haltung zu kontern. Das setzte sie ordentlich um, auch wenn noch eine kleine Reserve blieb.

„Die Sprunghöhe hat nicht ganz gestimmt und meine Beine hatte ich nicht immer ganz gestreckt, so dass ich ein paar wichtige Zehntel liegenlassen habe. Irgendwie war ich auch nicht hundertprozentig konzentriert“, ging Volska mit sich selbst ins Gericht.

Doch niemand konnte ihr eine gewisse Nervosität auf der großen Bühne übel nehmen. Platz 13 bei ihrer WM-Premiere war mehr als beachtlich. Ihre deutsche Teamkollegin Maya Möller überraschte im Finale mit einem tollen dritten Platz.

Auf dem Doppelmini lief es dann besser. Ihre Trainerin Katarina Prokesova entschied sich dafür, die schwereren zwei Übungen zuerst zu turnen, um bessere Chancen auf den Finaleinzug zu haben. Dieser Plan ging vollends auf. Als Zweite zog sie in den Endkampf ein. Hier hatte die Konkurrenz dann aber den Vorteil, höhere Schwierigkeiten vorzulegen. Zwar turnte Volska ihre verbliebenen zwei Durchgänge fehlerfrei, doch zu mehr als Platz sieben reichte es nicht mehr.

„Wir haben den Fokus klar auf die Finalteilnahme gelegt, Platz sieben ist ein sehr schönes Resultat, Nikola hat sich wirklich hervorragend präsentiert, in beiden Wettbewerben, mit ihrer Haltung und ihrem Sprungrepertoire ist sie absolut konkurrenzfähig“, freute sich Prokesova.

„Das war eine tolle Erfahrung und in zwei Jahren würde ich gern wieder dabei sein“, äußerte auch die Fredenbergerin Volska ihre deutliche Zufriedenheit über den gezeigten Wettkampf.

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