Der SV Union fühlt sich benachteiligt

Salzgitter-Bad.  Die Saison in der Tischtennis-Oberliga soll in einer Einfachrunde beendet werden. Die Sölter müssen bei den Aufstiegskonkurrenten auswärts ran.

Die Union-Spitzenkraft Lukasz Dzikowski muss auch in seiner polnischen Heimat wegen der Corona-Pandemie eine Zwangspause einlegen.

Die Union-Spitzenkraft Lukasz Dzikowski muss auch in seiner polnischen Heimat wegen der Corona-Pandemie eine Zwangspause einlegen.

Foto: Klaus Zopp / regio-press

Der SV Union Salzgitter hatte vor Saisonbeginn ein klares Ziel vor Augen: Der Tischtennis-Oberligist wollte unbedingt in die Regionalliga zurückkehren. Hinter diesem Wunschdenken steht mittlerweile allerdings ein dickes Fragezeichen.

Zunächst lief alles prächtig. Die Sölter gewannen ihre ersten vier Spiele mit deutlichen positiven Vorzeichen und setzten sich an die Tabellenspitze. Die kontinuierlich steigenden Coronazahlen beeinflussten Ende Oktober allerdings maßgeblich das Spielgeschehen und sorgten auch nach den Entscheidungen des Deutschen Tischtennisbunds (DTTB) für das erste Ungleichgewicht. Ohne die Unterstützung der ausgeladenen Fans geriet Union beim Mitbewerber SC Marklohe 1:11 unter die Räder und verlor dadurch auch seine Spitzenstellung. „Das wäre bei einer anderen Konstellation niemals passiert“, ist Teamchef Stefan Blanke überzeugt und ärgert sich vor allem über die negative Auswirkung des Spielverhältnisses.

Kaum mehr als eine Woche nach diesem Staffelhit folgte der Lockdown für sämtliche Sportarten außerhalb des Profibereichs. Davon betroffen war natürlich auch der SV Union- Allerdings mit der DTTB-Einschränkung, dass die geplanten Spiele im Dezember fortgesetzt werden können. „Nach der Entwicklung der aktuellen Pandemielage ist dies jedoch Wunschdenken“, bleibt Blanke Realist. Deshalb werde nach Einschätzung des Teamchefs auch die für den 13. Dezember terminierte Begegnung mit dem dritten Titelaspiranten ASC Göttingen nicht stattfinden können. „Da die Hallen in der gesamten Region geschlossen sind, hätten wir uns gar nicht vorbereiten können. Selbst Kristof Lubin und Lukacz Dzikowski, die im polnischen Zielona Gora als Sportlehrer an einem Sportgymnasium unterrichten, können nicht trainieren“, informierte Blanke verbittert.

Ungehalten ist nicht nur der Teamchef über die „ungerechte Handhabe bei der Fortsetzung der Saison“, die nach dem Willen der DTTB-Verantwortlichen eingleisig fortgeführt werden soll. Demnach gibt es nur eine Einfachrunde. Egal ob die Begegnungen zuhause oder auswärts stattfinden.

„Für uns ist das natürlich sehr unglücklich, da wir nicht nur gegen Marklohe auswärts antreten mussten, sondern auch beim ASC Göttingen am 20. März Gäste sind. Da sehe ich auch eine Wettbewerbsverzerrung. Es gibt Mannschaften, die fast ausschließlich Heimspiele absolviert haben und in der Rückrunde wegen der Einfachrunde ebenfalls teilweise Heimrecht genießen“, kritisiert Abteilungsleiter Peter Scheer und moniert weiter: „Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, warum der DTTB sich bereits Anfang November auf diese Regelung verständigt hat. Ich hätte mir auch gewünscht, dass die Saison bis Ende Mai verlängert wird. Dann hätte man vielleicht doch eine Hin- und Rückrunde gestalten können.“ Scheer stuft das Ansteckungsrisiko im Tischtennis bei Einhaltung des strengen Hygienekonzepts gering ein: „Mir ist noch keine Infektion bekannt geworden.“

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