Nach 0:6-Packung wartet jetzt Gritlis Titelfavorit

Reislingen.  Der SV Reislingen-Neuhaus empfängt am Sonntag den SSV Vorsfelde zum Derby in der Fußball-Landesliga. Ganz chancenlos sieht sich der SVR nicht.

Von Kästorf hat sich  Reislingen-Neuhaus (in blau) beim 0:6 vernaschen lassen. Am Sonntag wartet nun das Derby gegen den SSV Vorsfelde – für den SVR-Trainer ist der Nachbar sogar erster Titelkandidat.

Von Kästorf hat sich Reislingen-Neuhaus (in blau) beim 0:6 vernaschen lassen. Am Sonntag wartet nun das Derby gegen den SSV Vorsfelde – für den SVR-Trainer ist der Nachbar sogar erster Titelkandidat.

Foto: Anja Weber / regios24

Wie sicher kann eine Defensive stehen, die sich erst am vergangen Sonntag sechs Gegentore einfing? Tahar Gritli steht vor der Herkules-Aufgabe, mit den Fußballern des SV Reislingen-Neuhaus Landesliga-Meisterschaftskandidat SSV Vorsfelde im Derby stoppen zu müssen. Der Coach traut es seinem Team dabei durchaus zu, das Topteam zu ärgern.

Von der Rückkehr des Kapitäns hatten sich die Reislinger mehr Stabilität, mehr Zweikampfstärke in der Defensive versprochen. Doch ausgerechnet beim Comeback von Torben Brechbühler wackelte das Abwehrgerüst bedenklich heftig. Ein halbes Dutzend Mal fand der Ball den Weg ins Netz, der SSV Kästorf hatte am zurückliegenden Wochenende leichtes Spiel.

SVR: Defensivverhalten ist ausbaufähig

Zurückzuführen ist das freilich nicht auf Brechbühler, vielmehr zeigte das muntere Kästorfer Scheibenschießen, dass das Defensivverhalten des gesamten SVR-Teams noch ausbaufähig ist. „Wir haben dem SSV Räume gegeben, waren nie am Mann dran“, so Reislingens Trainer. Nach 28 Minuten lag seine Mannschaft mit 0:3 zurück. „Wir waren im Kopf nicht bereit“, sagt Gritli. Der Coach hofft, die Kästorf-Packung ist ein Warnschuss. „Wir wollen auf die klare Niederlage reagieren“, betont der SVR-Coach.

Doch die nächste Aufgabe wird nicht leichter, im Gegenteil. „Ich halte Vorsfelde für den Topfavoriten“, sagt Gritli. „Sie haben die beste Elf der Liga.“ Das Besondere aus seiner Sicht: „Vorsfelde ist auf allen Positionen ausgeglichen besetzt, der Kader in der Breite sehr gut und auch in der Spitze stark.“ Offensivspieler wie Kevin Scheidhauer oder Dustin Reich seien nur schwer aufzuhalten, so Gritli. „Die machen ihre Tore.“

Gritli setzt auf mutige Spieler und die Fans

Reich hätte vor Jahren beinahe unter Gritli trainiert. Als der 44-Jährige Co-Trainer bei Lupo Martini war, absolvierte Reich ein Probe-Training beim damaligen Regionalligisten – doch es reichte nicht für den Offensivmann. „Mich hatte er eigentlich überzeugt“, verrät Gritli.

Wie der SVR-Coach Reich und Co. stoppen will? „Wir setzen auf unsere Fans und werden mutig agieren. Das ist ein Derby, da ist immer was drin“, betont Gritli. „Aber klar ist, dass wir einen sehr guten Tag haben müssen.“ Anders als gegen Kästorf will der Trainer die Begegnung offen halten – und Vorsfelde so ins Wanken bringen. „Wenn wir die Null lange halten, können wir den SSV gefährden.“

Dallali kehrt nach Rotsperre zurück

Pünktlich zum Derby darf beim SVR Mohamad Dallali wieder mitwirken. Der Mittelfeldspieler hat seine Rotsperre aus dem Pokal abgesessen. Brechbühler und Dennis Carusone sind nach ihren Comebacks eine Woche weiter. „Ihnen hat gegen Kästorf noch die Spielpraxis gefehlt“, so Gritli. Fraglich ist der Einsatz von Arian Ademi, der sich am Sonntag eine schwere Prellung am Fuß zuzog.

SV Reislingen-Neuh. – SSV Vorsfelde So., 14.30 Uhr, Sportplatz Neuhaus.

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