Jonker, der Entwicklungshelfer

Wolfsburg  Für den Trainer des VfL Wolfsburg ist das Spiel über die Außenbahnen alternativlos. Er will bei Hertha BSC den nächsten Schritt sehen.

Da soll’s lang gehen: Andries Jonker betätigte sich als Entwicklungshelfer beim VfL Wolfsburg. Nun will der Coach von Yunus Malli (kleines Bild, rechts) und Co. den nächsten Schritt sehen.

Foto: regios24/Simka

Da soll’s lang gehen: Andries Jonker betätigte sich als Entwicklungshelfer beim VfL Wolfsburg. Nun will der Coach von Yunus Malli (kleines Bild, rechts) und Co. den nächsten Schritt sehen. Foto: regios24/Simka

Andries Jonker hat sich in seinen ersten Wochen beim VfL Wolfsburg als Entwicklungshelfer betätigt. Stück für Stück baut der niederländische Trainer den Fußball-Bundesligisten um und entwickelt das Team weiter. „So müssen wir weitermachen, um auf dem Pfad zu bleiben“, sagt Jonker. Vor dem schweren Auswärtsspiel am Samstag bei Hertha BSC gibt der VfL-Coach einen Einblick auf das, was schon geschafft ist – und auf das, was noch besser werden muss.

Vor dem 23. Spieltag hatte der 54-Jährige die Wolfsburger übernommen. In einer Tabelle, die nur die zurückliegenden sieben Spiele berücksichtigt, steht der VfL auf Platz 7. In dieser Statistik ist die Entwicklung sichtbar. Anders als in der realen Tabelle, wo der Klub als 13. immer noch tief im Tabellenkeller steckt. „Wir schauen erst am Sonntagnachmittag wieder auf die Tabelle, ob sich etwas verändert hat“, erklärt Jonker mit einem Anflug von Galgenhumor.

Vorzuwerfen hat er sich jedoch wenig. Seit seiner Amtsübernahme hat sich einiges getan. Zu Anfang stabilisierte Jonker die Abwehr, „dann hatten wir zwar Chancen, aber haben zu wenig Tore erzielt“, schildert Jonker. Dann traf erst nur Mario Gomez, bis Yunus Malli beim 3:0 gegen Ingolstadt am vergangenen Samstag ein Tor schoss. „Wir machen Schritte nach vorne. Ich finde, dass wir es immer besser hinbekommen“, lobt der VfL-Trainer, der allerdings im gleichen Atemzug erklärt: „Es gibt immer Luft nach oben.“

Wie sich der Niederländer den Wolfsburger Fußball vorstellt, war gegen Ingolstadt schon in Ansätzen zu erkennen. Zwei Tore wurden mustergültig über die Außen vorbereitet, beide Mal war’s eine Flanke von Yannick Gerhardt, die zum Erfolg führte. „Ich schaue auf die Qualität der Mannschaft. Wir haben beste Möglichkeiten über die Außen“, freut sich Jonker, der allerdings auch keine Alternative zu dieser Spielweise sieht und diese Ansicht mit der Entwicklung in der Bundesliga begründet.

Denn alle Mannschaft machen inzwischen das Zentrum so dicht, dass von dort aus kaum noch Torraumszenen entstehen. „Das geht fast nicht mehr. Die Tore fallen nur noch nach Kontern, über die Außen oder nach Standards“, schildert Jonker seine Beobachtungen. Und wenn der Gegner die Mitte mit sechs oder sieben Spielern zumacht, „dann musst du dir eben etwas einfallen lassen“, so der niederländische Coach.

Vollgas über die Seiten: So wollen die Wolfsburger auch in Berlin gewinnen. Wobei noch offen ist, wer die beiden Außenbahnen besetzt. Daniel Didavi und Vieirinha dürften offensiv die Nase vorn haben, für hinten rechts hat sich Jakub Blaszczykowski ins Team gespielt. Am spannendsten ist die Suche nach einem Linksverteidiger. Gerhardt war stark gegen Ingolstadt, zuvor machte es jedoch Jannes Horn kaum schlechter. „Es ist ein Luxusproblem“, sagt Jonker, der seine Entscheidung kurzfristig treffen will.

Wie sie auch ausfällt: Der VfL-Trainer will den nächsten Schritt sehen – und seinem Ruf als Entwicklungshelfer gerecht werden.

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