Leere Ränge beim VfL: Schmadtke will nicht darüber reden

Wolfsburg.  Arnold ärgern die Zuschauer, die die Arena des VfL Wolfsburg früh verlassen. Der Zuschauerschnitt ist aktuell so gering wie zuletzt 2006/07.

Leere Ränge in der VW-Arena: Das Bild zeigt die Südkurve mit dem Gästebereich, aber auch insgesamt blieben gegen Mainz viele Plätze frei.

Leere Ränge in der VW-Arena: Das Bild zeigt die Südkurve mit dem Gästebereich, aber auch insgesamt blieben gegen Mainz viele Plätze frei.

Foto: Darius Simka / regios24

Sportlich steht der VfL glänzend da. Die Auftritte sind häufig gut anzuschauen und kein Vergleich zu den Leistungen in den Vorjahren. Platz 5 in der Bundesliga-Tabelle kommt auch nicht von ungefähr. Die Wolfsburger machen Laune – doch es kommen immer weniger Menschen ins Stadion, um sich die Grün-Weißen anzuschauen. Die Tendenz ist negativ, und inzwischen steuert der VfL auf den schlechtesten Zuschauerschnitt seit über zehn Jahren zu.

Am Samstag im Heimspiel gegen Mainz 05 (3:0) waren 20.334 Fans in der Arena, darunter gut 400 Auswärtsfahrer des FSV. Es war der bisherige Tiefpunkt der Saison, weniger waren es in dieser Spielzeit bislang nicht. Zuvor hatte die Marke bei 20.602 Zuschauern Anfang Dezember in der Partie gegen Hoffenheim gestanden. Der Schnitt liegt damit nach elf von 17 Heimspielen bei 24.302 Besuchern. Geringer fiel er zuletzt in der Saison 2006/07 aus, damals – noch vor der Meisterschaft und dem DFB-Pokalsieg – waren im Durchschnitt 22.259 Zuschauer im Stadion gewesen.

Die Wolfsburger, sowohl Spieler als auch Verantwortliche, reagieren zunehmend genervt auf das Thema. Denn sie interpretieren das mangelnde Interesse als fehlende Wertschätzung ihrer Arbeit. „Ich beantworte die Fragen seit Saisonbeginn. Ich habe keine Lust mehr darüber zu reden. Entweder die Leute kommen oder sie kommen eben nicht“, sagt Jörg Schmadtke, der Geschäftsführer des VfL, dem solche Sorgen zuvor fremd waren. Bei seinem Ex-Arbeitgeber, dem 1. FC Köln, liegt der Zuschauerschnitt selbst in der 2. Liga aktuell bei knapp 50.000 Besuchern.

Doch Schmadtke stellt keine Vergleiche an. Ohnehin sind die Bedingungen in Wolfsburg bekanntermaßen besondere. Das Einzugsgebiet ist kleiner als anderswo, viele Menschen arbeiten in Schichtarbeit – es sind vor allem diese beiden Argumente, die an dieser Stelle stets angeführt werden. Das war jedoch in den Vorjahren, als der Besuch besser war, auch schon so. Und trotzdem kamen die Menschen zahlreicher. Für Schmadtke steht und fällt alles mit dem sportlichen Abschneiden. „Hätten wir zu Hause eine Bilanz wie auswärts, dann hätten wir mehr Zuschauer“, ist der Geschäftsführer überzeugt. Deshalb gelte es, vor allem zu Hause weiter gute Leistungen anzubieten. „Dann werden die Menschen zurückkommen. Die Frage ist nur, wie lange das dauert“, so Schmadtke.

Spieler Maximilian Arnold bringt derweil ein anderes Phänomen auf die Palme. „Ich habe in der 85. Minute hochgeschaut auf die Gegengerade und finde das schon ein wenig bodenlos. Wir führen 3:0, und die Leute gehen nach Hause“, erklärt das VfL-Eigengewächs, der findet: „Das trübt das Ganze.“ Unabhängig davon weiß der 24-Jährige gleichwohl, dass die vergangenen zwei Jahre viele Sympathien gekostet haben. Er gibt sich kämpferisch: „Wir müssen uns das erst wieder erarbeiten.“ Doch mehr als guten und erfolgreichen Fußball spielen, können Arnold und Co. nicht.

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