Das macht das Meisterteam des VfL Wolfsburg von 2009 heute

Wolfsburg.  Von den 27 Profis, die mit dem VfL Wolfsburg vor zehn Jahren den Titel holten, sind 17 noch aktiv. Die meisten Titel sammelte Barzagli.

Das Meisterteam des VfL Wolfsburg - zumindest ein Teil davon. Nachdem das offizielle Mannschaftsfoto der Saison 2008/09 im Kasten war, verließen noch einige Profis die Grün-Weißen, wie etwa Marcelinho, Isaac Boakye oder Sergiu Radu, den Klub.

Das Meisterteam des VfL Wolfsburg - zumindest ein Teil davon. Nachdem das offizielle Mannschaftsfoto der Saison 2008/09 im Kasten war, verließen noch einige Profis die Grün-Weißen, wie etwa Marcelinho, Isaac Boakye oder Sergiu Radu, den Klub.

Foto: Rust / imago

Am 23. Mai jährt sich der größte Erfolg der Vereinsgeschichte des VfL Wolfsburg zum zehnten Mal. 2009 waren die Grün-Weißen überraschend dank einer sensationellen Rückrunde deutscher Meister geworden. Wir widmen diesem Triumph in den kommenden Wochen bis zum 23. Mai jeweils donnerstags eine Sonderseite mit bunten Themen rund um das Jubiläum. Den Anfang macht ein Überblick: Was machen die Spieler, die in der Meistersaison zumindest einen Einsatz hatten, eigentlich heute?

Diego Benaglio (31 Einsätze)

Der Schweizer stieg in den Jahren nach der Meisterschaft zum Wolfsburger Rekordspieler mit 259 Bundesliga-Einsätzen auf. Im Sommer 2017 verabschiedete sich der langjährige Kapitän und heute 35-Jährige, um beim AS Monaco noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen. Aktuell ist er allerdings nur die Nummer 2.

André Lenz (5 Einsätze)

Blieb bis zum Ende seiner aktiven Karriere 2012 beim VfL, aber stets im zweiten Glied. Danach folgte er stets seinem Förderer Felix Magath, bekleidete kurzzeitig den Job des Teammanagers in Wolfsburg, später war er Torwarttrainer unter Magath bei Fulham und in China bei Shandong Luneng Taishan. Der 45-Jährige engagiert sich für Fußballschulen auf Kuba, weil seine Lebensgefährtin von dort kommt.

Peter Pekarik (16 Einsätze)

Der Slowake wurde 2011 für eine Saison nach Kayserispor in die Türkei verliehen, ehe er ein Jahr später fix zur Hertha nach Berlin wechselte, wo er immer noch unter Vertrag steht. „Der Verein gehört praktisch schon zu meiner Familie“, sagte der rechte Verteidiger, als er seinen Vertrag in der Hauptstadt im Vorjahr bis 2020 verlängerte.

Andrea Barzagli (34 Einsätze)

Der Weltmeister von 2006 wurde im Januar 2011 für eine sechsstellige Summe praktisch verschenkt, wurde danach siebenmal italienischer Meister mit Juventus Turin und stand in zwei Champions-League-Finals auf dem Platz. Der Verteidiger ist jetzt 37 Jahre alt, spielte bis vergangene Saison aber noch regelmäßig bei Juve. Sein Vertrag läuft nur noch bis Sommer, das Karriereende ist nah.

Sascha Riether (28 Einsätze)

Kam nach seiner VfL-Zeit gut rum, spielte beim 1. FC Köln, beim FC Fulham (wo er wieder auf Felix Magath traf), beim SC Freiburg und ist seit 2015 bei Schalke 04. Seine letzte Partie machte der 35-Jährige im Mai 2017, zwischendurch auch mal vertraglos, dann aber doch wieder da. Der Defensivspieler hat kaum eine Perspektive auf Einsätze, sein Vertrag läuft im Sommer aus.

Jan Simunek (17 Einsätze)

Verließ den VfL ein Jahr nach der Meisterschaft. Über Kaiserslautern, Bochum und Dukla Prag landete der Innenverteidiger, der häufig mit Verletzungen zu kämpfen hatte, 2017 bei Vasas FC in der 2. ungarischen Liga. Im Februar 2018 wurde sein Vertrag aufgelöst, seitdem ist der 32-Jährige arbeitslos.

Ricardo Costa (11 Einsätze)

Der Portugiese ging nach dem Abschied vom VfL im Januar 2010 auf Wanderschaft, spielte in Lille, Valencia, Sailiya (Katar), Thessaloniki, Granada und Luzern und steht aktuell mit 37 Jahren bei CD Tondela unter Vertrag. Beim portugiesischen Erstligisten ist Costa Stammspieler und Kapitän, sein Vertrag gilt noch für diese Saison.

Daniel Reiche (1 Einsatz)

Der gebürtige Braunschweiger kam aus der eigenen Jugend, kam in der Meistersaison für 20 Minuten beim 2:2 gegen Hertha BSC am vierten Spieltag zum Einsatz. Aktuell ist der 30-Jährige Kapitän beim Viertligisten Viktoria Köln, zuvor stand der Verteidiger mit Duisburg im Pokalfinale und spielte für Babelsberg.

Christian Zaccardo (14 Einsätze)

Verabschiedete sich im Sommer nach dem Titelgewinn zurück nach Italien, wechselte in der Heimat oft den Verein. Zwischendurch war der 37-Jährige auch mal arbeitslos, eine Saison spielte er auf Malta bei den Hamrun Spartans. Auch sein aktueller Arbeitgeber ist eher exotisch: Der Abwehrmann spielt bei SP Tre Fiori in der ersten Liga des Kleinstaats San Marino im Norden Mittelitaliens.

Rodrigo Alvim (2 Einsätze)

Der linke Verteidiger spielte sportlich keine große Rolle, stand aber bei der Übergabe der Meisterschale in der ersten Reihe. Im Januar 2010 verließ der heute 35-Jährige den VfL, um in seine Heimat nach Brasilien zurückzukehren. Nach einigen Stopps dort wechselte Alvim 2014 in die USA, spielte in Miami für die Klubs Dade FC und United. 2017 beendete er seine Karriere.

Marcel Schäfer (34 Einsätze)

Verdiente sich in den Jahren nach der Meisterschaft den Titel „Klublegende“. Im März 2017 verließ der Linksverteidiger den VfL, um sich einen Traum zu erfüllen. Bei den Tampa Bay Rowdies in den USA beendete der 34-Jährige seine Karriere im vergangenen Sommer vorzeitig, um als Sportdirektor nach Wolfsburg zurückzukehren.

Alexander Madlung (24 Einsätze)

Der gebürtige Braunschweiger war nach seinem Abschied vom VfL im Sommer 2013 zunächst vereinslos, ehe er bei Eintracht Frankfurt anheuerte. 2015 schloss sich der Verteidiger Fortuna Düsseldorf an, im Sommer 2017 folgte das Karriereende. Doch der 36-Jährige hat finanziell vorgesorgt, besitzt mehrere Immobilien in Braunschweig.

Sergej Karimow (1 Einsatz)

Der in der ehemaligen Sowjetunion geborene, aber in Wolfsburg aufgewachsene Linksverteidiger hatte bis 2011 einen Profivertrag beim VfL, kam aber nach der Meistersaison nur noch in der Reserve zum Einsatz. Danach wechselte Karimow zum MSV Duisburg, war 2013 vereinslos, ehe er sich im Januar 2014 für ein halbes Jahr Lupo Martini anschloss. Doch dort verliert sich die Spur des 32-Jährigen.

Christian Gentner (34 Einsätze)

Kam vom VfB Stuttgart und kehrte 2010 nach drei Jahren in Wolfsburg auch dorthin zurück, wo der sympathische Profi inzwischen auch Kapitän ist. In der Vorsaison bekam der heute 33-Jährige gegen seinen Ex-Klub das Knie von Keeper Koen Casteels an den Kopf, wurde bewusstlos. Im Krankenhaus wurden Brüche der Augenhöhle, des Oberkiefers und des Jochbeins diagnostiziert. Rund zwei Monate lang musste Gentner pausieren.

Makoto Hasebe (25 Einsätze)

Verließ den VfL 2013 nach 135 Einsätzen, spielte dann ein Jahr für den 1. FC Nürnberg, ehe er weiter zur Frankfurter Eintracht zog. Bei den Hessen steht der 35-Jährige immer noch unter Vertrag und ist ein Leistungsträger. Trainer Adi Hütter setzt gerne auf einer Position ein, die es eigentlich gar nicht mehr gibt: auf der des Libero. Bis 2020 läuft Hasebes Vertrag noch, dann soll Schluss sein. Der Japaner kündigte bereits an, danach in Deutschland seinen Trainerschein machen zu wollen.

Jonathan Santana (6 Einsätze)

Kam 2006 aufgrund eines Kooperationsvertrages mit dem argentinischen Spitzenklub River Plate zum VfL, konnte sich aber nie so richtig durchsetzen. 2010 ging er auf Wanderschaft, erst in die Türkei zu Kayserispor für zwei Jahre, dann zurück nach Südamerika, wo der gebürtige Argentinier für diverse Klubs auflief – und er spielt noch immer. Aktuell mit 37 Jahren bei Sportivo Luqueno in Paraguay.

Jacek Krzynowek (4 Einsätze)

Wechselte im Februar 2009, also vor Beginn der Aufholjagd, die den VfL zum Titel führte, zu Hannover 96. Dort spielte der Pole noch anderthalb Jahre, ehe er mit 34 Jahren das Karriereende verkündete. Seit 2012 ist der 42-Jährige Mitglied des Aufsichtsrates des polnischen Drittligisten Motor Lublin.

Josué (33 Einsätze)

Der Meisterkapitän, der die Schale am 23. Mai 2009 in den Himmel stemmen durfte. Bis 2013 blieb der kleine Brasilianer noch in Wolfsburg, absolvierte 164 Partien für die Grün-Weißen. Ende März 2013 lösten beide Seiten den Vertrag einvernehmlich auf, damit Josué zurück in die Heimat wechseln konnte. Zwei Jahre spielte der heute 39-Jährige noch für Atletico Mineiro, im Januar 2016 verkündete er sein Karriereende, seitdem Privatier.

Zvejzdan Misimovic (33 Einsätze)

Den streitbaren Bosnier zog es 2010 zu Galatasaray Istanbul, dann zu Dynamo Moskau, wo er jeweils ein Jahr blieb. 2013 wagte Misimovic das Abenteuer, wechselte für drei Jahre nach China zu Beijing Renhe, wo er sich eine goldene Nase verdiente. Inzwischen lebt er mit der Familie in München und ist Berater des bosnischen Fußballverbandes.

Sebastian Schindzielorz (6 Einsätze)

Eigentlich war der Mittelfeldspieler nur für die zweite Mannschaft vorgesehen. Doch Magath zog den gebürtigen Polen in der Winterpause in den Profikader hoch. Nach der Meistersaison spielte Schindzielorz wieder für die VfL-Reserve, half nur gelegentlich mal aus. 2013 machte er Schluss und studierte Fußballmanagement. Seit 2018 arbeitet der 40-Jährige als Sportvorstand für den Zweitligisten VfL Bochum.

Edin Dzeko (32 Einsätze)

Der Bosnier reifte in Wolfsburg zum Star. 2011 wechselte er für 37 Millionen Euro zu Manchester City, wurde mit dem Scheich-Klub zweimal englischer Meister. 2015 zog es den Stürmer weiter zum AS Rom, zunächst auf Leihbasis. In 169 Spielen für die Italiener schoss Dzeko bislang 85 Tore. Zuletzt sorgte der 33-Jährige für negative Schlagzeilen, weil er beim 1:7-Debakel gegen Florenz den Schiedsrichter angespuckt hatte.

Caiuby (9 Einsätze)

Der Brasilianer wurde oft liebevoll „Kai-Uwe“ gerufen. Nach dem VfL ging es für ihn weiter zum MSV Duisburg, dann zum FC Ingolstadt und 2014 zurück in die Bundesliga zum FC Augsburg. Im Januar hatte der Offensivspieler seinen Heimaturlaub aus privaten Gründen verlängert, wurde dann jedoch Ende Januar in einer Augsburger Diskothek gesichtet. Der FC suspendierte den 30-Jährigen und lieh ihn bis zum Saisonende an die Grashopper Zürich aus.

Alexander Esswein (4 Einsätze)

War viel unterwegs nach seinem Abschied 2010, spielte in Dresden, Nürnberg, Augsburg und bei Hertha BSC, wo der Stürmer noch bis 2020 unter Vertrag steht. Aktuell ist der 29-Jährige allerdings an den VfB Stuttgart verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Der Plan geht auf, Esswein ist im Team von Markus Weinzierl zur Stammkraft geworden.

Ashkan Dejagah (27 Einsätze)

Ein Wolfsburger Publikumsliebling. 2012 verließ er den VfL, wechselte zum FC Fulham, zwei Jahre später dann weiter zu Al Arabi nach Katar. Von dort holte ihn der VfL im Januar 2017 wieder zurück, doch wegen eines Muskelfaserrisses konnte er im Abstiegskampf nur wenig helfen. Nach einem Intermezzo bei Nottingham Forest spielt der gebürtige Teheraner nun im Iran bei Tractor Sazi. Zudem besitzt der 32-Jährige eine Shisha-Bar in Berlin.

Yoshito Okubo (9 Einsätze)

Spielte lediglich in der Rückrunde für den VfL, kehrte dann zu seinem Ex-Klub Vissel Kobe nach Japan zurück. Zwischendurch für Kawasaki Frontale, wo er dreimal hintereinander Torschützenkönig wurde, und den FC Tokyo aktiv, kickt der kleine Angreifer (1,70 Meter) seit Sommer 2018 für den Klub Jubilo Iwata.

Mahir Saglik (8 Einsätze)

Spielte nur in der Hinrunde, ehe er nach Karlsruhe verliehen wurde. Es war der Beginn einer Wanderschaft: Paderborn, Bochum, St. Pauli, wieder Paderborn, Vasas FC (Ungarn), Sakaryaspor, Eyüpspor (beide Türkei) waren seine Stationen seit dem Sommer 2009. Nach einer kurzen Arbeitslosigkeit schloss sich der in Paderborn geborene Stürmer im vergangenen Januar dem Oberligisten Hessen Kassel an. Drei Einsätze mit zwei Toren und einer Vorlage stehen aktuell zu Buche.

Grafite (25 Einsätze)

Spielte nach seinem Abschied aus Wolfsburg 2011 für Al-Ahli in den Vereinigten Arabischen Emiraten, für Al Sadd in Katar sowie in Brasilien für Santa Cruz, Atletico Mineiro und erneut für Santa Cruz, wo er im Januar 2018 seine Karriere beendete. Inzwischen arbeitet der 39-Jährige als Experte fürs brasilianische Fernsehen, war erst unlängst mal wieder in Wolfsburg. Anlass waren Aktionen zum zehnjährigen Jubiläum des Titelgewinns.

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