Glasner Favorit: Neuer VfL-Trainer nach Ostern?

Wolfsburg  Der VfL Wolfsburg hat sich offenbar entschieden: Der 44-Jährige Österreicher soll vom Linzer ASK kommen.

Oliver Glasner.

Oliver Glasner.

Foto: EIBNER/EXPA/Peter Rinderervia www.imago-images.de / imago images / Eibner Europa

. Der VfL Wolfsburg ist auf der Suche nach einem Nachfolger für Bruno Labbadia offenbar fündig geworden. Nach Informationen unserer Zeitung soll Oliver Glasner, 44 Jahre alter Österreicher, neuer Trainer des Fußball-Bundesligisten werden. Aus dem Umfeld des Klubs hieß es am Dienstag, dass der Wechsel Glasners vom Linzer ASK nach den Ostertagen verkündet werden soll. Damit hätte die Wolfsburger Trainersuche ein Ende.

Jörg Schmadtke hatte bereits vor Wochen gesagt, das Ende April, Anfang Mai „der ideale Zeitpunkt“ ist, um den neuen VfL-Coach zu präsentieren. Der Geschäftsführer hatte gemeinsam mit Sportdirektor Marcel Schäfer zuletzt einige Gespräche geführt. Wie Glasner tickt, beobachtete das VfL-Duo live im Stadion. Schmadtke und Schäfer reisten Anfang April zum Halbfinalspiel des österreichischen Pokals nach Linz und erlebten von der Tribüne aus mit, wie Glasners LASK nach Elfmeterschießen gegen Rapid Wien ausschied. Dennoch: Der gute Eindruck, den die Chefs bereits zuvor vom 44-Jährigen gehabt hatten, verfestigte sich noch einmal.

Glasner gilt als exzellenter Spieler-Entwickler und hat eine offensive Philosophie, er lässt seine Mannschaft lieber agieren, statt auf den Gegner zu reagieren. Das passt zum spielerischen Weg, den der VfL unter Labbadia eingeschlagen hat: gestalten statt verwalten. Glasner dürfte diesen Weg in Wolfsburg weiter verfolgen. „Ich finde ihn fachlich sehr kompetent“, sagt Pavao Pervan – und der muss es wissen. Schließlich hat der 31 Jahre alte VfL-Torhüter drei Jahre lang in Linz mit Glasner zusammengearbeitet. Pervan war nicht nur die Nummer 1 im Tor, sondern auch der Kapitän des Teams. Doch nicht nur das Fachwissen, sondern auch die menschlichen Qualitäten Glasners sind dem Torhüter in Erinnerung geblieben. „Er ist ein sehr guter Typ“, sagt Pervan über seinen ehemaligen Trainer, der womöglich auch sein neuer wird.

Glasner ist auf dem internationalen Trainermarkt ein noch recht unbeschriebenes Blatt. Der ehemalige Profi (Innenverteidiger, 511 Spiele für den SV Ried und den LASK in Österreich) übernahm im Alter von 38 Jahre seinen ersten Posten auf der Trainerbank. Er wurde der Assistent von Roger Schmidt bei RB Salzburg, in seiner Geburtsstadt. Als Schmidt nach zwei erfolgreichen Jahren zu Bayer Leverkusen in die Bundesliga wechselte, wollte er Glasner gerne weiter als Co-Trainer dabei haben. Doch der fühlte sich bereit für eine Chef-Position und ging zum SV Ried, bei dem er den Großteil seiner Profikarriere verbracht hatte. Er blieb allerdings nur eine Saison.

Im Sommer 2015 schloss er sich dem Linzer ASK an und begann, seine Erfolgsstory zu schreiben. Mit offensivem, attraktivem Spiel und hohem Pressing stieg er in der zweiten Saison auf und etablierte das Team im österreichischen Oberhaus. Diese Spielzeit wird Glasners Team wohl auf Rang 2 abschließen – ein echter Erfolg für den LASK, der den Trainer interessant gemacht hat. Der VfB Stuttgart und auch RB Salzburg hatten ihr Interesse angemeldet. Der VfL soll nun aber endgültig das Rennen um Glasner gemacht haben, dem eine exzellente Außendarstellung nachgesagt wird – und eine klare Kante.

Im November 2016 waren zwei dunkelhäutige Spieler von einem Zuschauer rassistisch beschimpft worden, Glasner diskutierte gestenreich mit diesem und stellte sich schützend vor seine Spieler. Weil er dabei seine Coaching-Zone verlassen hatte, wurde der Coach vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt. „Da hört es bei mir auf“, sagte Glasner damals. „Bei Rassismus sehe ich rot.“

Dieser 44-Jährige wird wohl neuer Trainer in Wolfsburg.

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