VfL Wolfsburg: In China soll’s nicht nur um Marketing gehen

Wolfsburg.  Marcel Schäfer, der Sportdirektor des VfL Wolfsburg, sieht in dem Trip auch eine Art Abschlussfahrt. Nicht alle Profis fliegen am Montag mit.

Ein chinesischer VfL-Fan: Am Montagabend reisen die Wolfsburger wieder zur Marketingzwecken ins Reich der Mitte.

Ein chinesischer VfL-Fan: Am Montagabend reisen die Wolfsburger wieder zur Marketingzwecken ins Reich der Mitte.

Foto: imago sportfotodienst

Neihou Wolves! Unter diesem Motto steigt die China-Reise des VfL Wolfsburg im Anschluss an diese Saison. „Noch liegt der sportliche Fokus voll auf dem Finale um Europa“, sagt Sportdirektor Marcel Schäfer, „aber wir freuen uns echt auf diese Reise.“ Am Montagabend gegen 18 Uhr geht der VfL-Flieger ab Braunschweig, am Samstag wird der rund 50-köpfige Tross dann zurückerwartet.

Die Zeit dazwischen nutzen die Grün-Weißen vor allem für Marketingaktionen. Die meiste Zeit sind sie in der Stadt Foshan, die mit sieben Millionen Einwohnern für chinesische Maßstäbe eher eine Kleinstadt ist. Es stehen einige Trainingseinheiten mit Kindern an, die Profis werden sich im Drachentanz und Kung-Fu versuchen, eine Schule in der Wolfsburger Partnerstadt Nanhai, einem Stadtteil Foshans, besuchen sowie ein VW-Werk anschauen. Am Donnerstagabend steht zudem ein Gala-Dinner an, zu dem der VfL geladen hat und rund 400 Gäste erwartet, zum großen Teil Sponsoren. „Der Markt ist für uns sehr wichtig“, weiß Schäfer, der keinen Hehl daraus macht, dass es sich in erster Linie um eine Marketingtour handelt. „Aber ich denke, dass wir einen guten Mix gefunden haben“, sagt der Sportdirektor.

Denn für den 34-Jährigen hat die lange Reise nach Fernost (der Hinflug dauert mit Tankstopp 15 Stunden) auch den „Charakter einer Abschlussfahrt“. Mit der am Samstag gesicherten Europapokal-Teilnahme im Rücken sollen die Profis ein wenig feiern, so der Plan. So ist am Dienstag nach der Ankunft ein internes Teamevent in Macau eingeplant. Die Stadt auf einer Insel an der Südküste Chinas ist berühmt für ihre Casinos. „Wir wollen das verbinden und auch fürs Team etwas tun“, sagt Schäfer.

Deshalb ist es den Verantwortlichen auch wichtig, dass so viele Spieler wie möglich dabei sind.Einige aber werden nicht mitfliegen, etwa die Verletzten wie John Anthony Brooks. Josip Brekalo und Felix Uduokhai werden fehlen, weil sie im Sommer höchstwahrscheinlich an der U21-EM teilnehmen werden. Marcel Tisserand und Paul-Georges Ntep wiederum dürfen sich für den Afrika-Cup schonen. Bei zuletzt angeschlagenen Spielern wie Daniel Ginczek oder Jérôme Roussillon soll die Entscheidung erst nach der Partie am Samstag gegen Augsburg fallen. „Wir müssen ja auch die Vorbereitung im Sommer im Auge haben“, erklärt Schäfer.

Weil zudem die U23 in der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga kämpft und die U19 im DM-Halbfinale steht, werden auch aus dem Nachwuchs keine Talente nachrücken können. Zumal sich der sportliche Wert der Reise arg in Grenzen hält. Es wird eine ernsthafte Einheit vor Ort geben: das Abschlusstraining vor dem Test am Freitag gegen Eintracht Frankfurt. Die Partie, die um 14 Uhr deutscher Zeit beginnt, wird außer von Sport1 auch von einem chinesischen Sender, der die Rechte an der Bundesliga hat, landesweit übertragen. Über 7000 Tickets wurden für das Spiel bereits verkauft, mit mehr als 10.000 Zuschauern wird gerechnet.

Neihou Wolves – das Motto bedeutet übrigens so viel wie „Willkommen Wölfe“ und greift den Dialekt auf, der in der Region rund um Foshan im Südosten Chinas gesprochen wird.

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