VfL Wolfsburg: Treffen der Kapitäne in der Nordkurve

Wolfsburg.  Wolfsburg-Kapitän Guilavogui schaut die erste Hälfte gegen Augsburg im Fanblock und trifft dort auf Meisterkapitän Josué.

Bekommen Unterstützung: Der aktuelle VfL-Kapitän Josuha Guilavogui und Josué, einer seiner Vorgänger, schauen sich zumindest die erste Hälfte der Partie aus dem Fanblock aus an.

Bekommen Unterstützung: Der aktuelle VfL-Kapitän Josuha Guilavogui und Josué, einer seiner Vorgänger, schauen sich zumindest die erste Hälfte der Partie aus dem Fanblock aus an.

Foto: Darius Simka / regios24

Auch sie sollen ihren Teil zum Erreichen der Europa League beitragen: Gemeint sind die Fans des VfL Wolfsburg. „Wir brauchen die absolute Unterstützung und Geduld, damit wir auf dem Rasen die Nerven im Griff behalten können“, sagt Trainer Bruno Labbadia. Dafür bekommen die Anhänger in der Nordkurve für das Heimspiel am Samstag (ab 15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg sogar noch Unterstützung vom aktuellen und von einem ehemaligen Kapitän.

Dass sich der kleine Brasilianer Josué, der vor knapp zehn Jahren die Meisterschale in den Wolfsburger Himmel gestemmt hatte, unter die Fans mischt, stand bereits fest. Nun trifft der ehemalige Kapitän dort auf den aktuellen: Josuha Guilavogui wird die erste Hälfte dieses Europa-Endspiels ebenfalls aus der Nordkurve schauen. „Dann stehen zwei Top-Sechser im Fanblock“, erklärt Labbadia schmunzelnd. Der scheidenden VfL-Trainer sieht in dieser Aktion auch „ein gutes Zeichen für die Fans“.

Bis Donnerstag war offen gewesen, wo Guilavogui die Partie verfolgt. Mitspielen darf der Franzose nicht, er hatte sich beim 0:3 am vergangenen Spieltag in Stuttgart die fünfte gelbe Karte abgeholt. Nun sieht der Plan vor, dass er die erste Hälfte im Fanblock schaut und für die zweite in den Innenraum zur Mannschaft geht, um noch näher dran zu sein. Das darf er – anders als Dortmunds Kapitän Marco Reus. Der hatte unlängst eine Geldstrafe zahlen müssen, weil er trotz Sperre im Innenraum gesessen hatte. Der VfL machte sich schlau und fand heraus: Guilavogui darf zur Mannschaft, weil er eine Gelb-Sperre absitzt. Reus jedoch hatte Rot gesehen und hätte daher auf der Tribüne sitzen müssen.

Womöglich kann Guilavogui zumindest in der ersten Hälfte auch den Anheizer in der Nordkurve geben. Vor allem wenn die Partie eng ist, könnten die Zuschauer den Ausschlag geben. Nur mit einem Sieg ist der VfL sicher in der Qualifikation zur Europa League, vielleicht reicht das sogar für den direkten Sprung in die Gruppenphase. Bei einer Niederlage oder einem Remis sind die Wolfsburger von den Ergebnissen aus Mainz, wo Hoffenheim spielt, und aus Bremen, das Leipzig zu Gast hat, abhängig.

Für diese Partie hatten sich Spieler und Verantwortliche gewünscht, vor vollem Haus zu spielen. Aber dieser Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen. Zwischen 23.000 und 24.000 Zuschauer erwartet der VfL – ähnlich viele wie gut 30 Kilometer weiter südlich, wo zwei Stunden zuvor Eintracht Braunschweig Energie Cottbus zum Abstiegs-Endspiel in der 3. Liga empfängt. Doch die, die den Weg in die VW-Arena finden, sollen Vollgas geben – aber zugleich auch Geduld mitbringen. Labbadia erklärt: „Die Augsburger verteidigen sehr geschlossen. Um Chancen herauszuspielen, müssen wir eine Lücke finden – und das benötigt manchmal Zeit.“

Und selbst wenn es in der Endabrechnung doch nicht für die Rückkehr auf die europäische Bühne reichen sollte, hätten die Grün-Weißen nach zwei Jahren in der Relegation dennoch eine starke Saison hingelegt. Einen Grund, um die Mannschaft nach Schlusspfiff zu feiern, gibt es also auf jeden Fall.

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