Schlager und die Folgen fürs Mittelfeld des VfL Wolfsburg

Wolfsburg.  Im Mittelfeld ist der VfL seit Schlagers Ankunft gut besetzt. Für zwei feste Plätze kommen sieben Bewerber infrage.

Xaver Schlager (rechts) gegen Maximilian Arnold.

Xaver Schlager (rechts) gegen Maximilian Arnold.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Seit Mittwoch ist dieser Mannschaftsteil komplett, als Neuzugang Xaver Schlager nach dem Sonderurlaub wegen der U21-EM seinen Dienst beim VfL Wolfsburg aufnahm. Der 21 Jahre alte Österreicher, für den der Bundesligist 12 Millionen Euro an RB Salzburg hingelegt hat, soll Stammspieler im zentralen Mittelfeld werden. Oliver Glasner hat hier eine große Auswahl. Im 3-4-2-1-System, das der neue Trainer zu bevorzugen scheint, gibt es zwei offene Positionen in der Schaltzentrale – und sieben Kandidaten. „Wir haben sehr unterschiedliche Besetzungsmöglichkeiten, deswegen ist das natürlich ein spannender Mannschaftsteil“, sagt Geschäftsführer Jörg Schmadtke. „Außerdem ist es auch ein wichtiger Mannschaftsteil, ohne die anderen hinten anzustellen. Aber das Mittelfeld ist immer bedeutsam.“

Schlager hat gute Chancen auf eine Stammposition, wenngleich Schmadtke keine überbordenden Erwartungen wecken will. „Lassen wir ihn erst mal ankommen. Wenn er sich eingefunden hat, werden wir einen Spieler haben, der leistungswillig ist, laufstark und strategisches Denken im Kopf hat.“ Der Linksfuß weist mit seinen gerade mal 21 Jahren schon eine große Erfahrung auf.

Aber die bringt auch Maximilian Arnold mit. Der 25-Jährige hat die beste Spielzeit seit langem hinter sich. Unter Bruno Labbadia war er unantastbar, und dieses Vertrauen hat das Eigengewächs mit vielen konstanten Auftritten zurückgezahlt. Er dürfte einen Vorsprung vor den direkten Positions-Konkurrenten haben.

Die heißen Yannick Gerhardt und Elvis Rexhbecaj. Beide sind aus einer Herausforderer-Rolle in die Vorbereitung gestartet, und beide müssen damit rechnen, weniger Spielanteile als in der Vorsaison zu bekommen. Rexhbecaj (24 Bundesliga-Einsätze, zwei Tore) und Gerhardt (30, zwei) waren unter Labbadia noch feste Bestandteile des Kaders. Unter Glasner auch?

Josuha Guilavogui wird unter dem neuen Trainer offenbar einen neuen Arbeitsplatz bekommen. War der Kapitän in der Vorsaison noch Abräumer im Mittelfeld, wird er jetzt die zentrale Position in der Dreier-Abwehrkette einnehmen – und geht damit dem Konkurrenzkampf mit Xaver, Arnold und Co. aus dem Weg. Auch Ignacio Camacho kommt für die Rolle infrage – wenn er denn je wieder richtig fit wird. Nach seinem Comeback am Samstag nach neunmonatiger Verletzungspause (Sprunggelenk-OP) muss der Spanier wieder kürzertreten.

Bleibt noch Yunus Malli. Der türkische Nationalspieler sieht sich eher in der offensiveren Position, hat aber in beiden VfL-Testspielen im zentralen Mittelfeld gespielt - und durchaus positive Eindrücke hinterlassen. Seine Flexibilität kann ihm zugute kommen.

Keine Rolle mehr spielt Riechedly Bazoer. Der Niederländer, der im Januar 2017 für 12 Millionen Euro von Ajax Amsterdam nach Wolfsburg gekommen war, wechselt nach zweieinhalb ganz schwachen Jahren zu AZ Alkmaar in seine Heimat.

Glasners Auswahl im Mittelfeldzentrum ist groß. Schlager und Arnold dürften den ersten Eindrücken nach die Nase vorn haben. Aber Gerhardt, Rexhbecaj und auch Malli werden den Druck auf die Konkurrenten hochhalten.

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