Achtbarer Auftritt des VfL Wolfsburg bei der Generalprobe

Wolfsburg.  Der VfL Wolfsburg spielt 1:1 im Geheimtest bei RB Leipzig. Trainer Glasner: „Ich bin sehr zufrieden.“

Ein Remis bei einem starken Gegner zum Start: Kapitän Josuha Guilavogui (rechts) und der VfL Wolfsburg gestalteten die Partie bei RB Leipzig offen. 1:1 stand es am Ende.

Ein Remis bei einem starken Gegner zum Start: Kapitän Josuha Guilavogui (rechts) und der VfL Wolfsburg gestalteten die Partie bei RB Leipzig offen. 1:1 stand es am Ende.

Foto: Eisenhuth/Motivio / RB Leipzig

Der erste Test, der außerdem zugleich die Generalprobe für das Achtelfinal-Rückspiel der Europa League am Mittwoch gegen Donezk war, endete mit einem für den VfL Wolfsburg achtbaren Ergebnis. Beim Bundesliga-Dritten der vergangenen Saison und Champions-League-Viertelfinalisten RB Leipzig spielten die Grün-Weißen am Donnerstagnachmittag 1:1 (0:0). „Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt“, sagte VfL-Trainer Oliver Glasner nach der ersten Partie seiner Elf in der Vorbereitung.

Für den Test hatte eine hohe Geheimhaltungsstufe gegolten. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann hatte Angst, dass Spione von Atletico Madrid, Leipzigs Gegner im Viertelfinale der Königsklasse, zuschauen und sehen würden, wie er seine Offensive nach dem Abgang Timo Werners zum FC Chelsea neu ordnet. Daher gab es keinen Zugang für Fans sowie Medienvertreter und erst Recht keinen Livestream. Auch während der 90 Minuten blieben die Social-Media-Kanäle beider Klubs stumm, gaben keine Zwischenstände durch – in der heutigen Zeit ein kleines Kuriosum.

Steffen bringt den VfL vom Punkt in Führung

So mussten Interessierte bis nach dem Schlusspfiff warten, ehe sie von dem 1:1 erfuhren. Renato Steffen hatte die Wolfsburger auf dem Akademiegelände von RB in der 70. Minute mit einem versenkten Foulelfmeter in Führung gebracht, Leipzigs Patrik Schick besorgte nur zwei Minuten später, ebenfalls vom Punkt, das 1:1. In welcher Formation und mit welchem Personal Glasner spielen ließ, wollte der VfL wiederum nicht mitteilen. Nur dass im Laufe der zweiten Hälfte das Personal einmal komplett getauscht wurde.

Bei praller Sonne und Temperaturen um die 30 Grad duellierte sich der Vorjahres-Siebte VfL mit dem Dritten RB. Die Partie war über weite Strecken ausgeglichen, Chancen gab es nicht allzu viele. Das 1:0 für die Gäste fiel in eine Phase, in der Leipzig etwas mehr Druck machte. Nach einem Foul an Julian Justvan trat Steffen zum Foulelfmeter an und verwandelte. Aber die Führung hielt nur zwei Minuten.

Glasner lobt den Auftritt seiner Elf

Dennoch war Glasner mit dem Auftritt zufrieden. „Wir sind erst seit fünf Tagen im Training, haben das sehr, sehr gut gemacht, nicht nur wegen des Ergebnisses“, schilderte der Österreicher, der in personeller Hinsicht gebeutelt ist. Die Ausfallliste ist lang, vor allem auf der Position des rechten Verteidigers muss Glasner improvisieren. Erste Wahl dürfte dort Marcel Tisserand sein, der auch in Leipzig mitwirkte. „Die Spieler haben sich sehr gut präsentiert und sind alle gut durchgekommen, was ganz wichtig“, erklärte Wolfsburgs Trainer.

Doch natürlich kann das noch kein VfL mit 100 Prozent Leistungsfähigkeit gewesen sein. Dafür war die Vorbereitungszeit viel zu kurz. „Wir haben viele gute Aktionen gesehen, aber klar ist noch nicht alles perfekt“, so Glasner, der nun den Blick endgültig aufs Donezk-Spiel lenkt: „Wir wollen die letzten sechs Tage nutzen, um etwas mehr Frische und natürlich die Power für 90 Minuten zu bekommen. Aber da bin ich sehr zuversichtlich.“

Viel Zeit zum Verarbeiten bleibt nicht

Auch Glasners Gegenüber war mit dem Spiel zufrieden. Für Nagelsmann war das ein „guter Test gegen einen guten Gegner zum richtigen Zeitpunkt. Die Jungs machen nach den ersten Trainingstagen einen guten Eindruck.“

Viel Zeit, um die Eindrücke dieses Tests zu verarbeiten und Konsequenzen für die Trainingsarbeit zu ziehen, haben beide Teams nicht. Auf die Generalprobe folgt schnell der erste Ernstfall: Schon am Dienstag steigen die Grün-Weißen in Waggum in den Flieger, am Mittwochabend ab 18.55 Uhr steht dann in Kiew das Achtelfinal-Rückspiel gegen Donezk auf dem Programm. Aus dem Hinspiel muss ein 1:2 noch umgebogen werden. RB hat noch ein paar Tage länger Zeit und spielt am 13. August in Lissabon gegen Atletico Madrid.

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