VfL-Leihkraft Rexhbecaj ist dem FC zu teuer

Wolfsburg.  Das Eigengewächs des VfL Wolfsburg wird im Sommer 2021 wohl zurückkehren. Gerhardt verhandelt noch über einen neuen Vertrag.

Ab dem Sommer wohl wieder Teamkollegen - und Konkurrenten: Elvis Rexhbecaj (links), der auf Leihbasis noch beim 1. FC Köln spielt, und Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg.

Ab dem Sommer wohl wieder Teamkollegen - und Konkurrenten: Elvis Rexhbecaj (links), der auf Leihbasis noch beim 1. FC Köln spielt, und Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg.

Foto: Uwe Kraft / imago

Seit Januar spielt Elvis Rexhbecaj für den 1. FC Köln. Kaum war er mit dem VfL Wolfsburg im Winter-Trainingslager in Portugal gelandet, reiste das Eigengewächs wieder ab, um einen Leihvertrag bei den Domstädtern zu unterschreiben. Doch der läuft nur noch für diese Bundesliga-Saison. Im Sommer steht eine Entscheidung über die Zukunft des 23-Jährigen an. Noch ist sie nicht gefallen. Die Tendenz ist jedoch eindeutig.

Im Alter von zwölf Jahren war Rexhbecaj mit der Familie nach Wolfsburg gekommen. Er spielte für den VfL, der Vater erhielt eine Stelle als Platzwart. Nachdem er alle Nachwuchsteams bis zur U23 durchlaufen hatte, erhielt der sympathische Mittelfeldspieler im August 2017 den ersten Profivertrag. Im Januar 2018 gab Rexhbecaj beim 1:0-Sieg in Hannover sein Bundesliga-Debüt , als er in der 86. Minute für Daniel Didavi (jetzt in Stuttgart) eingewechselt wurde. Unter Trainer Bruno Labbadia stand er in der Folge oft in der Startelf. Doch unter dessen Nachfolger Oliver Glasner war der gebürtige Kosovare meist außen vor. So kam’s zum vorläufigen Abschied im Januar.

Rexhbecaj ist zufrieden mit seinen Einsatzzeiten

Beim FC kam Rexhbecaj seitdem regelmäßig zum Einsatz, auch von Beginn an. In dieser Saison stehen sieben Einsätze , davon fünf in der Startelf, in seinem Fahrtenbuch. Und getroffen hat der 23-Jährige auch schon, auch wenn es beim 1:3 gegen Mönchengladbach keine Punkte brachte. „Über meine Spielzeit kann ich mich nicht beklagen “, sagte die VfL-Leihgabe unlängst. „Ich versuche aber, nicht über mich zu reden, denn es geht um die Mannschaftsleistung.“ Das hat ihn auch in Wolfsburg ausgezeichnet: Rexhbecaj ist ein Teamplayer , zudem eine echte Frohnatur. Deshalb passt er auch so gut zum Karnevalsklub nach Köln.

Für den Exil-Wolfsburger persönlich läuft es ganz gut, für seinen Klub allerdings ganz und gar nicht. Nach der ersten Saison, in der der FC als Aufsteiger mit fünf Punkten Vorsprung auf Platz 16 den Klassenerhalt recht souverän schaffte, sieht’s nun düster aus. Sieglos und mit nur drei Punkten auf dem Konto ist Köln Vorletzter. Zuletzt gab’s ein bitteres Heim-1:2 gegen Union Berlin. Rexhbecaj wurde in der 65. Minute eingewechselt. Er glaubt fest an den Klassenerhalt : „Die Bundesliga ist ein Marathon und kein Sprint. Es dauert noch so lange, bis irgendetwas entschieden ist.“

Die Kaufoption ist dem FC zu teuer

Sollte der FC absteigen, ist schon klar, dass Rexhbecaj den Verein verlassen muss. Denn als Zweitligist wird sich der Klub die vereinbarte Kaufoption über 7 Millionen Euro auf keinen Fall leisten können. Aber selbst wenn Köln erstklassig bleibt, wird’s wahrscheinlich nicht weitergehen. Die VfL-Leihgabe ist zu teuer, heißt es aus FC-Kreisen. Dann würde Rexhbecaj im Sommer 2021 erst einmal nach Wolfsburg zurückkehren. Sein Vertrag läuft noch bis 2023 . Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist allerdings groß. Das VfL-Eigengewächs müsste sich dann mit Kapitän Josuha Guilavogui, Maximilian Arnold, Xaver Schlager und Yannick Gerhardt auseinandersetzen.

Anders sähe es aus, wenn einer von den Genannten den Klub noch verlässt. Das kann durchaus passieren. Denn Gerhardts Vertrag endet im Sommer. Beide Seiten haben signalisiert, dass sie sich eine weitere Zusammenarbeit gut vorstellen können . Allerdings muss der 26-Jährige, der 2016 für 13 Millionen Euro aus Köln gekommen war, Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Schließlich ist die Geldbörse der Wolfsburger nicht mehr so gut gefüllt wie vor vier Jahren. Und auch die Einsatzzeiten werden eine Rolle spielen. In zehn Pflichtspielen stand Gerhardt nur dreimal in der Startelf. Glasner schätzt die Zuverlässigkeit des Ex-Kölners.

Auch Llanez’ Leihe läuft im Sommer aus

Neben Gerhardts Vertrag laufen noch die Arbeitspapiere von Keeper Niklas Klinger sowie der ohnehin perspektivlosen Jeffrey Bruma und Yunus Malli aus. Zudem endet 2021 die Leihe von Maximilian Philipp . Der Angreifer, der beim 2:0-Sieg am Samstag auf Schalke etwas überraschend zunächst auf der Bank saß, steht bei Dinamo Moskau noch bis 2023 unter Vertrag. Der VfL kann den 26-Jährigen per Option für 11 Millionen Euro fest verpflichten. Ob das Sinn ergibt, wird sich noch herausstellen müssen. Ansonsten kehrt mit dem US-Amerikaner Ulysses Llanez nur ein weiterer Leihspieler nach Wolfsburg zurück. Der 19-Jährige konnte beim niederländischen Erstligisten SC Heerenveen noch nicht überzeugen, kam lediglich zu drei Kurzeinsätzen.

Zudem könnte der VfL seinen Kader für die Saison 2021/22 noch durch das Ziehen von Rückkaufoptionen verändern. Diese hat Geschäftsführer Jörg Schmadtke in die Transferverträge von John Yeboah (Willem II Tilburg), Mamoudou Karamoko (Linzer ASK) und Julian Justvan (SC Paderborn) einbauen lassen. Bedeutet: Für eine fixe Summe kann der VfL sie zurückholen, falls sie bei ihren neuen Klubs voll einschlagen. Doch bislang ist das bei keinem Spieler aus diesem Trio der Fall. Yeboah und Justvan sind zwar feste Größen, ohne jedoch in Gänze zu überzeugen. Und Karamoko kam bislang lediglich für die zweite Mannschaft des LASK zum Einsatz.

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