Lerch vor Lyon: „Das ist die beste Mannschaft Europas“

Wolfsburg.   Der Königsklassen-Gegner der VfL-Fußballerinnen ist das Maß der Dinge. Doch die Wolfsburgerinnen gehen selbstbewusst ins Hinspiel bei Olympique.

Der VfL (l. Pernille Harder) tritt am Mittwochabend bei Dzsenifer Maroszans Olympique Lyon an, der aktuell besten Mannschaft im europäischen Frauenfußball.

Der VfL (l. Pernille Harder) tritt am Mittwochabend bei Dzsenifer Maroszans Olympique Lyon an, der aktuell besten Mannschaft im europäischen Frauenfußball.

Foto: Darius Simka/regios24 / regios24

„Das ist die aktuell beste Mannschaft in Europa!“ Das sagt VfL-Coach Stephan Lerch über den nächsten Gegner der Wolfsburger Fußballerinnen. Am Mittwochabend (20.45 Uhr, live bei Wölfe-TV) muss der VfL im Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League beim französischen Serienmeister (zwölf Titel in Folge) Olympique Lyon bestehen. Angesichts der Qualität wird die Neuauflage des vergangenen Endspiels eine Herkulesaufgabe. Es gibt zahlreiche Gründe dafür, warum Olympique bereits fünfmal den Titel in der Königsklasse abgeräumt hat. Ein Überblick.

Die Mannschaft ist gespickt mit internationalen Stars. Bei der großen Qualität im Kader kann sich der VfL in Hin- und Rückspiel (steigt am 27. März im AOK-Stadion) keinesfalls auf eine einzelne Spielerin konzentrieren. Im Tor steht die französische Spitzenkeeperin Sarah Bouhaddi, mit der Ex-Freiburgerin Lisa Weiß hat Lyon zudem einen starken Backup. Die Abwehr hält Kapitänin Wendie Renard zusammen, an ihrer Seite verteidigen Griedge Mbock, Lucie Bronze und Amel Majri. In der Hinterhand hat Olympique mit Caroline Simon eine Ex-Wolfsburgerin (Saison 2012/13), die ebenfalls im vergangenen Sommer aus Freiburg kam. In der Champions League hat der Titelverteidiger wie der VfL noch kein einziges Gegentor kassiert, die Aufgaben Avaldsnes aus Norwegen (5:0, 2:0) und Ajax Amsterdam (4:0 und 9:0) löste Lyon äußerst souverän.

Im Mittelfeld ziehen die Japanerin Saki Kumagai, Amandine Henry und die deutsche Spielmacherin Dzsenifer Maroszan die Fäden in der Mannschaft von Reynald Pedros. Im Angriff sind die Norwegerin Ada Hegerberg und die Französin Eugenie Le Sommer nicht zu stoppen. Hegerberg ist Zweite der Torschützenliste in der Division 1 in Frankreich, in der Champions League hat sie vier Treffer auf dem Konto, beste Torschützin im Wettbewerb ist VfL-Star Pernille Harder. Lerch macht deutlich: „Sie haben auf jeder Position eine extrem hohe Qualität.“

Das gilt auch für die Bank: Beim 1:4 der Wolfsburgerinnen im Endspiel 2018 in Kiew wechselte Pedros den Sieg mit Shanice van de Sanden ein, die niederländische Europameisterin drehte in der Verlängerung auf, ließ die rechte Wolfsburger Abwehrseite alt aussehen und bereitete drei Tore vor. Das Tempo der Französinnen ist enorm hoch, technisch sind sie gleichfalls herausragend. Die französische Liga führen sie erneut mit 17 Siegen in 18 Spielen bei einem Remis an, mit zwei Punkten Vorsprung auf Paris St. Germain. Beeindruckend ist auch das Torverhältnis von 76:5 Treffern. Der Kern der Mannschaft ist bereits seit einigen Jahren zusammen, Lyon verstärkt sein Team punktuell, in der Regel aber sehr hochklassig.

Wolfsburgs Coach macht deutlich, worauf es im Hinspiel ankommen wird. Erstens: „Wichtig wird sein, dass wir die Räume eng halten und kompakt stehen, so, wie wir es auch schon gezeigt haben.“ Zweitens: „Wir müssen schnell in die Offensive umschalten, Tiefenläufe in den Rücken der Abwehr haben und Nadelstiche setzen.“ Die Gäste, die am Montag mit dem Bus direkt vom Spiel in Freiburg die 400 Kilometer nach Frankreich gereist sind, werden sich keinesfalls einigeln, sondern versuchen, mitzuspielen.

Denn man darf nicht vergessen: Lyon mag als Titelverteidiger die aktuell beste Mannschaft des Kontinents sein. Der VfL schickt sich aber an, diese Vormachtstellung in diesem Jahr zu durchbrechen. Auch die Wolfsburgerinnen haben eine enorm hohe Qualität und sich in der Hinrunde noch einmal verbessert gezeigt. Nach der Start-Niederlage bei den Bayern zeigte das Team sich zudem fußballerisch wieder verbessert und auch, dass die Mentalität stimmt. Lerch meinte nach dem 3:2-Arbeitssieg in Freiburg: „Diese Mentalität brauchen wir auch am Mittwoch wieder, das wird ganz wichtig sein. Ich denke, dass wir auch ein anderes Gesicht zeigen, was das Fußballerische angeht. Lyon wird mehr mitspielen, das ist auch klar. Das eröffnet uns auch wieder Möglichkeiten.“ Der Trainer geht die Herkulesaufgabe mit dem nötigen Selbstbewusstsein an: „Ein Auswärtstor wäre wünschenswert, und dass hinten die Null steht.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder