1:2 – VfL-Frauen kommen mit einem blauen Auge davon

Wolfsburg.  Im Viertelfinal-Hinspiel verlieren Wolfsburgs Fußballerinnen bei Titelverteidiger Olympique Lyon, erzielen aber immerhin ein Auswärtstor.

Ewa Pajor (2. v. r.) und der VfL verloren im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse in Lyon mit 1:2. Nilla Fischers Auswärtstor macht aber Hoffnung für das Rückspiel im AOK-Stadion.

Ewa Pajor (2. v. r.) und der VfL verloren im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse in Lyon mit 1:2. Nilla Fischers Auswärtstor macht aber Hoffnung für das Rückspiel im AOK-Stadion.

Foto: Frederic Chambertvia / imago images / PanoramiC

Mit einem blauen Auge sind Wolfsburgs Fußballerinnen davongekommen. Im Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League erreichte der VfL ein schmeichelhaftes 1:2 (0:2) vor 17.840 Zuschauern bei Titelverteidiger Olympique Lyon. Vor allem Nilla Fischers Auswärtstreffer per Kopf lässt das Team von Stephan Lerch weiter auf den Einzug ins Königsklassen-Halbfinale hoffen. Im Rückspiel im AOK-Stadion am kommenden Mittwoch (18.15 Uhr) würde ein 1:0-Erfolg reichen.

Eine gute Ausgangsposition hatte der VfL schaffen, eine Reaktion auf die Finalniederlage 2018 in Kiew zeigen wollen – doch es wurde zunächst eine gebrauchte erste Halbzeit für Wolfsburgs Fußballerinnen. Sie hatten sich in ihrer Entwicklung weiter gesehen, auf Augenhöhe mit dem französischen Serienmeister. Dass davon in Durchgang 1 nichts zu sehen war, hatte sich der VfL zu einem großen Teil selbst zuzuschreiben. Vor dem 0:1-Rückstand leistete sich Wolfsburgs Passmaschine Claudia Neto einen zu kurz geratenen Rückpass, den Eugenie Le Sommer vor Keeperin Almuth Schult aufnahm, diese umkurvte und ins leere Tor einschob (11. Minute). Und es wurde noch bitterer für die Gäste: Nach einer eigenen Ecke konterte Olympique, Anna Blässe klärte noch auf Kosten eines Eckballs für Lyon, den die baumlange Wendie Renard per Kopf humorlos aus kurzer Distanz in die Maschen wuchtete, hier stimmte die Ordnung nicht – 0:2 nach nur 18 Minuten.

Es hätte sogar noch schlimmer kommen können: Amandine Henry (3.) oder Ada Hegerberg mit einem Lattenkracher (43.) hätten sogar auf 4:0 stellen können. Und der VfL? Offensiv passierte zu wenig. Europas Fußballerin des Jahres Pernille Harder und Bundesliga-Toptorjägerin Ewa Pajor waren bei Renard, Griedge Mbock und Co. nahezu komplett abgemeldet. Harders Kopfball, der vorbeistrich, war nach 35 Minuten die beste Wolfsburger Chance der ersten Halbzeit.

Für die Gäste wurde es nach der Pause ein Spiel mit dem Feuer: Einerseits musste das Team mehr riskieren, und Lyon gewährte auch den Raum dafür. Andererseits galt es bei Olympique-Kontern auf der Hut zu sein. So kam der VfL durch Pajors Drehschuss, den Lyons-Torfrau Sarah Bouhaddi abwehrte, zu einer guten ersten Gelegenheit (50.). Doch auf der anderen Seite stand das Glück Pate, als Jessica Fishlock aus Nahdistanz das Außennetz des VfL-Kastens traf (55.). Das Risiko der Gäste zahlte sich aber aus: Nach einem Freistoß köpfte Alexandra Popp erst an den Pfosten, brachte den Abpraller dann in die Mitte, wo Fischer für den wichtigen Auswärtstreffer sorgte (64.). Insgesamt war es nun ausgeglichener, doch zweimal musste Wolfsburg noch die Luft anhalten: Hegerberg tauchte frei vor Schult auf, aber die Nationalkeeperin des VfL war auf dem Posten (67.). Und kurz vor Schluss versäumte es Hegerberg, eine Unstimmigkeit zwischen Schult und Fischer zu bestrafen (85.). In der Nachspielzeit zog Pajor noch einmal ab, zielte aber daneben – ein zweites VfL-Tor wäre an diesem Abend, nach einer schwachen ersten Halbzeit, zu viel des Guten gewesen.

In einer Woche benötigt der VfL einen noch mutigeren Auftritt vor eigenem Publikum, um gegen den Titelverteidiger weiterzuziehen.

Spiel kompakt

Olympique Lyon: Bouhaddi – Bronze, M’Bock, Renard, Majri – Kumagai, Henry (87. Cascarino), Maroszan – Fishlock (58. van de Sanden) – Le Sommer, Hegerberg.

VfL Wolfsburg: Schult – Blässe (46. Maritz), Fischer, Goeßling, Peter – Neto (82. Masar), Gunnarsdottir – Hansen, Harder, Popp – Pajor.

Tore: 1:0 Le Sommer (11.), 2:0 Renard (18.), 2:1 Fischer (64.)

Gelbe Karten: Peter / van de Sanden, Maroszan, Le Sommer.

Schiedsrichterin: Kateryna Monzul (Ukraine).

Zuschauer: 17.840 im Groupama-Stadion.

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