8:0 - Die VfL-Frauen schießen sich für Lyon warm

Wolfsburg.  In der Bundesliga gelingt einer durchgemischten Mannschaft der VfL-Fußballerinnen ein 8:0-Kantersieg gegen Schlusslicht Mönchengladbach.

Alexandra Popp (2. v. r.) brach mit ihrem Treffer in der 18. Minute den Bann, am Ende gewannen die VfL-Fußballerinnen die Generalprobe für Lyon mit 8:0.

Alexandra Popp (2. v. r.) brach mit ihrem Treffer in der 18. Minute den Bann, am Ende gewannen die VfL-Fußballerinnen die Generalprobe für Lyon mit 8:0.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Der VfL ist gerüstet für die hohe Hürde im Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch (18.15 Uhr, AOK-Stadion) gegen Olympique Lyon. In der Bundesliga schossen sich Wolfsburgs Fußballerinnen schon einmal warm, besiegten Schlusslicht Borussia Mönchengladbach nach einem 7:0 im Hinspiel auch zu Hause vor 1700 Zuschauern deutlich mit 8:0 (3:0).

VfL-Coach Stephan Lerch tauschte vor dem so wichtigen Champions-League-Spiel (Hinspiel 1:2) gegen Lyon munter durch. Gleich fünf Feldspielerinnen bekamen zunächst eine Pause, unter anderem die Toptorjägerinnen Ewa Pajor und Pernille Harder. Und so brauchte dieser neuformierte VfL auch ein wenig, um in Schwung zu kommen. Zumal sich Gladbach wie erwartet komplett um den eigenen Strafraum verschanzte. Vor allem nach Ecken entwickelte Wolfsburg Gefahr – und nach einer solchen gingen die Gastgeberinnen auch in Führung. Katharina Baunach servierte mit Schärfe an den Fünfmeter-Raum, Alexandra Popp stieg am höchsten – das 1:0 nach 18 Minuten.

Damit war der Bann allerdings noch nicht so richtig gebrochen, weil die Borussia wenig anbot und immer wieder einen Fuß dazwischen bekam und dem VfL es vor dem Tor an der nötigen Präzision fehlte. Caroline Hansen verfehlte zweimal aus der Distanz, Popp ein weiteres Mal per Kopf. Stattdessen war die erste Halbzeit ein Ecken-Festival – 14:0 Ecken zählte die Statistik in den ersten 45 Minuten. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte schraubte die auffällige Hansen – eigentlich Wolfsburgs Topvorbereiterin – mit einem Doppelpack binnen fünf Minuten das Ergebnis in die Höhe. Kurioserweise übrigens nicht nach einer Ecke, sondern jeweils aus dem Spiel heraus (36./40.). „Caro und ich waren diejenigen, die ein Zeichen setzen mussten. Dass es gerade uns beiden so gut gelungen ist, war umso besser“, meinte Popp.

Die Gäste kamen einen Tick offensiver aus der Kabine, einmal musste VfL-Keeperin Almuth Schult sogar eingreifen, doch Emily Evers konnte sie nicht überwinden. Binnen neun Minuten machte Wolfsburg aus einem sicheren Erfolg einen Kantersieg: Baunach belohnte sich für eine gute Leistung auf der Doppelsechs (58.) mit dem 4:0, Popp traf per Doppelpack, ein Traumtor aus 20 Metern in den Knick inklusive (61./64.) und Noelle Maritz durfte nach butterweicher Flanke von Hansen auch noch treffen (66.). Gladbach war endgültig geknackt.

Als Lerch für die Schlussphase auch noch Pajor und Harder brachte, musste man Schlimmes für die Borussia befürchten – doch das Torjägerinnen-Duo hielt sich zurück, Pajor legte lediglich noch einen Treffer nach. Die Wolfsburgerinnen gingen in den letzten Minuten geradezu fahrlässig mit ihren Chancen um, vor allem Ella Masar verpasste es, einen zweistelligen Sieg herauszuschießen. Auch wenn Gladbach von der Stärke her rein nichts mit Lyon zu tun haben wird: Der VfL hat sich warmgeschossen. Lerch konstatierte zufrieden: „Wir wollten ein souveränes Spiel auf den Platz bringen und ein souveränes Ergebnis erzielen. Das ist uns unter dem Strich gelungen.“

Vermutlich genauso wichtig: Der VfL legte wieder einmal einige Tore gegenüber dem punktgleichen Verfolger Bayern München vor, das beim 1. FFC Frankfurt mit 3:0 gewann. Popp sagte: „Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen, deswegen können wir froh sein, dass wir so hoch gewonnen haben.“

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