Das ist das neue Reich der VfL-Frauen

Wolfsburg.  Nach dem Umzug aus den Containern in den Keller des Leistungszentrum gibt’s für die neuen Räumlichkeiten der Wolfsburger Fußballerinnen viel Lob.

Die VfL-Fußballerinnen stellten ihren neuen Kabinentrakt im Keller des Leistungszentrums am Elsterweg vor.

Die VfL-Fußballerinnen stellten ihren neuen Kabinentrakt im Keller des Leistungszentrums am Elsterweg vor.

Foto: Helge Landmann / regios24

Fast sechs Jahre lang hatte der VfL Wolfsburg seine Weltklasse-Frauenmannschaft in Containern am Elsterweg untergebracht. Jetzt hat der Klub seinen Fußballerinnen für etwa 300.000 Euro ein neues Reich gestellt. Bereits zum Beginn der Vorbereitung ist der nationale Doublesieger rund 200 Meter weiter gezogen. Nun stellte der VfL die neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Reha-Zentrum am Elsterweg in größerer Runde vor.

Aus dem Container in den Keller? Das scheint nur auf den ersten Blick keine Verbesserung zu sein für ein Team, das in allen drei Wettbewerben nach dem Maximum strebt. Und vermutlich kann der VfL-Keller auch nicht mit den modernen Komplexen von Topteams wie Olympique Lyon mithalten. Aber dennoch hat der VfL einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht: Vom Platz her haben sich die Fußballerinnen im Keller des Leistungszentrums am hinteren Ende des großen VfL-Areals am Elsterweg verdoppelt. Hatten sie vorher 282 Quadratmeter, sind es nun 595. 27 Spielerinnen finden in der Kabine Platz. Die Spinde haben sie mitgenommen. Um alle in einem Raum unterbringen zu können, musste maßgenau gearbeitet werden.

Die Idee zum Umzug war Ralf Kellermann, dem sportlichen Leiter der VfL-Frauen, und dem Trainerteam bei einer Klausurtagung im Harz gekommen. Die findet in jedem Sommer statt, das finanzieren die Teilnehmer auch aus eigener Tasche. Mit der Idee im Gepäck kehrten sie zurück – und rannten offene Türen ein. „Wir hatten sofort die Zustimmung für die Idee. Alle haben von der ersten Sekunde an Vollgas gegeben“, so Kellermann.

Die Kellerräume hatten nach dem Auszug des Reha-Zentrums leer gestanden, der Gesamtverein war froh, mit der Fußball-GmbH schnell einen neuen Mieter gefunden zu haben. Beim Rundgang am Dienstag schauten auch die Aufsichtsratsmitglieder Klaus Mohrs, Wolfgang Hotze und Peter Haase vorbei. Auch Stephan Ehlers, Geschäftsführer des e. V., und GmbH-Geschäftsführer Michael Meeske ließen sich die Führung nicht entgehen. Der für die Frauen zuständige Geschäftsführer Tim Schumacher sprach von einer „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten: „Die Infrastruktur ist für die Frauen ein wichtiger Faktor. Wir wollen in dem Bereich wettbewerbsfähig bleiben.“ Kellermann betonte: „Für uns ist es ein Riesenschritt.“

Optisch sind die Räume in etwa so gehalten wie das VfL-Center im Allerpark und hier und da fehlen ein paar Bilder an den Wänden. Ansonsten kann sich das neue Reich der Frauen sehen lassen: Das Trainerteam hat hier seine Büroräume, Betreuer Jörg „Kulle“ Schmidt ein großes Reich, die Wäsche muss nicht mehr von A nach B transportiert werden. Und für die Spielerinnen gibt’s neben der Kabine auch einen großen Kraftraum, einen Nassbereich mit fünf Duschen und Eistonne, einen Raum für die Behandlung bei den Physios und einen Besprechungsraum.

Und was sagen die neuen Bewohner über den Arbeitsbereich? „Mir gefällt es auf jeden Fall. Wir sind eng an der Mannschaft dran, man kann immer ein kurzes Gespräch führen“, so VfL-Coach Stephan Lerch. Für Zsanett Jakabfi ist es bereits der zweite Umzug. Die ungarische Stürmerin ist eine der dienstältesten Spielerinnen und kennt sogar noch die ganz alten Kabinen: „Für mich war schon der Umzug in die Container ein Schritt nach vorn. Jetzt ist es noch einmal besser. Es liegt alles nah beieinander, und die Wege sind kurz.“

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