Fast nur Lob fürs Hygienekonzept der VfL-Frauen

Wolfsburg.  Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie durften 500 Fans zu einem Spiel des Frauen-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Zwei Kritikpunkte gab es.

Trotz strenger Auflagen hatten die Fans der VfL-Frauen Spaß im Stadion.

Trotz strenger Auflagen hatten die Fans der VfL-Frauen Spaß im Stadion.

Foto: Darius Simka / regios24

Vom Ergebnis her avancierte der Saisonauftakt der Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am Freitag mit dem 3:0-Heimsieg im Eröffnungsspiel der Frauen-Bundesliga gegen die SGS Essen zu einem Erfolg. Doch mindestens genauso wichtig ist das Fazit nach dem erstmalig nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie wieder erlaubten Zuschauerbesuch im AOK-Stadion. Die Bilanz fällt ähnlich aus wie die sportliche: Es war ein guter Start, aber alles passte noch nicht.

Wiltrud Schimmack, Vorsitzende des Fanklubs Wölfinnenfamily, und ihr Vorstandskollege Sven Stuhlemmer hatten sich im Vorfeld der Partie bereiterklärt, für unsere Zeitung das Stadionerlebnis mit den 500 zugelassenen Zuschauern und unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln unter die Lupe zu nehmen und anschließend ihre Eindrücke zu schildern. Die gute Nachricht vorweg: Beide zeigten sich zufrieden mit dem Gesehenen und fühlten sich ob der Vorkehrungen sicher.

Nicht ganz reibungslos

Aber: Ganz reibungslos lief noch nicht alles. Ein Fauxpas unterlief dem Sicherheitspersonal demnach schon am Eingang. Dort mussten die Besucher nach der Handdesinfektion einen Corona-Fragebogen ausfüllen, in dem auch die Kontaktdaten zur Nachverfolgung aufzuführen waren. Doch ein Teil der Fans wurde von den Ordnern mit dem Formular auf die Sitzplätze geschickt. „Darauf sprachen mich Fans auch an. Im Laufe des Spiels sammelte der VfL die Fragebögen aber ein“, berichtete Schimmack.

Stuhlemmer indes wunderte sich über eine ungewöhnliche Maßnahme. Er hatte zusammen mit seiner Frau Karten erworben. Als er zu seinem Platz kam, musste er aber feststellen, dass die Eheleute nicht nebeneinander saßen. „Es waren immer zwei zusammenhängende Plätze freigeben, dann folgten vier gesperrte Sitze. Sowohl meine Frau als auch ich saßen neben einer fremden Person. Sicherer wäre es doch gewesen, wenn Personen aus demselben Haushalt auch zusammengesessen hätten“, sagte er.

Vorbildliches Verhalten

Dann hörte die Kritik der beiden Fußballfans aber auch schon auf. Übereinstimmend berichteten sie, dass sich die anwesenden Zuschauer vorbildlich verhalten haben und auch das VfL-Personal im Stadion einen tollen Job gemacht hat. Der Einlass erfolgte in vorher festgelegten Zeitabständen, damit es nicht zu Gedränge an den Toren kam. Beim Betreten der Arena bis zum Erreichen des Sitzes musste Mund-Nase-Schutz getragen werden. Das galt auch beim Gang zu den Kiosken, an denen es nach dem Bezahlen nur Getränke in kleinen PET-Flaschen und Brezel gab, und zu den Toiletten, in denen sich deutlich weniger Menschen gleichzeitig aufhalten durften als normalerweise. Vor Spielbeginn wurde zudem auf der Videowand und durch den Stadionsprecher noch einmal auf die Corona-Regeln hingewiesen.

Die deutlich kleinere Kulisse finden Schimmack („Man hört seine eigenen Anfeuerungsrufe und erschrickt sich“) und Stuhlemmer („Ich hoffe, es dürfen bald noch mehr Fans werden“) ungewohnt. Beide haben nach der gemachten Erfahrung Vertrauen in das Hygiene-Konzept des VfL und kommen gern und mit gutem Gefühl wieder.

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