VfL-Frauen erreichen Etappenziel nach Jakabfi-Dreierpack

Wolfsburg.  Einen 4:1-Sieg landet der VfL Wolfsburg in der Frauenfußball-Bundesliga in Hoffenheim. Doch auch Probleme treten wieder offen zutage.

Zsanett Jakabfi avancierte mit drei Treffern und einer Torvorlage beim 4:1-Erfolg in Hoffenheim zur Matchwinnerin des VfL Wolfsburg.

Zsanett Jakabfi avancierte mit drei Treffern und einer Torvorlage beim 4:1-Erfolg in Hoffenheim zur Matchwinnerin des VfL Wolfsburg.

Foto: imago/foto2press

Etappenziel erreicht: Mit einem 4:1 (3:1)-Sieg bei der vor der Saison als Top-3-Kandidat gehandelten TSG 1899 Hoffenheim geht der VfL Wolfsburg in die Länderspielpause der Frauenfußball-Bundesliga. In einem offenen Schlagabtausch behielten die „Wölfinnen“ ihre weiße Weste. Die vorhandenen Probleme traten jedoch offen zutage.

Angesichts von vier eigenen Toren durch Zsanett Jakabfi (3) und Alexandra Popp klingt es komisch, aber: Die Chancenverwertung war fahrlässig. Und: In der Defensive ist der VfL anfällig, wenn es schnell geht. Da stimmt es schon im Umschaltspiel des defensiven Mittelfeldes nicht.

Bremer nur Ersatz

VfL-Trainer Stephan Lerch verzichtete gegen ebenfalls von Ausfällen geplagten Gastgeberinnen auf eine echte Zentrumsstürmerin. Die zuletzt angeschlagene Pauline Bremer (Sprunggelenk) saß trotz des Weggangs von Pernille Harder und der Verletzung von Ewa Pajor (Knie/fällt bis Jahresende aus) nur auf der Bank. Lerch stellte Kapitänin Alexandra Popp in die Angriffsmitte und ließ dahinter mit einer Dreierkette agieren.

In der nahm die Ungarin Zsanett Jakabfi die rechte Position ein und sorgte für viel Gefahr. Schon in der dritten Minute traf sie nur das Außennetz. Die TSG störte früh, dadurch boten sich dem VfL Räume, wenn er nicht an der hochstehenden ersten Linie des Gegners hängenblieb. Doch beste Chancen ließ der Meister wie schon gegen Essen aus. Erst verstolperte Svenja Huth (10.) einen Lena-Oberdorf-Querpass, dann rutschte der unbedrängten Jakabfi nach Huth-Zuspiel vor dem halbleeren Tor unbedrängt der Ball über den Spann.

Huth als Vorbereiterin

Doch nur Sekunden später sorgte eine Kombination der beiden Wolfsburgerinnen für die verdiente Führung. Huth legte so millimetergenau auf, dass Jakabfi mit der Innenseite aus Nahdistanz nicht vorbeischießen konnte – 1:0 (12.) für die Gäste. Jakabfi hatte zwei weitere Möglichkeiten in der Folge. Innerhalb einer Minute wurde erst ihr Schuss geblockt, anschließend stand sie bei ihrem Kopfballtreffer im Abseits (23.).

Die Hoffenheimerinnen verlegten sich nun aufs Kontern. Gleich der erste Versuch saß. Über drei Stationen gelangte die Kugel zu Nicole Billa. Die als VfL-Neuzugang gehandelte Österreicherin unterstrich ihre offensiven Qualitäten mit dem 1:1. Ihr 40. Bundesliga-Treffer im 99. Spiel war ein Bewerbungsschreiben par excellence.

VfL ausgekontert

Das Spiel stand auf der Kippe. Paulina Krumbiegels Hereingabe verpasste Tabea Waßmuth um eine Fußspitze. Nach einer VfL-Ecke warf die erst 18-jährige TSG-Ersatztorhüterin Ann-Kathrin Dilfer schnell und weit auf Waßmuth ab. Die ließ sich mit Ball im Sprintduell mit Lena Goeßling nicht einholen. Wolfsburgs Schlussfrau Katarzyna Kiedrzynek (39.) bewahrte ihr Team in der Szene ebenso vor einem Rückstand wie vier Minuten später bei Krumbiegels Kopfball (43.).

Als es schon danach aussah, dass beide Teams mit einem Unentschieden in die Kabinen gehen würden, schlug der VfL im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt zu. Jakabfi (44.) bestrafte einen Dilfer-Patzer nach hoher Hereingabe. Popp (45.+2) traf per Kopf, nachdem Sekunden zur Felicitas Rauch den Ball nicht im leeren Tor untergebracht hatte – 3:1 für den Favoriten.

Jakabfi zur Entscheidung

Der schaltete nach dem Seitenwechsel zu früh in den Schongang. Waßmuth (47.) schloss einen Konter nur halbherzig ab, und Krumbiegel (48.) scheiterte wieder an Kiedrzynek. Glück gehabt! Auf der anderen Seiten trafen Popp und Rauch binnen weniger Sekunden nur die Latte (50.) und schoben die Verantwortung kurz darauf auf die andere weiter (57.). Nur gut, dass dazwischen erneut Jakabfi (53.) nach Popp-Pass zum 4:1-Endstand getroffen hatte. Nun brannte nichts mehr an. Erwähnenswert nur noch aus VfL-Sicht: Die 17-jährige Lisanne Gräwe feierte eine Viertelstunde vor Schluss ihre Bundesliga-Premiere.

Spiel kompakt:

TSG 1899 Hoffenheim: Dilfer – Rall, Wienroither, Naschenweng – Waßmuth (64. Hagel), Harsch, Dongus, Krumbiegel (84. Fühner) – Lattwein – Beuschlein (64. Brand), Billa (76. Steinert).

VfL Wolfsburg: Kiedrzynek – Wedemeyer (77. Blässe), Goeßling, Janssen, Hendrich – Engen (62. Dickenmann), Oberdorf (86. Cordes) – Jakabfi, Huth (77. Gräwe), Rauch (62. Wolter) – Popp.

Tore: 0:1 Jakabfi (12. Minute), 1:1 Billa (28.), 1:2 Jakabfi (44.), 1:3 Popp (45+2), 1:4 Jakabfi (53.).

Gelbe Karten: Wienroither.

Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Backnang).

Zuschauer: 230.

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