Von Triple-Sieger Lyon: VfL holt Shanice van de Sanden

Wolfsburg.  Im Champions-League-Finale 2018 schockte die niederländische Nationalspielerin die VfL-Frauen, nun unterschrieb sie in Wolfsburg bis Sommer 2022.

Im Champions-League-Endspiel in San Sebastian jubelte Shanice van de Sanden noch mit Olympique Lyon, nun wechselt die niederländische Nationalspielerin zum VfL Wolfsburg, unterschrieb einen Vertrag bis 2022.

Im Champions-League-Endspiel in San Sebastian jubelte Shanice van de Sanden noch mit Olympique Lyon, nun wechselt die niederländische Nationalspielerin zum VfL Wolfsburg, unterschrieb einen Vertrag bis 2022.

Foto: Clive Brunskill / AFP

Shanice van de Sanden wurde im Champions-League-Finale 2018 zum Albtraum für die Fußballerinnen des VfL, jetzt wechselt die niederländische Nationalspielerin nach Wolfsburg. Der VfL verpflichtet die 27-jährige Stürmerin von Olympique Lyon, gab ihr einen Vertrag bis 2022 – und eine Rückennummer mit Symbolkraft.

Doch eins nach dem anderen: Am 23. Mai 2018 war der VfL ganz dicht dran am Königsklassen-Sieg, Pernille Harder hatte kurz nach Beginn der Verlängerung zum 1:0 für die Wolfsburgerinnen getroffen. Dann wechselte Lyon, brachte van de Sanden. Während die Grün-Weißen, nunmehr in Unterzahl, dem hohen Tempo Tribut zollten, sorgte die Niederländerin auf der rechten Außenbahn für mächtig Wirbel und war mit ihrer Geschwindigkeit nicht zu stoppen. Die Konsequenz: Olympique drehte das Finale in Kiew, und van de Sanden hatte mit drei Vorlagen beim 4:1 nach Verlängerung als Joker einen riesengroßen Beitrag geleistet.

In Lyon war van de Sanden nicht mehr erste Wahl

Ihr Problem beim französischen Spitzenteam: Mit Lyon gewann sie zwar alles, holte zwei Mal das Triple und besiegte den VfL auch im Champions-League-Endspiel 2020 Ende August in San Sebastian. Zur ersten Elf gehörte sie aber zumindest in den vergangenen zwei Jahren nicht. Bei 17 Einsätzen in der Saison 2019/20 wurde die Angreiferin 14 Mal eingewechselt. Dennoch sagt Ralf Kellermann, der sportliche Leiter der VfL-Frauen: „Ich bin wirklich sehr glücklich über die Verpflichtung von Shanice. Sie ist eine sehr erfolgreiche und international erfahrene Spielerin, die mit Lyon die Champions League in den letzten Jahren dominiert hat und einen großen Anteil an den Erfolgen ihrer Nationalmannschaft hat.“ Mit den niederländischen Frauen wurde die 27-Jährige Europameisterin und Vize-Weltmeisterin, erzielte in 79 Länderspielen 18 Treffer.

Sie selbst sagt über ihren Wechsel: „Ich freue mich sehr. Der VfL agiert seit Jahren in Europa auf allerhöchstem Niveau und natürlich möchte ich mit diesem Team auch in Zukunft um Titel spielen. Ich kann es kaum erwarten, zum Team zu stoßen und diese neue Herausforderung anzugehen.“ Ihr Wechsel nach Wolfsburg kommt insofern überraschend, als dass die Niederländerin ihren Vertrag bei Olympique erst im Juni bis 2021 verlängert und bereits drei Saisonspiele in Frankreich absolviert hat. Allerdings: Im Kader Lyons herrscht ein Überangebot an Stürmerinnen, selbst ohne van de Sanden werden hier immer noch neun Spielerinnen geführt. Es ist denkbar, dass der VfL eine Ablöse an Lyon bezahlt hat.

Van de Sanden erhält beim VfL Harders Nummer 22

In Wolfsburg erhält van de Sanden die Nummer 22. Symbolträchtig ist diese deshalb, weil es die Nummer von Pernille Harder ist, die der VfL kurz nach deren offenbar erzwungenen Wechsel zum FC Chelsea nach London gleich wieder vergeben hat. Harders kurzfristiger Weggang war für die Wolfsburgerinnen ein ganz schwerer Schlag, sie war die Schlüsselspielerin im Angriff und die überragende Offensivspielerin in der Liga. Dass nun die Niederländerin diese Nummer erhält, die vorher die 11 auf dem Rücken trug, kann man auch als Zeichen werten.

Doch so oder so: Man kann davon ausgehen, dass dem VfL-Schreck von 2018 in Wolfsburg 2020 eine gewichtige Rolle in der Offensive zukommt. Neben dem Harder-Weggang werden die Grün-Weißen in der Hinrunde auch ohne die verletzte polnische Topstürmerin Ewa Pajor auskommen müssen. Kellermann betont: „Shanice wird unseren Kader mit ihren herausragenden individuellen Fähigkeiten bereichern, und ich bin sehr zuversichtlich, dass sie sich dank ihrer Teamplayer-Qualitäten auch schnell bei uns integrieren wird.“ Denkbar, dass Coach Stephan Lerch seine neue Nummer 22 gleich am Sonntag (14 Uhr) im Heimspiel gegen Aufsteiger SV Meppen spielen lässt.

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