VfL-Frauen: Mit geschärften Sinnen gegen Duisburg

Wolfsburg.  Nach dem Last-Minute-Schock in Freiburg will der VfL Wolfsburg in der Frauenfußball-Bundesliga eine Reaktion gegen Kellerkind MSV zeigen.

Im Sturmzentrum sind die Probleme beim VfL vor dem Heimspiel gegen Duisburg am größten: Nach den Verletzungen von Pauline Bremer (3. von rechts) und Alexandra Popp (ganz rechts) sind Zsanett Jakabfi (links) und Svenja Huth (2. von rechts) neben Karina Saevik die Wolfsburger Optionen für den Angriff.

Im Sturmzentrum sind die Probleme beim VfL vor dem Heimspiel gegen Duisburg am größten: Nach den Verletzungen von Pauline Bremer (3. von rechts) und Alexandra Popp (ganz rechts) sind Zsanett Jakabfi (links) und Svenja Huth (2. von rechts) neben Karina Saevik die Wolfsburger Optionen für den Angriff.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Der Schock saß tief bei den Fußballerinnen des VfL nach dem Last-Minute-Ausgleich am Sonntag beim 1:1 in Freiburg. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren haben die Wolfsburgerinnen Bundesliga-Punkte gegen eine Mannschaft liegen gelassen, die nicht Dauerrivale FC Bayern war. Zuvor war das beim 0:0 gegen Essen im Dezember 2018 der Fall gewesen. Doch die Geschehnisse sind aufgearbeitet, erklärt Stephan Lerch. Der VfL-Trainer sagt über die Eindrücke der Trainingswoche vor dem Spiel am Sonntag gegen den Tabellenvorletzten MSV Duisburg: „Die Reaktion im Training war sehr fokussiert und konzentriert.“

Leicht, so betont der Coach, sei es nach dem Doppel-Schock in Freiburg nicht gewesen. Erst hatte sich Alexandra Popp verletzt und sich eine Kapselverletzung im Fußrücken zugezogen, dann kassierte seine Elf trotz vorheriger drückender Überlegenheit noch das 1:1 in Unterzahl, weil er vor Popps Verletzung bereits alle Wechseloptionen gezogen hatte. „Psychologisch war der Ausgleich schon heftig. Alle waren erst einmal unzufrieden und niedergeschlagen“, berichtet der 36-Jährige. „Da mussten wir uns erst einmal schütteln.“

Lerch über Trainingswoche: „Reaktion war gut“

Das ist längst passiert, das Freiburg-Spiel aufgearbeitet – und abgeschlossen. „Die Reaktion auf dem Platz war gut“, betont Lerch. Das Remis habe noch einmal „alle Sinne geschärft“. Ihm ist dabei wichtig zu betonen, dass das Ergebnis nicht nötig gewesen sei. Immer wieder rannten die Wolfsburgerinnen gegen den tief stehenden Gegner an und fanden trotzdem Lösungen, um zum Torabschluss zu kommen. Der ist aktuell das größte Manko beim nationalen Doublesieger der vergangenen vier Spielzeiten. „Das Positive ist, dass wir immer wieder in die Positionen kommen und uns Chancen kreieren,“ so Lerch.

Noch gezielter Abschlüsse im Training zu üben, sei kein Thema. Auch so fließt dieser Aspekt regelmäßig in die Einheiten ein. Der Chancenverwertung darüber hinaus einen exponierten Stellenwert zu geben, sorge eher dafür, dass die Spielerinnen verkrampfen, der Druck zu groß wird. „Wir dürfen da auch nicht verkrampfen“, sagt er.

Jakabfi, Huth oder Saevik – wer stürmt für den VfL?

Personell kann der VfL-Trainer dabei nicht allzu groß reagieren. Popp ist nicht die erste Offensivspielerin, die ihm durch eine Verletzung als Option weggebrochen ist. Wenige Tage zuvor hatte es Pauline Bremer erwischt (Kreuzbandriss). Bereits vor dem Bundesliga-Start waren Torjägerin Ewa Pajor (Knie-OP) und Fridolina Rolfö (Gehirnerschütterung) ausgefallen. Wie die Wolfsburgerinnen das Dilemma an vorderster Front lösen wollen? Lerch wollte sich vor Duisburg noch nicht genau festlegen. Die gerade wiedergenesene Zsanett Jakabfi, Offensiv-Allrounderin Svenja Huth und Neuzugang Karina Saevik sind seine drei Optionen für das Angriffszentrum. „Eine dieser drei Spielerinnen sollte man auf der Rechnung haben“, sagt der Trainer.

Da sie beim VfL allerdings damit rechnen, dass – wie fast alle anderen Bundesligisten auch – der MSV den Meister und Pokalsieger wieder mit einer Fünfer-Abwehrkette und dicht gestaffelt am eigenen Strafraum erwarten wird, kommt es auf diese einzelne Position auch gar nicht so sehr an. Lerch: „Es geht nicht darum, eine Spielerin in der Box vor dem Tor zu haben, sondern möglichst viele.“ Das würde die Chancen auf Treffer erhöhen. Und es wäre die erhoffte Reaktion auf den späten Schock von Freiburg.

VfL Wolfsburg – MSV Duisburg, Sonntag, 14 Uhr, AOK-Stadion. Tickets für die Partie sind noch erhältlich, allerdings ausschließlich im Wölfe-Shop im Internet.

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