VfL-Zugang Blomqvist weiß, wie man die Bayern ärgert

Wolfsburg.  Wolfsburgs Bundesliga-Fußballerinnen sichern sich die Dienste der 23-jährigen Schlüsselspielerin des schwedischen Meisters Göteborg.

Rebecka Blomqvist von Schwedens Meister Göteborg verstärkt die VfL-Fußballerinnen ab Dezember.

Rebecka Blomqvist von Schwedens Meister Göteborg verstärkt die VfL-Fußballerinnen ab Dezember.

Foto: MAXIM THORE / imago images/Bildbyran

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben vor dem Start der Champions-League-Saison 2020/21 noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und die schwedische Nationalspielerin Rebecka Blomqvist vom frischgebackenen Damallsvenskan-Meister Kopparbergs/Göteborg FC für die Offensive verpflichtet. Trotz schon 32 Bundesliga-Treffern hakt es beim Team von VfL-Coach Stephan Lerch vor allem im Angriff. Blomqvists Vertrag in Wolfsburg gilt vom 1. Dezember an bis zum 30. Juni 2023. Inwiefern sie sofort helfen kann, wird sich zeigen müssen, eine klassische Torjägerin ist sie (noch) nicht. Dafür weiß sie bereits etwas, was für die Wolfsburgerinnen ziemlich nützlich werden kann – wie man die Bayern ärgert...

Denn in der vergangenen Königsklassen-Spielzeit fehlte nicht viel und Blomqvists Klub hätte die Münchnerinnen in der Auftaktrunde besiegt. Nur die Auswärtstorregel verhinderte den Achtelfinaleinzug. Nach einem 1:2 im Hinspiel schoss die Neu-Wolfsburgerin im Rückspiel das 1:0-Siegtor, das am Bayern-Campus aber nicht mehr reichte. Der VfL ist nach vier Titeln in Serie in dieser Saison im Hintertreffen. Der Rückstand auf München beträgt aktuell deshalb nur zwei Punkte, weil Bayern noch ein Spiel weniger hat.

Blomqvist als weitere Alternative für den Angriff

Beim VfL freut man sich über eine weitere Alternative in der Abteilung Attacke. Verletzt fallen Kapitänin Alexandra Popp, Ewa Pajor und Pauline Bremer aktuell aus. Popp und Pajor können wohl erst im neuen Jahr wieder angreifen, mit Bremer (Kreuzbandriss) rechnen sie in Wolfsburg sicher erst in der kommenden Saison. Das wohl größte Loch riss der kurzfristige Weggang Pernille Harders zum FC Chelsea Ende August/Anfang September. „Gerade mit Blick auf unsere durch Abgänge und Verletzungen angespannte Personalsituation sowie den vollgepackten Terminkalender in den nächsten Wochen und Monaten sind wir sehr froh, unseren Kader mit Rebecka auch in der Breite verstärken zu können“, betont daher Ralf Kellermann, der sportliche Leiter der VfL-Frauen.

Blomqvist, nur 1,70 Meter groß und 62 Kilogramm schwer, gehörte in den vergangenen zwei Jahren zu den treffsichersten Angreiferinnen in Schweden und zu den Eckpfeilern Göteborgs im gerade beendeten Meisterjahr. Laut Soccerdonna hat sie in 124 Erstliga-Spielen 46 Tore erzielt und 29 weitere aufgelegt. „Sie ist als torgefährliche Allrounderin auf nahezu allen Offensivpositionen einsetzbar“, sagt Kellermann. In der zurückliegenden Sommer-Transferperiode hat der sportliche Leiter bereits mehrfach zugeschlagen, um die Offensive zu verstärken. Doch bisher tun sich die erst Mitte September verpflichteten Karina Saevik (kam von Paris St. Germain) und Shanice van de Sanden (kam von Olympique Lyon) noch schwer. Und Bremer verletzte sich im Oktober schwer.

Blomqvist freut sich auf „den nächsten Schritt“

Jetzt legt der VfL also mit Blomqvist, die seit 2014 für Göteborg spielte, noch einmal nach. „Ich bin äußerst glücklich darüber, diese Chance zu bekommen und beim VfL Wolfsburg den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen“, sagt sie. Sie erhält beim VfL die Rückennummer 16, wird nach dem EM-Qualifikationsspiel der Schwedinnen in der Slowakei am 1. Dezember in Wolfsburg erwartet und könnte bereits am 6. Dezember im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Duisburg debütieren. Auch in der Königsklasse ist der Neuzugang spielberechtigt. Ein Duell gegen ihren Ex-Klub wird es (vorerst) nicht geben. Der VfL trifft in der Runde der besten 32 auf Spartak Subotica aus Serbien.

Für die 23-Jährige, die in Göteborg vorwiegend im Sturmzentrum agierte, wird es aber erst einmal darum gehen, sich so schnell wie möglich beim VfL einzugewöhnen. Tipps holte sie sich von ihrer Landsfrau Fridolina Rolfö, verriet sie der schwedischen Zeitung Aftonbladet. „Was wir genau besprochen haben, bleibt unter uns.“ Bei Rolfö gilt als sicher, dass sie den VfL nach der aktuellen Saison verlassen wird.

Eine künftige VfLerin sorgt in den Niederlanden für Aufsehen

Übrigens: Wer sich um die VfL-Offensive der Zukunft sorgt, dem sei ein Blick in die Niederlande empfohlen. Dort kickt in dieser Saison noch Joelle Smits für die PSV Eindhoven. Die Wolfsburgerinnen haben sich die Dienste der 20-jährigen Stürmerin bereits von Sommer 2021 bis 2024 gesichert. Smits schießt für den Tabellenzweiten aus Eindhoven aktuell alles kurz und klein. Zwölf Tore stehen in acht Partien zu Buche, auch gegen ihren künftigen Trainer beim VfL, Tommy Stroot von Twente Enschede, erzielte sie einen Doppelpack.

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