Das sind die neuen Highlights der Technikmesse CES

Berlin.  Unterhaltung, Homeoffice und Sauberkeit – darauf konzentriert sich aktuell offenbar die Technikbranche. Das zeigt die Technikmesse CES.

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Das sind die beliebtesten Passwörter der Deutschen

"ichliebedich" rangiert auf Platz sechs der beliebtesten Passwörter der Deutschen. Das hat das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ermittelt. AFPTV zeigt das Ranking der beliebtesten Passwörter.

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Vor einem Jahr konnten sie noch durch die Messehallen im US-Spielerparadies Las Vegas strömen, die rund 170.000 Fachbesucher der Consumer Electronics Show (CES). Die neuesten Technikgadgets anfassen, mit 4400 Ausstellern plaudern.

Zeitgleich kamen chinesischebil Wissenschaftler der Ursache einer mysteriösen Lungenerkrankung in der Stadt Wuhan auf die Spur, an der bis dahin erst wenige Menschen erkrankt waren: einem neuartigen Coronavirus. Ein Jahr danach ist daraus eine weltweite Pandemie geworden. Und die CES 2021 findet seit Montag erstmalig als reine Digitalveranstaltung statt.

CES: Globale Technikbranche gibt sich selbstbewusst

Trotz aller Widrigkeiten gibt sich die globale Technikbranche, wie schon im Sommer zur Berliner IFA, betont selbstbewusst und pragmatisch: Die Menschen verbringen jetzt mehr Zeit zu Hause? Dann machen wir ihnen dort Unterhaltung und Homeoffice mit unseren Geräten so angenehm wie möglich! Alle legen mehr Wert auf Gesundheit und saubere Luft? Wie wär’s mit Gadgets zur Desinfektion per UV-Licht, tragbaren Luftfiltern und Reinigungsrobotern?bi

Die Hersteller richten die Trends fürs kommende Jahr am neuen Alltag der Verbraucherinnen und Verbraucher aus. Und der spielt sich wohl noch eine ganze Weile zumeist in den eigenen vier Wänden ab – zum Beispiel vor dem Fernseher. Hier heißt der wichtigste Trend der CES laut Analysten: Mini-LED und 8K-Auflösung.

TV-Geräte setzen auf noch bessere Bildqualität

TV-Bildschirme mit Mini-LED gehören technisch zwar zu den LCD-Fernsehern. Doch anders als derzeitige Modelle in vielen Wohnzimmern, in denen etwa 50 LED-Lampen stecken, verwenden sie Zehntausende winzige LED-Lämpchen als Hintergrundbeleuchtung. Diese werden in einzelne Dimmzonen zusammengefasst, um hellere Bildbereiche genauer zu beleuchten und in dunkleren Bildbereichen ein satteres Schwarz darzustellen.

Letzteres können aktuelle OLED-Fernseher schon gut. Die sind aber recht teuer, und Mini-LED-Geräte erreichen eine größere Helligkeit. Mit LG, Samsung und Sony zeigen neben anderen drei namhafte Hersteller im Rahmen der digitalen CES eigene TV-Modelle mit Mini-LED.

LG stellt gleich zehn Fernseher dieser Bauart in verschiedenen Bildschirmgrößen mit 4K- und 8K-Auflösungen vor. QNED („Quantum Nanocell Emitting Diode“) heißt dort die neue Mini-LED-Technik. Sie soll dank bis zu 30.000 LED laut LG für eine bisher bei LCD-TVs unerreichte Bildqualität sorgen und auch mit teureren OLED-Geräten mithalten können. Mit 120 Hertz Bildwiederholrate soll sie Bilder extrem flüssig darstellen.

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Fernseher soll erkennen, wo die Zuschauer hinschauen

Samsung tauft seine Vorzeigemodelle Neo QLED. Ein 4K- und ein 8K-Modell mit Quantum-Mini-LED-Technologie hat der Hersteller kurz vor Beginn der CES vorgestellt. Dank neuer Lichtsensoren („HDR10+ Adaptive“) sollen viele der neuen Samsung-Fernseher zudem ihre Bilddarstellung an die Umgebungshelligkeit anpassen können.

Bei Sonys neuen TVs der bekannten Bravia-Reihe werden Bild und Ton laut Hersteller von einem Prozessor mit „kognitiver Intelligenz“ unterstützt. Der schlaue „XR“-Chip im Fernseher soll so erkennen können, auf welche Objekte im Bild sich der Zuschauer gerade fokussiert, und dort Details besonders hervorheben. Die Größen gehen bei allen Herstellern bis etwa 85 Zoll oder 2,16 Meter Diagonale.

TVs mit Micro-LED-Technologie sind noch sehr teuer

Preislich sollen Fernseher mit Mini-LED bald zwischen heutigen LCD- und OLED-TVs liegen. Viel teurer werden dagegen TVs mit Micro-LED-Technologie, die Samsung in diesem Jahr einführen will: Statt mit Hintergrundbeleuchtung arbeiten sie mit selbstleuchtenden Pixeln – kosten aber noch sechsstellige Summen.

Erschwinglich werden in diesem Jahr TV-Geräte mit 8K-Auflösung. Sie sind ab rund 1500 Euro erhältlich. Doch hier fehlt nach wie vor die Masse an Inhalten mit entsprechend hoher Auflösung. Und der Stromverbrauch gegenüber 4K-Fernsehern („UHD“) ist höher.

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Großformatige und gestochen scharfe Videotelefonate

Insgesamt heißt der Kurs bei TV-Geräten unverändert: Schärfer, heller, randloser. Und geht es nach den Herstellern, nutzen wir die Mattscheiben künftig nicht nur zum Fernsehen, Streamen und Spielen, sondern auch zum Arbeiten im Homeoffice.

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Moderne TVs sollen im Heimbüro den Laptop-Bildschirm drahtlos erweitern und im Großformat Videotelefonate, Excel-Tabellen oder Präsentationen gestochen scharf anzeigen. Homeoffice ist eines der Trendthemen der CES. Webcams können für Videokonferenzen immer schärfere Bilder liefern.

US-Hersteller Dell zeigt einen Monitor, der eigens für Videokonferenzen konzipiert wurde und allein stehend funktioniert. Als Nutzer kann man sich etwa hier per Gesichtserkennung bei der Videochat-Software Microsoft Teams anmelden und das Programm per Spracherkennung bedienen. Das Modell soll Gespräche in glasklarem Klang übertragen und im Februar erscheinen.

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Pandemie stärkt Bewusstsein für Gesundheit und Sauberkeit

Im Zuge der Pandemie ist laut Studien bei Verbrauchern das Bewusstsein für Gesundheit und Sauberkeit gestiegen. Somit stellen auf der Messe zahlreiche Hersteller neue Luftfiltergeräte vor. Diesen Trend füttert LG mit der tragbaren Luftfiltermaske Puricare, die gerade erst auf den Markt kam. Sie filtert die Luft und passt das Tempo der Mini-Ventilatoren an die Atemgeschwindigkeit an.

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Ebenfalls von LG kommt ein autonomer Reinigungsroboter namens CLOi. Dieser kann per Smartphone-Steuerung Flächen mit UV-Licht desinfizieren und ist vor allem für Geschäfte, Schulen oder Restaurants gedacht.

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Neben Fernsehern und Gesundheitstechnologien werden erneut Roboter, Drohnen und virtuelle Realität die Messe bestimmen. Das sagte unter anderem Gary Shapiro, Chef des CES-Veranstalters Consumer Technology Association (CTA), dem US-Technikportal „Venturebeat“. Autohersteller präsentieren sich ebenso. Die große Klammer bildet erneut das Überthema 5G. Schließlich soll die rasend schnelle Mobilfunktechnik sämtliche Geräte in der Industrie und in Smarthome-Haushalten vernetzen.

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