VW-Betriebsrat kämpft für feste Belegschaftsgrößen

Wolfsburg  Es wird ernst bei VW. Die gewinnschwache Pkw-Kernmarke muss sparen - seit dem Abgas-Skandal erst recht. Der Autobauer ringt daher um einen Zukunftspakt.

Archivfoto: Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, spricht am 08.03.2016 bei einer Betriebsversammlung im Werk.

Archivfoto: Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, spricht am 08.03.2016 bei einer Betriebsversammlung im Werk.

Foto: dpaMatthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, spricht am 08.03.2016 bei einer Betriebsversammlung im Werk. Foto: dpa

Der VW-Betriebsrat hat in den Gesprächen für einen „Zukunftspakt“ laut dpa-Informationen vier zentrale Punkte als nicht verhandelbar erklärt. Die roten Linien sind demnach: Betriebsbedingte Kündigungen dürfe es nicht geben und an bestehenden Verträgen wie dem VW-Haustarif - mit Regeln etwa für Einkommen und Arbeitszeit - sei nicht zu rütteln. Zudem müsse der geforderte Jobabbau über Frührente und Altersteilzeit „entlang der demographischen Kurve stattfinden“, das Stellenstreichen müsse sich also an vorhandenen Altersstrukturen orientieren. Die Arbeitgeber dürften den Bogen nicht überspannen.

Als Punkt vier fordert der Betriebsrat außerdem: „Standortgrößen (Beschäftigtenzahl) müssen im Rahmen des Zukunftspaktes festgelegt und garantiert werden.“ So steht es in einem Schreiben „an die Belegschaften der deutschen Volkswagen-Standorte“, das am Donnerstag während einer Betriebsversammlung im Wolfsburger Stammwerk an die Beschäftigten ging. Es lag der Deutschen Presse-Agentur vor und trägt die Unterschriften der Betriebsratschefs aus Wolfsburg, Hannover, Kassel, Salzgitter, Braunschweig, Emden und von VW-Sachsen.

Mit dem Schreiben wird klar: Dem Betriebsrat geht es darum, für die Einschnitte bei dem geplanten künftigen Stellenabbau keinen Hebel abzusegnen, den die Arbeitgeber am Ende zu weit umlegen könnten. Die Arbeitnehmerseite räumt dabei zwar ein: „Fakt ist: Derzeit reicht die Ertragskraft der Marke Volkswagen nicht aus, um in wichtige Zukunftsfelder zu investieren, von denen die Sicherheit unserer Arbeitsplätze abhängt.“ Der Zukunftspakt sei daher aber auch mehr als nur ein reines Sparprogramm. Es gehe auch um Zusagen für „Kompetenzen und Produkte an unseren Standorten“ - also letzten Endes um Arbeit für die Zukunft der Branche mit Themen wie E-Mobilität.

In Richtung des Unternehmens sagten die Betriebsratschefs: „Natürlich geht es dem Markenvorstand im Kern um etwas anderes: er will die Profitabilität der Marke Volkswagen steigern. Und kommt deshalb auch immer wieder mit Anträgen um die Ecke, die wir als Eure Arbeitnehmervertreter nicht mittragen werden.“ dpa

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