Überarbeiteter Golf VII als Symbol für Neuanfang bei VW

Wolfsburg  Premiere in Wolfsburg: Erstmals in seiner 42-jährigen Geschichte erhielt der Golf innerhalb einer Generation eine Verjüngungskur.

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen, präsentierte gestern den überarbeiteten Golf.

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen, präsentierte gestern den überarbeiteten Golf.

Foto: VW

Vorgestellt wurde der technisch und optisch überarbeitete Golf VII am Donnerstag im ebenfalls gründlich erneuerten VW-Verwaltungshochhaus in Wolfsburg. Rund 200 Journalisten aus dem In- und europäischen Ausland waren der Einladung des Autobauers gefolgt.

Zweite Premiere: Hochrangige VW-Repräsentanten geben sich zwar lockerer als in der Vergangenheit und verzichten wie Markenchef Herbert Dies auf die Krawatte. Dafür erfolgte die Präsentation durchgängig auf Englisch.

Am Stammsitz des Konzerns und der Marke wird der Golf gebaut. Er ernährt sozusagen unsere Region. Daher leitet sich seine ganz besondere Bedeutung für die Menschen zwischen Harz und Heide ab. Weitere Produktionsstandorte sind Zwickau, China, Mexiko und Brasilien.

Mehr als 33 Millionen Gölfe wurden über alle Generationen verkauft. Nach Angaben von Markenchef Diess fand allein die jüngste Generation seit 2012 mehr als 3,2 Millionen Käufer weltweit. „Der Golf ist der ultimative Volkswagen. Ich fahre den Golf, wann immer ich kann. Für mich ist es das beste und innovativste Großserien-Auto der Welt“, schwärmte er.

Der überarbeitete Golf stehe für den Neuanfang bei Volkswagen, betonte Diess. Zentrale Aufgabe sei es, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Das hatte durch den Abgas-Skandal spürbar gelitten.

Und um ein wenig Licht in die graue Novemberstimmung bei Volkswagen zu bringen, verkündete Diess die jüngsten Verkaufszahlen. So habe die Marke Volkswagen im Oktober ihre Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,4 Prozent gesteigert. 512 000 Autos seien verkauft worden. Der Markenchef kündigte für das neue Jahr mehr als zehn neue Modelle und Verjüngungskuren an.

Im Hintergrund arbeiten derweil der Vorstand der Marke Volkswagen und der Betriebsrat am sogenannten Zukunftspakt. Mit diesem Namen bezeichnet der Autobauer ein Kostensenkungsprogramm, mit dem die Marke Mittel für Investitionen in Zukunftstechnologien freisetzen und zugleich deutlich profitabler werden soll.

Spätestens 2020 sollen die Kosten für die sechs westdeutschen Werke und für VW Sachsen um drei Milliarden Euro gesenkt werden. Das Programm umfasst auch den Abbau von mehreren tausend Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren. Diess sprach Donnerstag vom größten Reformprogramm in der Geschichte der Marke.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Botox für den Golf

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