VW-Manager hofft auf Gefangenenaustausch

Detroit/Berlin  Ein US-Gericht hat den VW-Manager zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der hofft, seine Strafe in Deutschland absitzen zu können.

Oliver Schmidt ist der zweite VW-Mitarbeiter, der in der Diesel-Affäre in den USA verurteilt wurde.

Oliver Schmidt ist der zweite VW-Mitarbeiter, der in der Diesel-Affäre in den USA verurteilt wurde.

Foto: Joe Wilssens/Volkswagen

Sieben Jahre Gefängnis und eine hohe Geldstrafe: VW-Manager Oliver Schmidt bezahlt seine Rolle in der „Dieselgate“-Affäre mit der Höchststrafe. Rechtskräftig ist das Urteil der US-Gerichts allerdings noch nicht. „Wir prüfen, ob wir Rechtsmittel einlegen“, sagte sein Berliner Rechtsanwalt Alexander Sättele der „Welt am Sonntag“ (WamS).

Besonders wahrscheinlich ist das nach Angaben der Zeitung aber nicht, da die Erfolgschancen gering seien. Hinzu komme, dass ein rechtskräftiges Urteil Voraussetzung dafür sei, dass der langjährige VW-Angestellte beantragen kann, seine Haftstrafe in Deutschland absitzen zu dürfen. Entscheiden müssten darüber das US-Justizministerium und ein deutsches Gericht.

Schmidt könnte in Deutschland früher frei kommen

Die „Bild am Sonntag“ berichtet, dass es bereits Gespräche gebe. So werde ein möglicher Gefangenenaustausch diskutiert. Nach Angaben der „WamS“ hätte eine Überstellung nach Deutschland mehrere Vorteile für Schmidt. Demnach hätte er in diesem Fall die Chance, nicht erst nach sieben Jahren freizukommen. Stattdessen könne er die Haftstrafe nach der Hälfte oder zwei Dritteln auf Bewährung verbüßen. Unter bestimmten Umständen wäre laut des Berichts auch eine Unterbringung im offenen Vollzug möglich.

Schmidt saß bereits seit Jahresbeginn in den USA in Untersuchungshaft. Er war zuvor von FBI-Agenten vor dem Rückflug aus einem Winterurlaub nach Deutschland in Miami festgenommen worden. Er ist der zweite langjährige VW-Mitarbeiter, der in den USA eine harte Strafe erhalten hat.

Der Wolfsburger Autobauer hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden und Recherchen von Wissenschaftlern eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil Abgastests manipuliert zu haben. (dpa/kge)

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder