Berufswelt: Zwei Menschen sterben täglich bei der Arbeit

Berlin.  2018 sind im Schnitt zwei Menschen pro Tag bei der Arbeit – oder auf dem Weg dorthin – gestorben. Die häufigsten Ursachen dafür.

Tragischer Arbeitsunfall: Gerade sind in Eschwege drei Männer gestorben. Täglich sterben im Schnitt zwei Personen im Zusammenhang mit ihrem Job.

Tragischer Arbeitsunfall: Gerade sind in Eschwege drei Männer gestorben. Täglich sterben im Schnitt zwei Personen im Zusammenhang mit ihrem Job.

Foto: Uwe Zucchi / dpa

Es ist schnell dahergesagt, wenn jemand häufig unter schweren Bedingungen sein Geld verdient. Aber sich totarbeiten, das ist nicht nur eine Redewendung – sondern die Realität. Jeden Tag sterben zwei Menschen in Deutschland bei der Arbeit.

Gerade erst ist eine Gondel von einem Sendemasten in Hessen abgestürzt, drei Arbeiter starben beim Aufprall. Damit sind sie keine traurige Ausnahme: 2018 starben 730 Menschen bei Unfällen im Zusammenhang mit ihrem Beruf – 420 am Arbeitsplatz, 310 auf dem Weg dorthin.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) teilte dies am Mittwoch in Berlin mit. Im Vergleich zum Jahr zuvor gab es nur ein Todesopfer weniger.

Arbeitsunfälle: Leichter Anstieg – inzwischen 2400 Fälle pro Tag

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ohne Todesfolge nahm leicht um 0,4 Prozent auf 877.198 zu. Das sind im Schnitt gut 2400 Fälle am Tag. Neue Unfallrenten nach schweren Unfällen wurden gut 18.100 Arbeitnehmern zugesprochen.

Die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen entschieden auch in mehr als 78.000 Fällen, ob bei Beschäftigten eine Berufskrankheit anerkannt wird. Das war bei knapp der Hälfte (38.000) der Fall. Auch diese Zahl entspricht fast exakt dem Vorjahreswert. In der Mehrheit der Fälle ging es um Hauterkrankungen.

An den Folgen einer Berufskrankheit starben 2435 Versicherte. Die meisten von ihnen hatten Kontakt mit dem krebserregenden Stoff Asbest.

Hohe Kosten für die Krankenkassen

Insgesamt wendeten die Kassen für Leistungen, Prävention und Verwaltung 13,5 Milliarden Euro auf und damit rund 300 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann verlangte mehr staatliche Kontrollen zum Arbeitsschutz. Die Unternehmen würden im Durchschnitt nur noch alle 20 Jahre kontrolliert. „In manchen Branchen, etwa auf dem Bau oder im Gastgewerbe, schaut nur noch alle 40 Jahre ein Kontrolleur vorbei.“

Beim Absturz einer Wartungsgondel an einem Sendeturm in Hessen sind am Dienstag drei Arbeiter gestorben. Die Polizei ermittelt, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Viele Menschen sind im Beruf Krach ausgesetzt – was Lautstärke für die Gesundheit bedeutet. Immer mehr Arbeitnehmer bleiben aus psychischen Gründen Zuhause. Die Krankentage mit dieser Ursache haben sich seit 2007 verdoppelt. (ses/dpa)

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