NordLB-Chef: EU dürfte bald über Kapitalspritze entscheiden

Hannover.  Zu den geplanten Hilfen für die vor allem durch marode Schiffskredite belastete Bank wird seit langem eine Entscheidung der EU-Kommission erwartet.

Der Haushalts- und Finanzausschuss des niedersächsischen Landtages will am Mittwoch über den Gesetzentwurf zum Umbau der NordLB und die zugehörigen Garantien des Landes beraten (Archivbild).

Der Haushalts- und Finanzausschuss des niedersächsischen Landtages will am Mittwoch über den Gesetzentwurf zum Umbau der NordLB und die zugehörigen Garantien des Landes beraten (Archivbild).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

NordLB-Chef Thomas Bürkle rechnet mit einer raschen Entscheidung der EU-Kommission zu Umbau und zu Kapitalspritze der Landesbank. „Ich hoffe, dass wir diese Woche noch etwas bekommen“, sagte Bürkle am Mittwoch im Haushalts- und Finanzausschuss des niedersächsischen Landtags in Hannover. „Wir warten jeden Tag darauf.“ Die EU-Kommission hatte bisher auf Arbeitsebene grünes Licht für die Neuausrichtung der NordLB gegeben. Eine offizielle Entscheidung der Brüsseler Behörde steht allerdings noch aus. Der geänderte Staatsvertrag für die NordLB soll einem Gesetzentwurf zufolge am 6. Dezember unterzeichnet werden.

Faule Schiffskredite belasten die NordLB

Die Landesbank muss wegen Milliarden-Verlusten durch faule Schiffskredite mit 3,6 Milliarden Euro vor dem Aus bewahrt werden. Niedersachsen und Sachsen-Anhalt schießen 1,7 Milliarden Euro zu, das Sparkassen-Lager gut 1,1 Milliarden Euro. Das Geld soll den Planungen zufolge vor Jahresende fließen. Zudem stellt Niedersachsen Abschirmungen über rund fünf Milliarden Euro für Kredite bereit, die das Kapital der Bank um 800 Millionen Euro entlasten. Dafür erhält das Land im Gegenzug rund 350 Millionen Euro an Gebühren. Die NordLB soll kleiner sowie regionaler werden, die Zahl der Vollzeitstellen soll bis 2024 auf 2800 bis 3000 fallen. Zuletzt war die Zahl der Mitarbeiter von 5850 auf rund 5600 gesunken. rtr

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