Diess: VW ist in Corona-Krise stärker geworden

Wolfsburg.  Weltweit habe VW seine Marktanteile gesteigert. 47 Milliarden Euro Investitionen bis 2024 in E-Mobilität und autonomes Fahren.

VW-Chef Herbert Diess.

VW-Chef Herbert Diess.

Foto: Silas Stein / dpa

Die Corona-Krise wird den Umbau des VW-Konzerns nicht bremsen, sondern beschleunigen. Das bekräftigte Konzernchef Herbert Diess auf der ersten virtuellen Hauptversammlung des Autobauers am Mittwoch. Nach seinen Angaben werden die Wolfsburger 33 Milliarden Euro bis 2024 in die Elektro-Mobilität investieren sowie 14 Milliarden Euro in den Aufbau der eigenen IT-Kompetenz und in das autonome Fahren. „Sowohl 2019 als auch 2020 haben wir wesentliche Weichenstellungen zu einem führenden Anbieter elektrischer, digitaler Mobilität vorgenommen und wichtige Meilensteine erreicht,“ sagte er.

Trotz Corona: Schwarze Zahlen und größerer globaler Marktanteil

Trotz ernüchternder Zahlen, deren Ursache die Corona-Krise ist, war Diess um einen zuversichtlichen Ausblick bemüht. So erwarte der Konzern im September Auftragseingänge und Auslieferungen über Vorjahresniveau. Auch im weiteren Jahresverlauf werde eine Fortsetzung des Aufwärtstrends erwartet. Diess kündigte an, dass VW profitabel bleibe und auch in diesem Jahr im operativen Geschäft schwarze Zahlen schreibe. „Alle mittel- und langfristigen Prognosen sind weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten verbunden und hängen vom weiteren Verlauf der Pandemie ab“, schränkte er allerdings ein.

Der bisherige Jahresverlauf war – wie konnte es anders sein – stark von der Corona-Krise geprägt. Der VW-Konzern verkaufte laut Diess in den ersten acht Monaten weltweit 5,6 Millionen Fahrzeuge. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang von 21,5 Prozent. Allerdings hätten sich die Wolfsburger besser als der Gesamtmarkt entwickelt und ihren globalen Marktanteil daher um 0,4 Prozentpunkte auf 13 Prozent gesteigert. Bei anderen Autobauern waren die Verkaufseinbrüche demnach also noch stärker ausgeprägt. Wie Diess weiter ausführte, verzeichneten die Premium- und Luxusmarken geringere Rückgänge als die Volumenmarken und das Nutzfahrzeuggeschäft.

Wert der Stammaktien fällt Corona-bedingt um rund 30 Prozent

Am stabilsten verlief das Geschäft in der Corona-Krise nach Angaben Diess’ in China. Dort seien die Verkaufszahlen bis Ende August um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Der Konzern verfüge im Reich der Mitte über einen Marktanteil von rund 20 Prozent. In Westeuropa dagegen habe sich die Corona-Krise am stärksten ausgewirkt. Diess bezifferte die Verkaufsrückgänge auf 30,9 Prozent. Allerdings habe der Konzern seinen Marktanteil auf dem Heimatkontinent um 0,8 Prozentpunkte auf 23,7 Prozent erhöht.

Die Auswirkungen der Corona-Krise bekommen auch die VW-Aktionäre zu spüren. Stimmt die Hauptversammlung zu, wovon auszugehen ist, dann erhalten die Anleger nicht wie geplant eine Dividende von 6,50 Euro je Stammaktie beziehungsweise 6,56 Euro je Vorzugsaktie, sondern von 4,80 Euro je Stammaktie und 4,86 Euro je Vorzugsaktie. „Diese Entscheidung beruht nicht auf einem Mangel an finanzieller Robustheit des Konzerns. Der ursprüngliche Dividendenvorschlag basierte auf den guten Ergebnissen des erfolgreichen Geschäftsjahrs 2019. Der neue Vorschlag berücksichtigt nun die massiven Auswirkungen, die die Pandemie für unser Unternehmen mit sich gebracht hat und weiter bringt“, sagte Diess.

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