Pandemie

Corona: Messebranche mit hohem Schaden – Sorge vor Verbot

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Die Frankfurter Buchmesse fand in diesem Jahr hybrid statt – sowohl vor Ort in den Messehallen als auch digital.

Die Frankfurter Buchmesse fand in diesem Jahr hybrid statt – sowohl vor Ort in den Messehallen als auch digital.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Berlin.  Die Messewirtschaft ist von der Pandemie hart getroffen. Der Rückkehr in die Normalität droht ein Ende. Die Branche ist verunsichert.

Monatelang fielen Messen aus, fanden nur als digitale Veranstaltungen aus. Messebauer schulten um, die großen Hallen wurden zu Impfzentren umfunktioniert. Gerade kehrt die gebeutelte Branche in die Normalität zurück – da droht schon der nächste Tiefschlag. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt, Veranstaltungsverbote sind nicht mehr ausgeschlossen.

Genau davor aber sorgt sich die Messewirtschaft. „Die Politik darf nicht in Aktionismus verfallen. Nach anderthalb Jahren Pandemie müssen die Verantwortlichen nun sehr umsichtig agieren“, sagte Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA, unserer Redaktion. „Die Rezepte des vergangenen Winters schmecken nicht mehr.“

Messen: Schaden von 43,5 Milliarden Euro

Erst seit September sind in allen 16 Bundesländern wieder Messen unter Anwendung von Hygienekonzepten möglich. Nach AUMA-Angaben seien im laufenden Jahr über zwei Drittel der 380 geplanten Messen aus dem Programm genommen worden. Seit Beginn der Pandemie sei der Branche ein Schaden von über 43,5 Milliarden Euro entstanden.

Angesichts der vierten Corona-Welle seien Aussteller, Besucher und Veranstalter zutiefst verunsichert, sagte Holtmeier. „Allein die jüngste Empfehlung des Robert Koch-Instituts, pauschal jegliche Veranstaltungen abzusagen, ist bei einer Impfquote von wenigstens 78 Prozent der Erwachsenen kaum mehr nachvollziehbar“, kritisierte der AUMA-Chef.

Branche ist verunsichert

Die Impfquote der Besucherinnen und Besucher liege seit dem Neustart von Messen weit über der allgemeinen Impfquote in Deutschland, wie sich an den Daten des Einlassmanagements zeige. Der Verband fordere zudem Ungeimpfte auf, sich impfen zu lassen. „Eine zutiefst von der Corona-Krise erschütterte Branche mit über 230.000 Beschäftigten hat kein Verständnis mehr für Unverständnis“, sagte Holtmeier.

Im vergangenen Jahr hatten viele Messen digitale Formate gewählt, um überhaupt stattfinden zu können. Viele Messehallen wurden in dieser Zeit zu Impfzentren umfunktioniert. Manche Messebauer schulten um. Nun kehrte das Messegeschehen zunehmend zur Normalität zurück. Die Automobilmesse IAA fand im September beispielsweise als Präsenzveranstaltung statt. Die Frankfurter Buchmesse wurde hybrid, also digital und analog, angeboten. Am Montag startet in Düsseldorf die weltgrößte Medizin-Messe Medica.

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