„Online-City hat Schwung in Händlerschaft gebracht“

Wolfenbüttel  Die Internet-Plattform bringt mehr Aufmerksamkeit bei Kunden. Zwischen den Händlern ist ein Netzwerk entstanden.

Kaufmann Andre Volke informiert sich auf der Seite des Internet-Portals Online-City Wolfenbüttel.

Kaufmann Andre Volke informiert sich auf der Seite des Internet-Portals Online-City Wolfenbüttel.

Foto: Kai-Uwe Ruf

Wolfenbüttels Einzelhandel ist im Internet aktiv. 42 Händler präsentieren sich auf Online-City-Wolfenbüttel. Seit rund einem Jahr gibt es die Plattform. Genutzt wird sie vor allem wie eine Art Schaufenster, erklärt Andre Volke, Vorstandsmitglied der Initiative Wirtschaft Wolfenbüttel, der das Projekt Online-City in Wolfenbüttel von Anfang an vorangetrieben hat.

Die Online-City habe nicht alle Hoffnungen erfüllen können, dennoch habe man einiges erreicht, meint Volke. „Ob man sie als Erfolg sieht, hängt von den Erwartungen ab. Wir konnten damit keine Mega-Umsätze generieren. So ein Wunsch wäre nicht in Erfüllung gegangen. Unser Ziel war es aber viel mehr, die Vielfalt der Innenstadt im Internet herauszustellen, und das haben wir geschafft.“

Durch die Online-City seien viele Wolfenbütteler Geschäfte erstmals im Internet sichtbar geworden. Ganz wichtig sei aber auch ein anderer Effekt: „Es ist ein gutes Netzwerk entstanden.“ Viele Händler hätten sich bei gemeinsamen Treffen kennengelernt und begonnen einander zu helfen. „Die Online-City hat neuen Schwung in die Händlerschaft gebracht“, sagt der Kaufmann Volke. Den Erfolg in Zahlen zu fassen sei schwerer. City-Managerin Corinna Due berichtet, dass die Internet-Seite im Oktober 3000 Mal angeklickt worden sei. Die Zahl der Online-Käufe sei allerdings sehr gering, bekennen sowohl Volke als auch Roman Heimbold, Geschäftsführer von Atalanta, dem Unternehmen, das die Plattform betreibt.

Wie viel die Online-City dazu beitrage, den Umsatz zu erhöhen, sei schwer an Zahlen festzumachen. Dennoch leiste sie einen wichtigen Beitrag. Wolfenbütteler Händler seien im Internet präsenter und beispielsweise auch über Google besser zu finden. Das mache potenzielle Kunden auf Wolfenbütteler Geschäfte aufmerksam. „Die Zahl der Kunden steigt, die sich online informieren und anschließend im Geschäft einkaufen“, sagt Volke.

Diesen Effekt betont auch Heimbold: „Die lokalen Marktplätze im Internet sind Info-Portale.“ Diesem Trend habe Atalanta sogar sein Geschäftsmodell angepasst. Wer sein Geschäft auf der Seite präsentieren wolle, müsse eine monatliche Gebühr von 20 Euro bezahlen. Komme ein Online-Verkauf über die Seite zustande, werde ein zusätzlicher Betrag fällig. So sei Atalanta bei den Einnahmen nicht allein vom Online-Verkauf abhängig.

Viele Städte seien in der Zwischenzeit neidisch auf die Wolfenbütteler Internetpräsenz, meint Volke und verweist auf zahlreiche Vorträge, die er auswärts zu dem Thema hält. Trotzdem gelte es, die Seite und das Angebot zu verbessern.

Der Neustart vor rund zwei Wochen sei ein Beitrag dafür gewesen. Nun präsentieren sich einzelne Geschäfte emotionaler. Damit könnten sie gegenüber dem anonymen Auftreten großer Internet-Anbieter punkten. Wichtig sei es auch, noch mehr Produkte auf der Seite zu präsentieren, meinen Volke und Heimbold. Ganz sicher werde es aber künftig nicht mehr ohne Internet-Auftritt gehen. Volke: „Die ältere Kundschaft, die nur stationär einkauft, gibt es irgendwann nicht mehr, und die größte Gruppe potenzieller Kunden nutzt heutzutage einfach beide Kanäle: das Internet und das Geschäft vor Ort.“

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