Till als Figur, die man sich biegen konnte

Schöppenstedt.  Im Eulenspiegel-Museum Schöppenstedt hat eine Fachtagung zum Thema "Eulenspiegel Vergegenwärtigungen" begonnen, die am Samstag fortgesetzt wird.

Im Eulenspiegel-Museum in Schöppenstedt hat eine Fachtagung zum Thema "Eulenspiegel Vergegenwärtigungen" begonnen, die am Samstag fortgesetzt wird. Hier referiert gerade Professor Thomas Scharff von der TU Braunschweig über „das Braunschweigische Land als Sakrallandschaft im späten Mittelalter“.

Im Eulenspiegel-Museum in Schöppenstedt hat eine Fachtagung zum Thema "Eulenspiegel Vergegenwärtigungen" begonnen, die am Samstag fortgesetzt wird. Hier referiert gerade Professor Thomas Scharff von der TU Braunschweig über „das Braunschweigische Land als Sakrallandschaft im späten Mittelalter“.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Als Eulenspiegel-Experte Professor Alexander Schwarz vom Till-Eulenspiegel-Museum Schöppenstedt bei Vorträgen in Wolfenbüttel Professor Matthias Steinbach vom Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der Technischen Universität Braunschweig kennenlernte, da kam man schnell auf das Thema Till Eulenspiegel zu sprechen. Aus diesem Kontakt entstand die Idee zu einer Fachtagung und zu einer engeren Kooperation des Eulenspiegel-Museums mit dem Institut für Regionalgeschichte sowie dem Germanistik-Fachbereich der TU Braunschweig.

Die Fachtagung begann bereits am Donnerstag im Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte, wo Schwarz und Nina Roskamp vom Atelier Geyso20 eine Einstimmung in das Thema der Tagung, „Eulenspiegel Vergegenwärtigungen“, gaben mit einem Vortrag zu „Eulenspiegel, der Teufel und seine Großmutter“.

Aber nicht nur die Historiker an der TU, sondern auch die Germanisten beschäftigen sich in diesem Semester mit Eulenspiegel, berichtete Professorin Regina Toepfer, die sich an der Tagung in der Elmstadt mit einem Vortrag zum Thema „Eulenspiegel im kulturellen Kontext. Volkssprachliche Literatur um 1500“ beteiligte. Die Mediävistin hat mit ihren Mitarbeitern gleich zwei Projekte zum Thema Eulenspiegel begonnen. Zum einen wird gerade ein virtueller mittelalterlicher Stadtrundgang durch Braunschweig erstellt, der demnächst für alle Bürger zugänglich sein soll. Zu diesem Thema passte auch der Vortrag von Dr. Henning Steinführer vom Stadtarchiv Braunschweig über „Eulenspiegelspuren in Braunschweig“. Zweites Projekt sei die Sprache und der Sprachwitz von Eulenspiegel. Die Germanisten besprechen in ihrem Seminar auch die verschiedenen Eulenspiegel-Facetten, zu denen der bekannte deutsche Autor Daniel Kehlmann vor einigen Jahren mit seinem „Tyll“- Roman eine weitere vielgelesene Facette hinzugefügt hat.

Till sei eine Figur, die man sich so biegen konnte, wie man sie braucht, meinte Professor Matthias Steinbach vom Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte. Die Figur würde sich deshalb auch für viele Zwecke als Identifikationsfigur eignen. Auf die verschiedenen Vereinnahmungen von Till Eulenspiegel, unter anderem auch von den Nazis, ging Steinbach in seinem Vortrag ein mit dem Titel „Hofnarr im Revolutionsquadrat oder Warum Eulenspiegel nicht zum guten Sozialisten taugte...“. Steinbach würzte seinen Vortrag noch mit der Vorführung des DEFA-Eulenspiegel-Films mit Winfried Glatzeder in der Rolle des Till.

Die Tagung wird am Samstag, 9. November, um 10 Uhr im Eulenspiegel-Museum mit dem Vortrag von Professor Wolfgang Braungart von der Uni Bielefeld zum Thema „Eulenspiegel-Bilder lesen“ fortgesetzt. Anschließend gibt es Führungen im Museum, unter anderem durch geschulte Kinder und Jugendliche. Um 14.15 Uhr hält dann Professor Gerd Biegel von der TU Braunschweig im Geburtsort von Till, in Kneitlingen, in der dortigen Nicolai-Kirche einen Vortrag zum Thema „Kneitlingen und sein Eulenspiegel-Denkmal“. Zum Abschluss der dreitägigen Tagung gibt es dann noch um 17 Uhr im Eulenspiegel-Museum ein Konzert mit Folk- und Weltmusik von der Gruppe TriSonar. Gäste sind zu diesen Veranstaltungen willkommen.

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