Wolfenbüttel tritt Hochwasserschutzverband Innerste bei

Wolfenbüttel.  Die Kreisverwaltung Wolfenbüttel wollte dem Hochwasserschutzverband Innerste nicht beitreten, der Kreistag votierte aber für einen Beitritt.

Die Innerste führt im April 2018 Hochwasser.

Die Innerste führt im April 2018 Hochwasser.

Foto: Horst Körner/Archiv

Noch unvergessen sind die Schäden, die vor einigen Jahren durch das Hochwasser der Innerste im Bereich Baddeckenstedt entstanden sind. Damals berichteten auch fast täglich die Fernsehsender über das Hochwasser. Doch wer soll sich künftig um den Hochwasserschutz an der Innerste in der Samtgemeinde Baddeckenstedt kümmern? Wie bisher nur der Wasserverband Peine oder zusätzlich auch der neugegründete Hochwasserschutzverband Innerste?

Dem Vorschlag der Landkreisverwaltung zum Hochwasserschutz an der Innerste wollte der Kreistag Wolfenbüttel auf seiner jüngsten Sitzung nicht folgen. Die Kreisverwaltung hatte dem Kreistag vorgeschlagen: „Der Landkreis Wolfenbüttel beabsichtigt nicht, dem Hochwasserschutzverband Innerste beizutreten.“ Als Grund nannte Landrätin Christiana Steinbrügge: „Die Verwaltung hält den Beitritt nicht für zielführend. Wir haben mit dem Wasserverband Peine schon einen kompetenten Partner für den Hochwasserschutz an der Innerste.“

Damit widersprach die Landkreisverwaltung dem Wunsch der Samtgemeinde Baddeckenstedt, dessen Rat vor einigen Monaten einstimmig folgende Resolution zum Hochwasserschutz beschlossen hatte: Der Landkreis Wolfenbüttel wird aufgefordert, dem damals noch in der Gründungsphase befindlichen Hochwasserschutzverband Innerste beizutreten. Die Städte Salzgitter und Hildesheim sowie die Landkreise Hildesheim und Goslar hatten sich zu diesem Hochwasserschutzverband zusammengeschlossen, um einen überörtlichen Hochwasserschutz von der Innerstetalsperre bis zur Einmündung der Innerste in die Leine vorantreiben zu können. Vom Land soll der neue Verband für erste Maßnahmen auch 15 Millionen Euro erhalten.

Als Argument für den Beitritt führte die Samtgemeinde Baddeckenstedt unter anderem an, dass der neue Verband umfangreiche Retentionsflächen schaffen will und: „Aus Sicht der Samtgemeinde muss der Hochwasserschutz ganzheitlich für den gesamten Gewässerverlauf betrachtet werden.“ So sah es auch CDU-Kreistagsmitglied Norbert Löhr aus Burgdorf in der Samtgemeinde Baddeckenstedt: „Wir profitieren in der Samtgemeinde Baddeckenstedt auch von Hochwasserschutzmaßnahmen, die zum Beispiel im Bereich von Hildesheim angelegt werden.“ Auch Marcus Bosse (SPD) war ein Befürworter des Beitritts: „Alle Anrainer profitieren von den Hochwasserschutzmaßnahmen.“ Und Frank Oesterhelweg (CDU) erinnerte an die gute Zusammenarbeit der Gemeinden beim Modellprojekt „Integrierter Hochwasserschutz nördliches Harzvorland“. Er mahnte aber auch, die übrigen Bereiche des Landkreises beim Hochwasserschutz nicht zu vergessen.

Das griff die Landrätin auf und kündigte einen Vorschlag der Verwaltung für weitere Hochwasserschutzmaßnahmen im Landkreis Wolfenbüttel inklusive erforderlicher personeller Ausstattung an. Der Kreistag beschloss schließlich bei sechs Enthaltungen den Beitritt zum neuen Hochwasserschutzverband, wobei den Kreistagsmitgliedern durchaus bewusst war, dass damit der Landkreis sich anteilig an Hochwasserschutzmaßnahmen außerhalb des Landkreises Wolfenbüttel beteiligen muss.

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