Leon Bischoff packt in der Jugendarbeit in Wolfenbüttel mit an

Wolfenbüttel.  Etwas für die Gesellschaft zu leisten, das treibe den Gewinner des Jugendpreises auch ein Jahr nach der Verleihung im Dom weiter an.

Laudator Lukas Kosel (von links), Gewinner des Jugendpreises 2018, Jugendpreisträger 2019 Leon Bischoff und Dompredigerin Cornelia Götz während der Verleihung des Gemeinsam-Preises der Braunschweiger Zeitung für ehrenamtliches und bürgerliches Engagement im Braunschweiger Dom.

Laudator Lukas Kosel (von links), Gewinner des Jugendpreises 2018, Jugendpreisträger 2019 Leon Bischoff und Dompredigerin Cornelia Götz während der Verleihung des Gemeinsam-Preises der Braunschweiger Zeitung für ehrenamtliches und bürgerliches Engagement im Braunschweiger Dom.

Foto: Philipp Ziebart/BestPixels.de

Leon Bischoff wurde letztes Jahr beim Gemeinsam-Preis mit dem Jugendpreis des Braunschweiger Doms ausgezeichnet. Wir fragen ihn, wie es ihm seitdem ergangen ist.

„Das ich diesen Preis gewonnen habe, war für mich völlig überraschend“, sagt er, als wir über das seitdem vergangene Jahr sprechen. Selbst während der Laudatio habe er noch gedacht, dass er nicht gemeint sein könne, erzählt er. Er ist bescheiden geblieben und schwärmt von der Kulisse im Dom. „Das war schon etwas ganz Besonderes, dort zusammen mit den vielen großartigen Menschen und ihren Projekten zu sein“, fährt er fort. Welche Auswirkungen hat der Preis auf ihn gehabt, fragen wir ihn. „Ich wurde im vergangenen Jahr sehr viel darauf angesprochen“, sagt er und überlegt kurz. „Diese Auszeichnung bedeutet für mich eine ganz große Verantwortung gegenüber dem Ehrenamt. Sie schafft vielleicht auch nach außen mehr Bewusstsein für das Ehrenamt“, sinniert er.

Als wir miteinander sprechen, hat er seinen neunten ehrenamtlichen Termin für die Woche gerade hinter sich. Auch wenn es viel Arbeit ist: Abgegeben hat Bischoff keine seiner vielen Tätigkeiten, die er neben seiner beruflichen Tätigkeit beim Zoll ausübt. „Ich habe flexible Arbeitszeiten, das macht vieles möglich. Aber bei der Arbeit bleibt das Ehrenamt außen vor, außer es gibt einen richtigen Notfall“, sagt er entschieden. Engagiert ist er beim Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921. „Der Verein liegt mir ganz besonders am Herzen. Dort habe ich angefangen, ehrenamtlich zu arbeiten“, berichtet er. Dort machte er seinen Trainerschein, wurde später Jugendwart. Heute ist er dort Vorstandsmitglied, spielt selbst gelegentlich noch Wasserball. Viel zu selten, wie er sagt. Auch in der Verbandsarbeit ist der nach wie vor involviert, als Vorsitzender der Sportjugend des Kreissportbundes (KSB) und als Beisitzer im KSB-Vorstand. Es bereite ihm nach wie vor große Freude, Entwicklungen im Sport zu begleiten.

Politisch engagiert er sich bei „Demokratie leben“, er ist zudem nach wie vor im Stadtjugendring und der Freiwilligenagentur aktiv. Ehrenamtlichkeit und die Teilhabe besonders Jugendlicher am politischen Prozess sind ihm wichtig. „Es ist schlimm, wie mitunter Lokalpolitiker, die wie wir ihre Ämter ehrenamtlich ausüben, angegangen werden“, sagt er dann. Man müsse den Menschen im Ehrenamt zugestehen, dass sie auch Fehler machen dürfen, erklärt er. Gebe es dieses Zugeständnis nicht, werde es zunehmend schwieriger, Ehrenamtliche zu finden.

Einen Satz, den er bei unserem Interview für den Gemeinsam-Preis im vergangenen Jahr gesagt hat, wiederholt er: „Ich möchte etwas für die Gesellschaft leisten“. Das treibe ihn nach einem Jahr als Preisträger nach wie vor an. Die Verantwortung, von der er spricht, nimmt er ernst. Ehrenamtlichkeit ist dem heute 24-Jährigen viel mehr als ein Hobby.

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