Streit im Wolfenbütteler Rotlichtmilieu: Mann auf Bewährung

Wolfenbüttel.   In einer Wohnung in Wolfenbüttel war es zum Streit über die Dienstleistungen von zwei rumänischen Prostituierten gekommen.

Am Donnerstag wurde im Amtsgericht Wolfenbüttel ein Streit im Rotlichtmilieu verhandelt.

Am Donnerstag wurde im Amtsgericht Wolfenbüttel ein Streit im Rotlichtmilieu verhandelt.

Foto: Frank Schildener

Ein Schöffengericht unter Vorsitz von Strafrichter Holger Kuhlmann hat Donnerstag einen Mann wegen gemeinschaftlichen Raubes und schwerer gemeinschaftlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Hintergrund war ein Streit im Rotlichtmilieu.

Bereits im September vergangenen Jahres waren die Komplizen des Angeklagten zu jeweils einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden (wir berichteten). In einer Wohnung in Wolfenbüttel war es zum Streit über die Dienstleistungen von zwei rumänischen Prostituierten gekommen. Aus Angst, um den Lohn für ihre Dienstleistungen gebracht zu werden, war der Freier von deren Begleitern geschlagen, getreten und schließlich bestohlen worden. Die Beute: 320 Euro und ein Handy.

Angeklagter legte Geständnis ab

Seinerzeit hatten sich diese zunächst geziert, zum Tatverlauf wahrheitsgemäß auszusagen und erst während der Verhandlung ein Geständnis abgelegt. Anders der Angeklagte in der Verhandlung am Wolfenbütteler Amtsgericht. Er legte bereits zu Beginn der Verhandlung ein volles Geständnis ab. Er entschuldigte sich zudem bei der Gelegenheit und erklärte sich zum kompletten Tathergang: Zunächst seien zwei Prostituierte zur Wohnung des Opfers bestellt worden. Später habe dieser nur die Dienste einer der beiden Frauen in Anspruch nehmen wollen.

Diebstahl, Schläge und Tritte im Rotlichtmilieu in Wolfenbüttel

Darüber sei ein Streit über die Entlohnung entstanden. In dessen Verlauf sei es zu Schlägen, Tritten und dem Diebstahl von Geld und Telefon gekommen. Der Angeklagte war einer dieser Begleiter gewesen. Angeklagt war deshalb gemeinschaftlicher Raub und eine gemeinschaftliche schwere Körperverletzung. „Eine zu mehreren begangene ist immer als schwere Körperverletzung zu werten“, erklärte Kuhlmann. Dabei sei es unerheblich, ob dafür Gegenstände benutzt worden seien. Richter: U-Haft machte „Eindruck“ auf den Angeklagten

Untersuchungshaft habe Eindruck auf Angeklagten gemacht

Der Angeklagte hatte zuletzt einige Wochen in Untersuchungshaft verbracht und war nach einer Haftprüfung schließlich gegen Kaution auf freien Fuß gekommen. Die Untersuchungshaft habe, so Kuhlmann, in seiner Urteilsbegründung, offenbar Eindruck auf den Angeklagten gemacht. Eine Aussage des Opfers war durch die vollständige Aussage nicht mehr nötig. Das habe sich, so der Richter, zu Gunsten des Angeklagten auf das Urteil ausgewirkt. Ebenso, dass der Angeklagte bis zur verhandelten Tat nicht vorbestraft gewesen sei und nach der Untersuchungshaft keine neuen Straftaten begangen habe. An die für die Haftentlassung gemachten Auflagen habe er sich vollständig gehalten.

Mit seinem Urteil folgte das Schöffengericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Bewährungsdauer wurde auf vier Jahre festgesetzt. Alle Prozessparteien verzichteten noch im Gerichtssaal auf Rechtsmittel. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

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