Wolfenbütteler Impfzentrum erwartet 15.000 Impfdosen

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Zwei Monate nach Fertigstellung öffneten Heiko Beddig (links) und Olaf Glaeske den Zugang zum Impfzentrum im Komm an der Schweigerstraße.

Zwei Monate nach Fertigstellung öffneten Heiko Beddig (links) und Olaf Glaeske den Zugang zum Impfzentrum im Komm an der Schweigerstraße.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Wolfenbüttel.  Zwei Monate nach der Fertigstellung wurde am Montag das Impfzentrum im Komm an der Schweigerstraße 8 geöffnet.

Nach einem arbeitsreichen Wochenende, an dem drei weitere Impfstraßen im Tenniscenter Komm an der Schweigerstraße aufgebaut wurden, begann der erste Tag im Wolfenbütteler Impfzentrum am Montagmorgen recht genügsam. Anstatt der 160 Personen, die dort demnächst je Tag und Impfstraße geimpft werden sollen, startete das Team des Impfzentrums am Montag zunächst mit 120 Personen in einer Impfstraße, um, so Zentrumsleiter Heiko Beddig, alle Abläufe noch einmal genau einstudieren zu können.

Pünktlich um 8.30 Uhr war die Tür des Impfzentrums genau zwei Monate nach Fertigstellung im Dezember erstmals geöffnet worden. Ein 82-jähriger Mann aus dem Bereich der ehemaligen Samtgemeinde Asse war der erste Wolfenbütteler, der gegen 9.15 Uhr geimpft wurde. Zu den ersten Kunden des Impfzentrums gehörte auch das Ehepaar Bärbel (80 Jahre alt) und Arnold Halbes (89) aus Wolfenbüttel. Sie gehören den 9000 Personen im Landkreis über 80 Jahre an, die als erste Gruppe geimpft werden. Beim Warten in der ehemaligen Disco des Komm auf den Zugang ins eigentliche Impfzentrum berichteten sie, wie es ihrer Tochter in Hannover gelungen sei, für sie über das Internet einen der ersten Impftermine im Impfzentrum Wolfenbüttel zu ergattern. Ihre Impfbenachrichtigung hatten sie ebenso zur Schweigerstraße 8 mitgebracht wie ihre Impfpässe und Personalausweise. Neben dem Ehepaar Halbes warteten noch zwei befreundete Frauen aus Wolfenbüttel, die berichteten, dass ihnen ein Verwandter von Frankreich aus über das Internet den Impftermin besorgt habe.

Im Warteraum soll demnächst noch ein kleiner, bereits von Dirk Flemming und Michael Heimbs produzierter sechsminütiger Film gezeigt werden, wie die Impfung im Impfzentrum Wolfenbüttel genau abläuft, berichtete Erster Kreisrat Heiko Beddig. Auf der Internetseite des Landkreises Wolfenbüttel sowie auf Youtube sei der Film schon zu sehen, so Kreispressesprecher Andre Wilhelm.

Ein Film zeigt die Abläufe im Impfzentrum

Nach dem Warteraum erfolgt zunächst im Eingangsbereich der ehemaligen Tennishalle die Anmeldung, bei der die Anmeldebestätigung und der Personalausweis oder der Führerschein vorgelegt werden müssen. Dort erhielt das Ehepaar Halbes auch ein zweiseitiges Aufklärungsblatt mit Informationen über die Schutzimpfung sowie einen Anamnese-Bogen inklusive der Einwilligung für die Impfung. Im Anamnese-Bogen wird zum Beispiel abgefragt, ob derzeit eine akute Erkrankung mit Fieber besteht, ob eine Allergie bekannt ist und ob man blutverdünnende Mittel nimmt. Im Einwilligungsformular gibt man unter anderem an, ob man nach Lektüre des Aufklärungsmerkblattes auf das Aufklärungsgespräch mit einem Arzt verzichten will und dass man der vorgeschlagenen Impfung gegen Covid-19 mit mRNA-Impfstoff zustimmt.

Wie lange die Impfung halten wird, das vermochte auch der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Ulrich Heida, nicht zu sagen: „Dazu gibt es bisher keine Erkenntnisse.“ Erst im nächsten Frühjahr könne man feststellen, wie viele Antikörper bei den Geimpften noch vorhanden sind und ob diese Antikörper dann noch ausreichen gegen Covid 19 und seine Mutanten oder ob eine neue Impfung mit an die Mutanten angepassten Impfstoff erforderlich ist, so wie das derzeit jedes Jahr beim Grippe-Impfstoff der Fall sei. Heida berichtete zudem, dass die eigentliche Impfung bisher keinem Patienten ein Problem bereitet habe. Das konnte man auch im Wartebereich nach der Impfung, die in den Kabinen von impfberechtigten Personen erfolgt, gut beobachten. Die meisten Geimpften, die dort nach dem Piks noch eine halbe Stunde ausharren müssen, machten einen erleichterten und zufriedenen Eindruck.

Der fehlende Impfstoff war bisher das Hauptproblem, warum das Impfzentrum nicht schon vorher öffnen konnte. Mit den bisherigen Impfdosen wurden bisher von den mobilen Impfteams alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter in den 14 Alten- und Pflegeheimen im Landkreis Wolfenbüttel geimpft sowie zum Beispiel Mitarbeiter des Klinikums und des Rettungsdienstes.

Der Landkreis Wolfenbüttel bekam bisher sehr wenig Impfdosen

Warum der Landkreis Wolfenbüttel bisher so wenig Impfdosen zugewiesen bekommen hat, das konnte auch Impfzentrumsleiter Beddig nicht beantworten. Laut Zeitung Tagesspiegel, die sich bei 100 Landkreisen in Deutschland nach den Impfdosen erkundigt hat, liegt der Landkreis Wolfenbüttel bei den verabreichten Impfdosen je 100.000 Einwohner mit 975,3 Personen fast am Tabellenende. Dagegen wurden zum Beispiel in Mannheim schon je 100.000 Einwohner 8783,3 Personen geimpft, in Passau 7242 und im Altmarkkreis Salzwedel 6186,4.

Aber es gibt auch eine positive Nachricht: Noch in dieser Woche erhält der Landkreis Wolfenbüttel laut Beddig 15.000 Impfdosen, mit denen bis Ende März alle angemeldeten Personen im Impfzentrum geimpft werden können. Deshalb werden auch schon am Dienstag die zweite Impfstraße, zunächst für 132 Personen, und ab nächster Woche die Impfstraßen drei und vier dann für jeweils 160 Personen je Straße und Tag geöffnet. Wer übrigens seinen schon bestätigten Impftermin kurzfristig absagen muss, der kann dies zwar auch im Impfzentrum machen, aber noch besser sei es, so Glaeske, den Termin bei der Meldestelle beim Land unter (0800) 9988665 oder über das Internetportal www.impfportal-niedersachsen.de abzusagen und sich gleich einen Ersatztermin zuweisen zu lassen.

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