Wolfsburg bekommt ein viertes Modell

Wolfsburg  Der Seat Ateca wird im Stammwerk gebaut. Nicht alle Bereiche bleiben erhalten. Der Karosseriebau im Vorsfelder Gewerbegebiet wird outgesourct.

Der Seat Ateca könnte bereits ab 2018 in Wolfsburg von den Bändern laufen.

Der Seat Ateca könnte bereits ab 2018 in Wolfsburg von den Bändern laufen.

Foto: obs/Seat/Volkswagen

Das ist eine gute Nachricht: Im VW-Stammwerk wird künftig ein weiteres Modell produziert. Das wurde bei der Vorstellung des Zukunftspaktes bekannt. Neben Golf, Touran und Tiguan werden die Mannschaften künftig auch den Seat Ateca von den Bändern laufen lassen. Der Ateca ist wie der Tiguan ein Geländewagen. Das Segment der Sports Utility Vehicles (SUV) gilt als das wachstums- und ertragsstärkste in Deutschland und Europa. Nach unbestätigten Informationen könnte die Eingliederung des Ateca 2018 erfolgen.

Das ist aber noch nicht alles. Wenn der neue Golf 8 in zwei Jahren gebaut wird, werden im Stammwerk auch die Kontingente für den nordamerikanischen Markt in Wolfsburg gefertigt. „Das sichert Arbeit“, heißt es beim Betriebsrat. Neben dem E-Golf wird in Wolfsburg künftig noch ein weiteres batteriegespeistes Modell produziert. Es könnte sich um die E-Version des Tiguan handeln. Ursprünglich wollte der Vorstand dieses Auto im slowakischen Bratislava bauen lassen. „Damit haben wir einen festen Fahrplan für die kommenden Jahre, die herausfordernd sein werden. Die Vereinbarung sichert die Auslastung unseres Werkes und erfordert gleichzeitig eine Steigerung der Produktivität bis 2020 um 25 Prozent“, kommentierte Wolfsburgs Werkleiter Stefan Loth.

Während eine Auslagerung von Bereichen der Service-Factory vom Tisch ist, werden andere Bereiche künftig fremdvergeben. Im Bereich der Kunststoff-Komponente gilt dies beispielsweise für Radhausschale, Tankklappenmodul und andere Produkte. „Ich bin eigentlich ein Freund der hohen Fertigungstiefe. Aber es wäre gerade in der jetzigen Situation gefährlich, an Dingen festzuhalten, die nicht wettbewerbsfähig sind und mit denen wir uns nicht differenzieren. Der Bereich Kunststoff hat langfristig keine Chance“, betonte Markenchef Herbert Diess. Für Kernprodukte wie Cockpit, Türinnenverkleidung und Frontend gilt das nicht.

Der Karosseriebau im Vorsfelder Gewerbegebiet Vogelsang (rund 100 Beschäftigte) wird outgesourct. Die Beschäftigten werden laut Betriebsrat „leistungsgerecht im Werk eingesetzt“. Während die Reifenmontage im Unternehmen bleibt, laufen die Fertigungsbereiche Räderfertigung, Lenkstangenrohr und Seilzugschaltung bis 2022 aus. In die Gelenkwellenfertigung soll hingegen investiert werden. Gerettet hat der Betriebsrat die Fahrzeugvorbereitung, und auch die Kommissionierung der Logistik bleibt bei VW. Die Warenannahme in Halle 55 wird ein Autovisionsprojekt. Die VW-Mitarbeiter, die jetzt schon dort sind, können aber bleiben. Der Voll-Transportschutz soll nach und nach fremdvergeben werden. Im Teilschutz kommen neue Kollegen künftig von der VW-Tochter Autovision.

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