Großes Lob: Familie dankt Pflegekräften für ihre Zuwendung

Wolfsburg.  Das Team der Station A2 im Wolfsburger Emmaus-Heim konnte kaum glauben, was die Familie eines Bewohners auf die Beine stellte, um ihm zu danken.

Die Pflegerinnen Sabrina Schulze (von links), Ramona Dube, Inga Uhlenhut, Gabriela Kuhlen und Gift Bechtel haben sich zusammen mit Josephine Giebel, Marc Tauer und dem Rest des Teams auf der Station A2 im Emmaus-Heim so gut und liebevoll um den am 8. April verstorbenen Gerhard Köpsell gekümmert, dass dessen Familie dies öffentlich machen wollte. 

Die Pflegerinnen Sabrina Schulze (von links), Ramona Dube, Inga Uhlenhut, Gabriela Kuhlen und Gift Bechtel haben sich zusammen mit Josephine Giebel, Marc Tauer und dem Rest des Teams auf der Station A2 im Emmaus-Heim so gut und liebevoll um den am 8. April verstorbenen Gerhard Köpsell gekümmert, dass dessen Familie dies öffentlich machen wollte. 

Foto: Stephanie Giesecke

Immer wieder berichten Menschen über Defizite in Pflegeheimen, die Zufriedenen melden sich fast nie öffentlich zu Wort. Helga Köpsell, Petra und Peter Dorowski aber sahen ihren Ehemann, Vater und Schwiegervater im Emmaus-Heim so gut betreut, dass es ihnen nach seinem Tod ein Bedürfnis ist, bekannt zu machen, was die Pflegekräfte in der Nordsteimker Straße leisten.

Gerhard Köpsell lebte seit dem Juli 2017 im Emmaus-Heim. Als er dort einzog, litt er unter einer leichten Demenz, die im Laufe der nächsten anderthalb Jahre immer ausgeprägter wurde. Der 79-Jährige lief weg, hinüber zu seiner Frau, die in der Nähe lebt. In diesem Jahr war er häufiger krank, musste im Klinikum behandelt werden, hatte Fieberschübe, und keiner wusste warum. „Es war ein Auf und Ab. Wir waren auch schon ratlos“, erinnert sich Sabrina Schulze, die als Pflegefachkraft mit Palliativausbildung auf Köpsells Station arbeitet. In seinen letzten Lebenswochen konnte der Wolfsburger nur noch liegen.

„Mein Vater hat sich hier sehr wohl gefühlt“, sagte Petra Dorowski am Mittwoch im Emmaus-Heim. Sie fand es beeindruckend, dass die Pfleger sich trotz ihrer hohen Arbeitsbelastung nach dem Schichtwechsel die Zeit nahmen, ihren Vater zu begrüßen, ihn in den Arm zu nehmen oder zu streicheln. Als Gerhard Köpsell bettlägerig wurde, hätten Pflegekräfte an seinem Bett gesessen. Die Familie informierten sie über jede Verbesserung oder Verschlechterung seines Zustandes.

Der änderte sich in den letzten Tagen oft. An einem Tag dachten die Angehörigen, der Patient sterbe, am nächsten sah es so aus, als gehe es ihm besser. Und dann ging es wieder bergab. So kam es, dass in den letzten Minuten nicht seine Frau, die viel Zeit bei ihm im Emmaus-Heim verbrachte, oder seine Tochter, die in der Nacht zuvor da gewesen war, bei dem Sterbenden saß, sondern Pflegehelfer Marc Tauer, der Nachtdienst hatte. Der Familie bedeutet die enge Begleitung viel. „Es war unwahrscheinlich schön, trotz der schwierigen Situation. Die Mitarbeiter der Station A2 haben uns wirklich aufgefangen. Das ist aller Ehren wert“, lobt Petra Dorowski.

Auf die Idee, sich an die Presse zu wenden, kam die Familie durch unseren einen Tag nach dem Tod Köpsells erschienenen Bericht über eine Patientin, die ihren Lebensrettern im Klinikum auf dem Umweg über die Redaktion dankte. Die Pflegefachkräfte Sabrina Schulze und Ramona Dube sowie ihre Kollegen waren völlig von den Socken, als sie von der Geste der Angehörigen hörten. „Wir hatten Gänsehaut und Tränen in den Augen“, so Schulze.

Dass sich das Team trotz allgemein hohen Drucks in der Pflege die Zeit nehmen kann, intensiv auf Bewohner wie Gerhard Köpsell einzugehen, hat zum einen mit der Organisation im Emmaus-Heim zu tun: Die 250 Bewohner sind nicht alle schwer krank, und die rund 200 Pflegekräfte versuchen, denjenigen besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken, die sie am dringendsten benötigen. Auf den Stationen, auf denen besonders viele schwerkranke Patienten wohnen, ist der Personalschlüssel höher.

Zum anderen hat die intensive Betreuung etwas mit der Haltung zu tun, die man in der Einrichtung der Diakonie lebt. „Wir sind immer bemüht, die Lebensqualität der Bewohner zu bewahren“, sagt Ramona Dube. Sabrina Schulze denkt bei der Arbeit oft an ihre Mutter: „Wir versuchen, die Bewohner so zu versorgen, wie wir es uns für uns und unsere Angehörigen wünschen.“

Peter Dorowski findet, dass neben der fachlichen Qualität der Pflege Haltung und Anteilnahme für das Wohlbefinden von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ganz wichtig sind. „Hier war das exzellent“, betont er. „Wir möchten uns recht herzlich bei der A2 bedanken“, sagt Helga Köpsell. Die Mitarbeiter hätten sich sehr gekümmert. Um ihren Mann und um die Familie.

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