Wolfsburger soll seiner Ex-Frau ins Gesicht gespuckt haben

Wolfsburg.  Wegen Beleidigung muss sich ein 39-Jähriger Deutsch-Tunesier vor dem Amtsgericht Wolfsburg verantworten. Zu einem Urteil kommt es wohl im August.

Das Amtsgericht Wolfsburg.

Das Amtsgericht Wolfsburg.

Foto: Dominique Leppin / dpa

Er soll seine Ex-Frau im Beisein seiner anderthalbjährigen Tochter beschimpft und bespuckt haben. Wegen Beleidigung muss sich jetzt ein 39-jähriger Deutsch-Tunesier vor dem Amtsgericht Wolfsburg verantworten. Die Tat soll sich am 6. Dezember 2018 auf offener Straße in der Pestalozziallee ereignet haben.

Angeklagter bestreitet

Der Angeklagte, der ohne Verteidiger vor Gericht erschien, bestreitet die Tat – es sei zwar an besagtem Tag zu einem Streit zwischen ihm und seiner aus Tunesien stammenden Ex-Frau gekommen – beleidigt oder gar bespuckt habe er sie jedoch nicht. Vielmehr sei er „aufgebracht und schockiert“ gewesen, als er sie mit der gemeinsame Tochter in Wolfsburg gesehen habe. Eigentlich sei gegen sie nämlich eine Grenzsperre verhängt worden, die ihr die Ausreise nach Deutschland verbiete. Der Grund: in Tunesien habe sie sich unter anderem des Scheckbetrugs strafbar gemacht.

Der Angeklagte habe deshalb versucht, seine Ex-Frau zum Bleiben zu bewegen. Erst durch Worte – dann durch Festhalten des Kinderwagens. Parallel dazu habe er die Polizei angerufen. Angefasst habe er sie jedoch nicht. Es sei nicht das erste Mal, dass seine Ex-Frau aus seiner Sicht unberechtigte Vorwürfe gegen ihn erhebe. Auch von seiner Schwiegermutter und der Familie will der 39-Jährige bereits beleidigt und geschlagen worden sein. Deshalb befinde er sich mittlerweile in psychologischer Behandlung. „Ich bin sprachlos und sauer“, beschrieb er vor Gericht seine Gemütslage.

„Wollte Gesicht kaputtmachen“

Das Opfer, dem vor Gericht ein Dolmetscher zur Seite stand, bestätigte den Streit, bekräftigte jedoch den Vorwurf, ihr Ex-Mann habe ihr ins Gesicht gespuckt. Außerdem habe er ihr die gemeinsame Tochter wegnehmen und ihr Gesicht „kaputtmachen“ wollen. Zu ihrer Schwester soll der 39-Jährige obendrein gesagt haben, dass er sie „abstechen“ wolle. Auch in der Vergangenheit habe er ihr immer wieder Schläge angedroht und sie unter anderem per SMS beschimpft.

Pikant: 2016 wurden dem 39-Jährigen schon einmal Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Auch damals soll er seine damalige Freundin bespuckt haben – die Tat bestreitet der Wolfsburger bis heute.

Endgültig geklärt werden konnte auch der jetzige Fall nicht. In den Augen des Gerichts steht bislang Aussage gegen Aussage. Im August soll die Verhandlung fortgesetzt werden – dann mit einem zweiten und laut Staatsanwaltschaft möglicherweise entscheidenden Zeugen, der zur Verhandlung trotz Einladung nicht erschienen war.

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