Schießerei Vorsfelde – führt die Spur ins Rauschgift-Milieu?

Vorsfelde.  Möglicherweise war die Bluttat eine Abrechnung in der Drogendealer-Szene. Albaner drängen seit Jahren in den deutschen Rauschgift-Markt.

Der Tatort der Schießerei in der Meinstraße 59. Rechts beim Türrahmen ist ein kleines Einschussloch, das Geschoss traf hinten in die Wand.

Der Tatort der Schießerei in der Meinstraße 59. Rechts beim Türrahmen ist ein kleines Einschussloch, das Geschoss traf hinten in die Wand.

Foto: Hendrik Rasehorn

Zu den Hintergründen der blutigen Schießerei in Vorsfelde halten sich Polizei Wolfsburg und Staatsanwaltschaft Braunschweig bislang zurück. Sie begründen dies mit den laufenden Ermittlungen. Aber auch der 31-jährige, der die Schießerei schwer verletzt überlebt hat, soll angeblich bislang eine Aussage verweigert haben, wie unsere Zeitung erfuhr.

Wenn das wahr ist, warum will er nicht den Ermittlern helfen, den Mörder seines Begleiters (20) zu enttarnen? Die mögliche Erklärung: Der Anlass für die Bluttat war eine Auseinandersetzung im Drogen-Milieu. Die beiden Männer, auf die geschossen wurde, sollen selbst in Drogengeschäfte verstrickt gewesen sein.

Wenn dies stimmt, stellt dieser Fall eine Zeitenwende für Wolfsburg dar. Kriminelle, die bereit sind, mit Gewalt Konkurrenten nicht nur einzuschüchtern, sondern auch zu töten, hat Wolfsburg noch nicht erlebt.

Über die beiden Männer, die angeschossen wurden, teilte die Polizei neben dem Alter lediglich mit, dass sie aus Albanien stammen und keinen festen Wohnsitz in Wolfsburg haben. Die Ermittlungsbehörden in Niedersachsen beobachten mit Sorge, dass seit Jahren stetiger Zuwachs ist bei Tatverdächtigen aus dem Westbalkan zu verzeichnen. Darauf wiesen Innenminister Boris Pistorius und Justizministerin Barbara Havliza vergangenes Jahr bei der Vorstellung des Lagebildes zu Organisierter Kriminalität 2017 hin. Auf Nachfrage bestätigte auch das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen, dass die Anzahl der albanischen Tatverdächtigen im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) ein Zuwachs zu verzeichnen ist. Schwerpunktmäßig waren dies Verfahren im Bereich der Rauschgiftkriminalität.

2016 wurden in Niedersachsen lediglich zwei von albanischen Tatverdächtigen dominierte OK-Verfahren geführt. Im darauffolgenden Jahr waren es bereits sechs Verfahren. Insgesamt wurden 2016 14 albanische Tatverdächtige in niedersächsischen OK-Verfahren ermittelt. 2017 lag die Zahl bei 32. Schwerpunktmäßig waren es OK-Verfahren im Bereich der Rauschgiftkriminalität. Zahlen zur 2018 wird es erst mit Veröffentlichung des neuen Lagebildes geben.

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