Polizei befragt hundert Anwohner zu Schießerei in Vorsfelde

Vorsfelde.  Sieben Tage nach der Schießerei in Vorsfelde befragt die Polizei Anwohner am den Tatort. 25 Beamte klingeln an Häusern und sprechen Passanten an.

Wolfsburg, 20.08.2019,Vorsfelde, Haustürbefragung Vorsfelder Mord - Meinstrasse Foto: regios24/Darius Simka

Wolfsburg, 20.08.2019,Vorsfelde, Haustürbefragung Vorsfelder Mord - Meinstrasse Foto: regios24/Darius Simka

Foto: Darius Simka / regios24

An Tag 7 nach der Schießerei in Vorsfelde, bei der ein Albaner (20) getötet und sein 31 Jahre alter Landsmann lebensgefährlich verletzt wurden, laufen die Ermittlungen unverändert auf Hochtouren. Nachdem in den vergangenen Tagen immer wieder und Beamte den Tatort und die Umgebung nach Spuren absucht hatten, wurden am Dienstag erneut die Anwohner in der Nachbarschaft befragt.

Die Bewohner von 34 Häusern bekamen gestern Besuch von uniformierten Polizisten. Polizeisprecher Sven-Marco Claus erklärte: „Wir wollen natürlich möglichst viele Informationen vom Geschehen am Tatabend bekommen. Bei Gewaltdelikten dieser Art interessiert uns aber mindestens genauso viel, was in den Stunden und Tagen davor rund um den Tatort passiert ist.“ Möglicherweise sondierten der oder die Täter vor der Schießerei die Lage in Vorsfelde und kundschaftete(n) die Wohnung in der Meinstraße 59 aus.

Am Dienstagabend wurden gegen 22 Uhr die Schüsse auf die beiden Männer abgegeben. Der 31-Jährige wurde in der Wohnung in der Meinstraße 59 gefunden, der andere brach auf der Straße zusammen und starb später im Krankenhaus. Ersthelfer kümmerten sich um die Verletzten, ehe die Rettungssanitäter eintrafen. Eine 40 Meter lange Blutspur war auf der Meinstraße zu sehen.

Die Polizei erklärte am Mittwoch am Tag nach der

Schießerei, der Fall sei noch „sehr unklar“. Mittlerweile wurden zahlreiche Spuren gesichert und werden nun Stück für Stück abgearbeitet. Allerdings machen in der Öffentlichkeit widersprüchliche Angaben und Gerüchte die Runde. So wird mal von drei, dann von bis zu sechs Schüssen gesprochen. Medien spekulierten, die die Täter hätten in Manier eines amerikanischen „Drive-by-Shooting“ aus einem fahrenden Auto gefeuert – nach WN-Informationen soll das aber höchst unwahrscheinlich sein.

Die Mordkommission „Tattoo“ der Polizei Wolfsburg holte sich für die Befragung Verstärkung bei der Bereitschaftspolizei Braunschweig geholt. Um 10.15 Uhr rückten die jungen Beamten mit mehreren Mannschaftswagen auf dem Schützenplatz an. Insgesamt waren 25 Polizisten im Einsatz. Nach einer kurzen Absprache mit den Ermittlern der Moko marschierten sie los, wanderten die Meinstraße in nördlicher und südlicher Richtung sowie Nebenstraßen ab und klingelten an den Häusern. Den Teams waren zuvor jeweils Hausnummern zugeteilt worden, deren Bewohner sie befragen sollten. Jedes Team hatte drei Häuser auf der Liste. Weil

vormittags erwartungsgemäß viele Anwohner berufsbedingt nicht anzutreffen waren, sollte die Aktion am Nachmittag fortgesetzt werden. Wer gar nicht zu erreichen war, bekam einen Informationszettel in den Briefkasten mit dem Hinweis, dass die Mordkommission für ihre Ermittlungen den Kontakt sucht und der Bewohner sich melden soll. Dass man bei Tötungsdelikten nicht nur auf Hinweise aus der Bevölkerung wartet, sondern auch zu den Bürgern hingeht und sie direkt befragt, sei normale Polizeiarbeit, so Claus. Er verwies dabei auf die Anwohner-Vernehmungen zum Prostituiertenmord am Vorsfelder Bahnhof (November 2016) und insbesondere zum Mordfall Sabine Bittner in Reislingen (November 2012), als 1000 Nachbarn befragt wurden.

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