DRK kündigt Baufirma für Sandkämper Kita: „mangelnde Leistung“

Sandkamp.  Der Ortsrat erfährt, warum der Kita-Anbau eine halbe Million Euro teurer wird.

Inzwischen ist der neue Trakt (links) der Sandkämper DRK-Kita in Betrieb.

Inzwischen ist der neue Trakt (links) der Sandkämper DRK-Kita in Betrieb.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Die langwierige Geschichte der kostenträchtigen Fertigstellung des Anbaus für die DRK-Kindertagesstätte an der Stellfelder Straße war am Mittwochabend schnell erzählt. Gemeinsam erläuterten die Stadtverwaltung sowie das Deutsche Rote Kreuz als Träger und Bauherr im Ortsrat, warum Mehrkosten in Höhe von 491.000 Euro aufgelaufen sind. Für die es vom Ortsrat am Ende ein einstimmiges Ja gab.

„Das ist die Summe, die als Schaden da steht“, sagte Christoph Andacht, Bau-Abteilungsleiter für Kitas und Schulen der Stadt. Und kündigte an, dass es noch eine rechtliche Klärung geben werde.

Ins Detail ging Thorsten Rückert, Vorstand des DRK-Kreisverbands Wolfsburg, bei der Analyse der entstandenen Mehrkosten, die das mit rund einem Jahr Verzögerung fertiggestellte Bauprojekt auf rund 4,5 Millionen Euro verteuern.

Der DRK-Chef benannte drei große Problem-Schwerpunkte: Zum einen habe es Unvorhergesehenes gegeben, „aber im normalen Rahmen“. Zum anderen habe man den Projektleiter gewechselt, „weil wir uns erhofften, dass es dann besser läuft, aber das hat nicht funktioniert“. Auch mit den erwarteten Einsparungen habe es nicht geklappt. Und schließlich sei in Abstimmung mit der Stadt die Kündigung der Baufirma erfolgt, die den Auftrag für zwei große Gewerke hatte – laut Vorlage „aufgrund mangelnder Leistung“. „Dadurch gab es eine große Bauzeitverzögerung und als Folge eine Baukosten-Steigerung“, erklärte der DRK-Vorstand. Und räumte ein: „Zum Schluss haben wir 50 Dachdecker gesucht – und irgendwann zahlt man jeden Preis.“ Er bilanzierte: „Es ist alles im normalen Bereich, aber es sind Steigerungen, die nicht so vorhersehbar waren.“ Es sei auch nicht absehbar gewesen, dass die dann gekündigte Baufirma wohl überfordert gewesen sei, betonte er.

Auf Nachfrage von Torsten Kuder (PUG) bezifferte Rückert die reine Regressforderung mit 300.000 Euro. Er versicherte: „Wir gehen alle rechtlichen Schritte.“ Ob das Geld von der geschassten Baufirma aber tatsächlich beigetrieben werden kann, ist offen.

Rund ein Jahr ist es her, dass empörte Mütter im Ortsrat ihrem Ärger Luft gemacht hatten, weil sie für ihre angemeldeten Kinder Absagen oder keine konkreten Aussagen erhalten hatten ­– obwohl sie in Sandkamp wohnen und fest davon ausgegangen waren, dass ihr Nachwuchs einen Betreuungsplatz in der endlich erweiterten Kita im Ort bekommen würde.

Im Juli 2019 hatten dann Recherchen unserer Zeitung zutage gefördert, wie massiv die Probleme auf der Baustelle und die dadurch bedingten Verzögerungen bei der Fertigstellung sind. Im Oktober 2017 war Grundsteinlegung für den Kita-Anbau gewesen, nach ursprünglichem Zeitplan hätte er im Herbst 2018 bezugsfertig sein sollen.

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