Aquarelle aus Gaze und Sonnencreme in Wolfsburg

Wolfsburg.  Ein Fotokünstler eröffnet die Ausstellung des Vereins Junge Kunst mit seiner Gitarre.

„Junge Kunst“ zeigen (von links): Jan Gerngroß, Alrun Aßmus, Katharina Kühne und Steve Luxembourg.

„Junge Kunst“ zeigen (von links): Jan Gerngroß, Alrun Aßmus, Katharina Kühne und Steve Luxembourg.

Foto: Anja Weber / regios24

Als wolle er die Stimmung eines Herbstabends in den Dünen Fanös musikalisch wiedergeben, spielte Steve Luxembourg die Gitarre. Etwa 20 Minuten lang. Das Publikum lauschte still. Dann holte Frank Hocke alle wieder zurück in die Ladengalerie des Vereins „Junge Kunst“.

Zum ersten Mal, sagte der Vorstandsvorsitzende, stellten vier Kunstschaffende gemeinsam aus: Alrun Aßmus, Jan Gerngroß, Katharina Kühne und Steve Luxembourg. Sie stellten ihre weitgehend erst für diese Exposition gemachten Arbeiten unter das Thema Vergänglichkeit.

Wie die Töne in den Vereinsräumen an der Schillerstraße verhallten, klang auch der Spätsommer auf der dänischen Nordsee-Insel aus, als Luxembourg und Kühne sie besuchten. In Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigt der 26-Jährige ganz andere Bilder, keine Urlauber, keine Sonnenuntergänge, aber unterspülten Boden, zugewachsene Hütten, Blätter auf einem See.

Es ist derselbe küstennahe See, den Kühne in ihrem großformatigen Bild malte: verwesende Bäume, sumpfiger Grund, düstere Wolken über grünblauem Wasser. Beide waren auf Fanö, gemeinsam. Steve Luxembourg mag Schwarz-Weiß-Aufnahmen, weil sie schärfere Kontraste erlauben. Und weil er gern in der Dunkelkammer im klassischen Drei-Bäder-Verfahren Fotos entwickelt. „Das macht mir Spaß, ist auch eine sinnliche Erfahrung“. Katharina Kühne modelliert gern: Zwei Keramiken ergänzen ihre Bilder.

Viel über ihre Arbeiten, ihre Absichten, die Assoziationen und die Annäherungen erzählten alle vier Kunstschaffenden am Freitagabend im Gespräch mit den beiden Vorstandsmitgliedern Vanessa Gelbke und Hubert Sieverding.

Alrun Aßmus, dem Anlass Vernissage entsprechend trug sie das „kleine Schwarze“, macht aus Gaze „Aquarelle“. „Ich mag das Zarte, Leichte“, sagte die junge Künstlerin. Auf den Gaze-Streifen lässt sie Sonnencreme wie Wasserfarben verlaufen: „Es ist der Versuch, vergänglich scheinende Schönheit zu erhalten“, erklärte die 23-Jährige.

Von „Malerei“ spricht Jan Gern-groß, jedenfalls teilweise. In seiner Bilderserie „Georgette“ nimmt er Alltagssachen wie auch ererbten Gemälden ihre Bedeutung, indem er sie in Stoffe, teils mit Farben getränkt, so einhüllt, dass sie wie Gemälde wirken.

Bis 6. März, dienstags bis freitags 11 bis 17, samstags 11 bis 15 Uhr.

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