Hilfskräfte in Neindorf bereiten den Störchen ein Bett

Neindorf.  Auf einem Wohnhaus ist die Nestplattform angebracht. Durch die mittige Last der aus Eichenholz gefertigten Plattform liegt sie stabil auf.

Die Horstplattform vor dem Aufbau.

Die Horstplattform vor dem Aufbau.

Foto: Georg Fiedler

Die Störche können kommen. Seit Mittwochnachmittag steht auf dem Wohnhaus Kirchstraße 14 wieder ein Nistangebot für sie bereit. Es ist der Ersatz für einen Horst, den Ende April 2019 ein noch unreifes Storchenpaar auf dem Schornstein des Gebäudes „wild“ gebaut hatte. Bis zum Herbstzug im September ließ Daniela Sprenger ihre gefiederten „Mieter“ gewähren, doch vor Beginn der Heizperiode musste das Reisig abgetragen werden.

Mit dem Umweltamt, der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch (OAB) und Michael Kühn vom Nabu wurde intensiv nach einer Lösung gesucht. Der Plan einer erhöhten Nestplattform, wie in Heiligendorf, Grafhorst und Meinkot erfolgreich praktiziert, wurde auf Anraten eines Schornsteinfegermeisters verworfen, etwa weil dem Aufbau einer Halterung der vorhandene Blitzableiter im Wege steht. Alternativ regte die OAB einen Standort auf dem Dach desselben Hauses an. Dabei liegt das künstliche Nest auf dem First und wird seitlich durch einen Dachreiter gehalten. Durch die mittige Last der aus Eichenholz gefertigten Plattform liegt die Konstruktion stabil auf, ohne dass eine zusätzliche Befestigung nötig ist. Diese Vorrichtung wurde vom Umweltamt in Auftrag gegeben und finanziert.

Mit einem Anhänger transportierten die OAB-Mitglieder Keith Andrew, Gerd Papenburg, Siegfried Sack, Walter Schöppel und Volker Selle das Resultat ihrer Arbeit nach Neindorf. Dort stand die neue Drehleiter der Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde, bedient durch die Gruppenführer Ulrich Behrens und Volkmar Weichert, bereit. Hilfe leistete die Mannschaft eines Hubsteigers vom Geschäftsbereich Stadtgrün. Zahlreiche Anwohner verfolgten die Arbeiten in der Hoffnung, dass sich die Mühe lohnt und die Störche das Angebot annehmen. „Es wäre“, so eine Betrachterin, „eine Bereicherung für unser Dorf“. Denn die letzte Weißstorchbrut dürfte viele Jahrzehnte zurückliegen. In der seit 1971 geführten alljährlichen Brutstatistik kommt Neindorf nicht vor.

Weißstorchbetreuer Georg Fiedler schreibt exklusiv für unsere Zeitung regelmäßig über die Entwicklung der Störche in Wolfsburg und Umgebung.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder