Ab März rollen 350 E-Scooter in Wolfsburg

Wolfsburg.  Das Berliner Start-up Tier startet sein Angebot im März in Wolfsburg. 350 E-Roller stehen dann in der Innenstadt, Vorsfelde und Fallersleben bereit.

Der Erste Stadtrat Dennis Weilmann probierte die Scooter schon einmal auf dem Rathausvorplatz selbst aus.

Der Erste Stadtrat Dennis Weilmann probierte die Scooter schon einmal auf dem Rathausvorplatz selbst aus.

Foto: Nele Behrens / BZV

Aus vielen Großstädten kennt man die bunten E-Scooter bereits, jetzt rollen sie auch in Wolfsburg an. Ab März möchte das Berliner Start-up Tier mit 350 Rollern die Wolfsburger Verkehrsinfrastruktur verstärken. „Das ist eine tolle Ergänzung zum bestehenden Verkehr und zu unseren Angeboten im öffentlichen Nahverkehr“, sagt Dennis Weilmann, Erster Stadtrat und Dezernent für Wirtschaft und Digitalisierung.

E-Scooter fahren von Innenstadt bis Vorsfelde und Fallersleben

Zusammen mit der Stadt wurde eine Zone festgelegt, in denen die Scooter frei fahren können und von dem Unternehmen verteilt werden dürfen. Das umfasst die Innenstadt bis nach Vorsfelde und Fallersleben. Hier braucht es keine Stationen – die Fahrten können überall begonnen und beendet werden. „Außerhalb des Gebietes ist eine Abmeldung nicht möglich. Der Kunde müsste dann weiter Miete bezahlen“, erklärt Marcel Goos, Manager für die Wolfsburger Geschäfte des Start-ups.

Zusammen mit der Stadt Wolfsburg hat das Unternehmen Tier eine freiwillige Selbstverpflichtung erarbeitet und unterschrieben, die die Regeln zum Betrieb festhält. „Wir haben von den Großstädten lernen können“, erklärt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide. In den Großstädten zogen die bunten Roller schnell viel Ärger auf sich, da sie im Weg standen oder lagen und die Innenstädte verstopften. Das soll in Wolfsburg nicht passieren.

Roller werden ständig neu verteilt

So verteile sich die Zahl der Roller gut auf die Zone, die eine Größe von etwa 20.000 Quadratkilometer hat, unterstreicht Goos. Zudem sollen Mitarbeiter angestellt werden, die nur dafür zuständig sind, die Roller innerhalb des Gebietes neu zu verteilen – auch damit sie immer an dem Ort sind, an dem sie gebraucht werden. Andere tauschen die Batterien der Roller stetig aus.

„Ein Sensor kann zudem feststellen, ob der Roller liegt und über eine Telefonnummer kann jeder einen Roller melden“, versichert auch Philip Reinckens Chef des Berliner Start-ups. Überfüllte oder verstellte Gehwege will man mit solchen Maßnahmen vermeiden.

Vor allem Pendler nutzten Roller häufig

Über GPS kann das Unternehmen seine Roller schnell finden und auch sehen, welche Routen besonders häufig genutzt werden. „Wir sehen, dass die Roller verstärkt von 7 bis 9 Uhr, dann von 11 bis 13 Uhr und wieder verstärkt ab 18 Uhr verwendet werden“, erklärt Reinckens die Nutzung in anderen Städten und schließt daraus, dass die Scooter besonders bei Pendlern beliebt seien.

Von den Nutzern erhebe das Unternehmen aber wenige personenbezogene Daten. Um sich in der App anzumelden, muss man eine E-Mail-Adresse und Telefonnummer angeben und bekommt die nächsten Roller in der Umgebung auf seinem Handy angezeigt sowie Parkverbotszonen. Diese wurden in Kooperation mit der Stadt eingerichtet, um an manchen Orten ein Abstellen der Scooter zu verhindern.

Stadt gibt Informationen zu E-Scooter-Nutzung

„Wir haben versucht das Angebot attraktiv zu gestalten und einen Ausgleich zu schaffen“, erklärt Hirschheide die Hintergründe der freiwilligen Selbstverpflichtung. Auf ihrer Internetseite hat die Stadt zudem Informationen über die Scooter zusammengestellt. Auch das Unternehmen gibt vor jeder Fahrt Hinweise, etwa nur mit einem Helm zu fahren oder den Roller nur nüchtern zu nutzen.

„Wir haben aber keine Möglichkeit, in Wolfsburg eine Helmpflicht einzuführen“, sagt Dennis Weilmann. Und auch Hirschheide hält nichts von zu vielen Vorschriften und Verbote. „Man kann nicht alles eindämmen, es soll ja auch Spaß´machen“, findet er. Nach sechs Monaten wollen Stadt, Start-up und Polizei ein Resümee ziehen und an möglichen Problemen gemeinsam arbeiten.

Tier ist zuversichtlich

Reinckens ist optimistisch, dass der Start der E-Roller gut gelingen wird. „Ich habe selbst eine Zeit lang in Wolfsburg gearbeitet und kenne die Stadt“, sagt er. Tendenziell plant das Unternehmen sogar im Sommer seine Flotte auszubauen.

Die Roller sind mit der TIER-App zu nutzen. Die Kosten betragen 0,15 Euro pro Minute und einen Euro Startgebühr. Gezahlt werden kann entweder mit PayPal oder einer Kreditkarte.

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