Viele Wolfsburger Restaurants liefern jetzt

Wolfsburg.  Wir geben einen Überblick, wo Sie nun Essen bestellen und abholen oder liefern lassen können.

Im Lindenhof in Nordsteimke haben sich die Mitarbeiter umgestellt. Melanie Perricone mit Essen zum Mitnehmen.

Im Lindenhof in Nordsteimke haben sich die Mitarbeiter umgestellt. Melanie Perricone mit Essen zum Mitnehmen.

Foto: Darius Simka / regios24

Zunächst durften sie bis 18 Uhr öffnen, dann mussten die Restaurants ihren Betrieb ganz einstellen: Die Wolfsburger Gastronomen sind in Zeiten von Corona arg gebeutelt. Doch viele Restaurantbetreiber machen das Beste aus der
Situation – und versuchen so, sich über Wasser zu halten: mit einem Abholangebot und Lieferservice.

„Die Solidarität in unserem Ort ist ungemein groß“, freut sich Melanie Perricone vom Lindenhof in Nordsteimke. Das Familienunternehmen reagierte schnell auf die Veränderungen. „Als wir um 18 Uhr schließen mussten, war die Küche für Abholer noch geöffnet“, berichtet Perricone.

Die Gäste konnten sich dann ihr Essen mitnehmen. Wenig später kam dann der Erlass – und führte somit zur kompletten Schließung. Im Ort hat sich eine Gruppe gegründet, sie nennt sich „Nordsteimke hilft“. Sie unterstützen den Lindenhof zurzeit mit Bestellungen. „Stammkunden und neue Gäste rufen an und helfen uns mit ihrer Essensbestellung“, freut sich Perricone. Gerade für die Risikogruppe liefert der Lindenhof auch aus. „Aber auch Familien mit kleinen Kindern fragen, ob wir das Essen bringen können“, berichtet die Nordsteimkerin. Und so stehen nun zwei Bullis für die Auslieferung zur Verfügung. „Meist legen die Gäste das Geld passend in einen Umschlag vor die Tür – und so findet alles ganz kontaktlos statt“, erzählt Perricone.

Ein mobiles Kartenlesegerät hat der Lindenhof nicht. Doch in dieser für alle schweren Zeit ist Vertrauen für die Unternehmerin auch etwas ganz Entscheidendes. „Es gibt auch Leute, die sagen, dass sie derzeit gar kein Bargeld im Hause haben.“ Denen lege sie dann die Rechnung samt Essen für die Tür. „Es ist nicht die passende Zeit, um jemanden übers Ohr zu hauen. Ich vertraue dann auf die Menschen“, betont sie – und wurde in den vergangenen Wochen nicht enttäuscht. „Die Kunden haben die Rechnung sofort beglichen.“

In erster Linie konzentriert sich das Geschäft aus Nordsteimke und die nähere Umgebung. Allerdings: „Ich habe zwei ältere Ehepaare, denen bringe ich auch Essen zum Rabenberg oder Hellwinkel. Die haben ihre Geburtstage allesamt hier gefeiert, die goldene Hochzeit. Denen bringe ich gerne die Rouladen nach Hause“, betont die Unternehmerin, die hofft, dass die Normalität bald wieder zurückkommt. „Das Hotel steht leer“, gibt sie zu bedenken. Mit der Essenslieferung halte man sich über Wasser – aber das gelange eben auch nicht dauerhaft. Geht man auf die Internetseite des Restaurants Athos in Vorsfelde, wird gleich ein Hinweis auf den Lieferservice und die Selbstabholung gegeben. Doch noch läuft das Geschäft schleppend, sagt Inhaber Herkules Pantazis. „Ich habe das Gefühl, die Leute haben Angst.“ Doch auch er erfährt Solidarität seiner Stammkunden, die weiterhin bestellen.

Während es in Braunschweig wohl anfängliche Probleme für die Gastronomen beim Halten in der Innenstadt und damit verbundene Strafzettel gab, läuft in Wolfsburg laut Stadtverwaltung alles reibungslos. „Der Straßenverkehrsbehörde sind keine allgemeinen Bedarfe oder Schwierigkeiten von Lieferdienstanbietern bekannt“, erklärt Thomas Helmke aus der Stadtpressestelle. Braunschweig hatte dann nach den Startschwierigkeiten die Regelungen gelockert. Dafür gibt es in Wolfsburg keinen Anlass: „Für reine Be- und Entladetätigkeiten werden seitens der Stadt Wolfsburg grundsätzlich – also unabhängig von Corona – keine Ausnahmegenehmigungen ausgestellt. Solche Tätigkeiten können ohne die Inanspruchnahme von Sonderregelungen unter Beachtung und Nutzung der gesetzlichen Halt- und Parkmöglichkeiten ausgeübt werden, sodass eine Lockerung seitens der Verwaltung nicht für notwendig erachtet wir“, berichtet Helmke weiter.

Instagram-Lieferliste

Die Journalistin Julia Perkowski hat bei Instagram die „Lieferliste38“ erstellt. Dort kann jeder schauen,
welche Händler aus Wolfsburg und der Region ihre Ware online anbieten, welche per Post oder persönlich liefern. „Ich finde es so schön, dass es hier in der Region so tolle inhabergeführte Geschäfte gibt und will helfen, diese Vielfalt zu erhalten“, erklärt Perkowski. Das Vorbild lieferte eine österreichischen Zeitung – und dann erstellte die 35-Jährige spontan die Instagram-Lieferliste. Perkowski findet es wichtig,
die lokalen Anbieter zu unterstützen.

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