Verein hofft auf Wasseranschluss ­– 20 Jahre nach Reitanlagen-Bau

Heiligendorf.  Der Islandpferdeverein schöpft Hoffnung aufgrund des Heiligendorfer Neubaugebiets „Krummer Morgen“, das ganz in der Nähe entstehen soll.

Udo Rauhaus auf der Fákur-Reitanlage, der ein öffentlicher Wasseranschluss fehlt.

Udo Rauhaus auf der Fákur-Reitanlage, der ein öffentlicher Wasseranschluss fehlt.

Foto: Weber / rs24

Es ist eigentlich kaum vorstellbar: Schon seit rund 20 Jahren hat der Islandpferdeverein Fákur Wolfsburg eine Reitsportanlage, 2001 wurde die Fertigstellung an der Barnstorfer Straße in Heiligendorf groß gefeiert. Doch bis heute ist sie nicht ans öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Was bei großen Turnieren immer wieder zum Problem wird. Nun ist aber eine Lösung in Sicht.

Neubaugebiet „Krummer Morgen“ als Steigbügelhalter für Trinkwasseranschluss

Und zwar ausgerechnet durch das bevorstehende Neubaugebiet „Krummer Morgen“ auf der anderen Seite der Barnstorfer Straße – das nämlich das bisherige Provisorium zur Wasserversorgung bei großen Reitsportveranstaltungen künftig unmöglich machen wird.

Das künftige Baugebiet vis-à-vis der Reitanlage quasi als Steigbügelhalter für einen Trinkwasseranschluss: Damit ginge für den etwa 140 Mitglieder starken Reitverein ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Will er doch 2021 wieder­ ein großes Turnier ausrichten – die Niedersachsen-Meisterschaften.

Bisherige Schlauchleitung der Freiwilligen Feuerwehr wird nicht mehr funktionieren

Nach Jahren der vergeblichen Bemühungen ist Vereinsvorsitzender Udo Rauhaus nun optimistisch. Im Juni hatte er in einem Schreiben – unter anderem an Stadtverwaltung, Wasserverband Weddel-Lehre,

Ortsbürgermeister und Sportausschuss – ausführlich auf das Problem hingewiesen: 2021 will der Islandpferdeverein 20 Jahre nach den Eröffnungsfeierlichkeiten der Reitsportanlage die Niedersachsenmeisterschaften ausrichten. Doch bis September muss der Verein zur Planung wissen, ob die Trinkwasserversorgung gesichert ist. Denn die bisherige improvisierte Variante wird künftig nicht mehr klappen.

Wie Rauhaus beim Besuch unserer Zeitung erläuterte, verfügt die Reitanlage über eine eigene Trinkwasserleitung – es fehlt aber der Anschluss ans öffentliche Netz. „Für all unsere Turnierveranstaltungen war dankenswerterweise die Freiwillige Feuerwehr Heiligendorf bereit, eine über 300 Meter lange Schlauchleitung vom Hydranten auf der Ostseite der Barnstorfer Straße entlang der Acker- und Weideflächen durch die Straßenunterführung des Heiligendorfer Baches bis zum Vereinsgelände zu legen.“

Bei Turnieren braucht der Islandpferdeverein viel Wasser

Durch die geplante Erschließung des Neubaugebiets sei diese Option aber nicht mehr gewährleistet, „weil die Schlauchleitung über den Einmündungsbereich der Zufahrtsstraße nicht mehr möglich sein wird“, erklärte der Vorsitzende.

Ganz in der Nähe ist das Geländes des Familien-Sportvereins für Naturisten. Der Wasserverband Weddel-Lehre habe vorgeschlagen, sich an die Wasserleitung des Vereins anzuschließen. Doch die sei für einen zweiten Anschluss gar nicht auslegt, sagte Rauhaus. „Wir brauchen viel Wasser für die Pferde, für die Küchenzelte, für die Menschen auf dem Paddock-Platz… Das ist beim Turnier hier wie auf einem Campingplatz“, verdeutlichte er. Hinzu kämen 500 bis 1000 Gäste.

Heiligendorf wächst an die Reitsportanlage heran

Und warum hat der Wasserverband in all den Jahren keinen direkten Anschluss vorgenommen? Der habe die bisherigen Anfragen immer negativ beschieden, „da zu aufwändig und zu weit im Außenbereich“, schilderte es Rauhaus.

Was sich durch das Baugebiet aber ändert: Heiligendorf wächst im Norden bis auf schätzungsweise 200 Meter Luftlinie an die Reitanlage heran. Was beim Verein die Hoffnung weckte, dass diese neuen Vorzeichen die Wende bringen könnten. „Denn das Argument, dass unser Gelände zu weit im Außenbereich liegt, gilt dann natürlich nicht mehr“, sagte der Vorsitzende. Der Verein hat daher im Juli einen Antrag an den Wasserverband gestellt, und Rauhaus war am Dienstag optimistisch: „Wir sind auf einem guten Wege.“ Der Verband habe bereits einen Vorschlag unterbreitet.

Andere Diskussionsgrundlage durch Neubaugebiet

Das bestätigte Wasserverbands-Betriebsleiter Dennis Tost. Er stellte allerdings klar: „Wir haben immer gesagt, dass der Wasseranschluss selbst kein Problem ist. Aber wir können keine Leitung bis dahin legen.“ Er erklärte das damit, dass ansonsten die Allgemeinheit den erheblichen Aufwand für einen abgelegenen Einzelanschluss mittragen müsste. Eine Grundsatz-Entscheidung also. „Durch das Baugebiet haben wir nun ja aber eine etwas andere Diskussionsgrundlage.“

Mehr über den Islandpferdeverein:

www.fakur.com

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