Bilanz der E-Scooter in Wolfsburg fällt gemischt aus

Wolfsburg.  Verleiher ist zufrieden mit Annahme. Einige Bürger beschweren sich über falsch abgestellte Roller. Es gibt Fahrten unter Alkohol und Drogen.

Seit März warten E-Scooter in Wolfsburg unter anderem an der Porschestraße auf Nutzer. (Archivbild)

Seit März warten E-Scooter in Wolfsburg unter anderem an der Porschestraße auf Nutzer. (Archivbild)

Foto: Nele Behrens / Archiv BZV

Sie stehen in der Porschestraße, in der Nähe des Hauptbahnhofes oder an der Schillerstraße – die kleinen, mintfarbenen Leih-Elektroroller. Seit Anfang März dieses Jahres bietet das Berliner Start-up Tier in der Wolfsburger Innenstadt, Fallersleben und Vorsfelde seine E-Scooter an (unsere Zeitung berichtete). Nach gut einem halben Jahr und der Wiederaufnahme des Betriebs nach einer Corona-Pause haben wir uns bei Verleiher, Stadt und Polizei erkundigt, wie die Elektroflitzer bei den Wolfsburgern ankommen und ob es Probleme damit gibt.

Verleiher zeigt sich sehr zufrieden

„Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung in Wolfsburg“, teilt David Krebs, PR-Manager der Tier Mobility, auf Anfrage mit. So werde das Angebot gut angenommen und es kämen fortwährend neue Nutzer hinzu. „Wir haben einen großen Kundenstamm aufgebaut, von dem wir positives Feedback erhalten“, berichtete der PR-Manager weiter. Konkrete Zahlen nennt er dabei nicht.

Es gibt eine freiwillige Selbstverpflichtung zwischen Stadt und Verleiher

Laut Christiane Groth von der städtischen Kommunikation haben das Start-up und die Stadt für den Betrieb des Verleihsystems eine freiwillige Selbstverpflichtung getroffen. Denn der Betrieb sei seitens der Stadt nicht genehmigungspflichtig. „In der Vereinbarung ist festgehalten, wo die Roller parken dürfen und wie sie abgestellt werden sollen, um niemanden zu behindern oder zu gefährden“, sagt Groth.

Einige Bürger beschweren sich über falsch geparkte Scooter

Bei der Stadt seien vereinzelte Beschwerden von Bürgerinnen und Bürger eingegangen, die vor allem das Abstellen der Fahrzeuge betreffen. Die Verantwortung für ein ordnungsgemäßes Parken liege zunächst in den Händen jedes einzelnen Nutzers.

„Sollten die Regeln nicht eingehalten werden, hat sich Tier verpflichtet, falsch abgestellte Roller umzusetzen“, berichtet Groth. Zudem sei der Verleiher verpflichtet, defekte oder nicht mehr verkehrssichere E-Scooter aus dem Verkehr zu ziehen.

Verleiher hält Vereinbarungen ein

Aus Sicht der Stadt würden die Vereinbarungen von Tier bisher grundsätzlich eingehalten. Die Stadt rät Bürgern, sich bei falsch geparkten oder nicht regelkonform genutzten E-Scootern direkt an die Verleih-Firma zu wenden: (030) 56838651 oder per E-Mail an:

Polizei registriert Alkohol- und Betäubungsmittelverstöße

Laut Polizei gab es seit Januar 14 Fahrten mit E-Scootern unter Alkohol- und/oder Betäubungsmitteleinfluss. Bei diesen Verstößen sei eine Unterscheidung zwischen Privat- oder Leihroller nicht möglich. Den Fahrer wurden die Fahrerlaubnis entzogen beziehungsweise ein Bußgeld und Fahrverbot verhängt. Bei Privatrollern gab es zudem 43 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Weiteren Verstöße bei E-Scootern umfassen Fahren auf dem Gehweg, Fahren zu zweit, Fahren auf dem Radweg in verkehrter Richtung und das Befahren der Fußgängerzone. Diese sonstigen Ordnungswidrigkeiten werden laut Polizeisprecher Thomas Figge statistisch nicht gesondert erfasst.

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