Offenes Atelier im Wolfsburger Schloss erstmals wieder geöffnet

Wolfsburg.  In der Städtischen Galerie wird unkonventionell gemalt und ausprobiert. Aufhänger ist die labyrinthmäßige Ausstellung „Deine Kunst“.

Ina Hengstler, Barbara Theilen und Sabine Jürgens (von links) machten sich höchst kreativ ans Werk.

Ina Hengstler, Barbara Theilen und Sabine Jürgens (von links) machten sich höchst kreativ ans Werk.

Foto: Helge Landmann / regios24

Erstmals seit dem Januar konnten Wolfsburger in der Städtischen Galerie wieder aktiv sein. Das Offene Atelier, ein kulturelles Sonntagsangebot, ging in „Dein.Raum.“ im Schloss über die Bühne.

Beteiligen durften sich an der Aktion unter Leitung der Kunstvermittlerin Ina Hengstler aufgrund der Corona-Beschränkungen sechs (Hobby-)Künstler. So viele hatten sich im Vorfeld auch angemeldet. Zu Beginn waren zwei Wolfsburgerinnen mit Ina Hengstler im oberen Geschoss des Weserrenaissance-Baus versammelt. Aber: Das Offene Atelier geht über eine Zeitspanne von drei Stunden, Ankunft und Rückkehr der Teilnehmer sind individuell handhabbar.

Auf dem Weg der informellen Kunst

Für die Wiedereröffnung am Sonntag hatte Ina Hengstler die aktuelle Ausstellung „Deine Kunst“, kuratiert vom Berliner Michael Müller, als kreativitätsfördernden, optischen Aufhänger gewählt. Der Künstler aus der Bundeshauptstadt hat Werke aus der Wolfsburger Sammlung, entstanden zumeist in den 1950er Jahren, zusammengestellt, und dabei einige seiner eigenen Schöpfungen integriert.

„Wir begeben uns auf den Weg der informellen Kunst“, erläuterte Ina Hengstler. Was unter anderem bedeutet, dass Abstraktes den Vorrang vor realistischen Formen hat. Zum Einstimmen ging es auf eine kurze Führung durch die von Müller labyrinthmäßig aufgebaute Exposition. Die Werke, unter anderem großformatige Mischtechniken auf Leinwand, gaben bewusst keine Hinweise auf die Künstler, die sie geschaffen haben. Was zählte, war die intellektuell-emotionale Auseinandersetzung der Betrachter mit dem Bild.

Schaffen abstrakter Gebilde mit Farbe und Pinsel

Den zeitmäßig größten Teil dieses Offenen Ateliers nimmt jedoch das individuelle, kreative Schaffen der Teilnehmer ein. So war’s auch am Sonntag. Dafür gab Ina Hengstler sowohl Barbara Theilen als auch Sabine Jürgens, das Duo war zuerst am Ort, ein paar Hinweise. „Als Anstoß, nicht als Vorgabe“, erklärte die Kunstvermittlerin, die am Sonntag bei der künstlerischen Betätigung auch körperlichen Einsatz zeigte.

Unkonventionelles Malen, Ausprobieren unterschiedlicher Formgebungen und Schaffen abstrakter Gebilde mit Farbe und Pinsel, das war Trumpf am Sonntag im Schloss. Ina Hengstler betätigte sich beispielsweise über einem Tisch hängend. Barbara Theilen malte über Kopf, und Sabine Jürgens brachte Farbe mit einem Pinsel auf, der am Faden hing.

Teilnehmerin schätzt kreatives Schaffen ohne Druck

Barbara Theilen, die häufiger im Offenen Atelier anzutreffen ist, schätzt bei diesen Veranstaltungen das „kreative Schaffen ohne Druck. Mich fasziniert die freie Arbeit. Ich lasse mich inspirieren und setze anschließend meine Gedanken um.“

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