Bärbel Weist jetzt auch offiziell Fallersleber Heimatpflegerin

Fallersleben.  Die Ortsbürgermeisterin engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für ihren Geburtsort. Früher hat sie sich für Geschichte nicht interessiert.

Bärbel Weist am Hofekamphaus mit den Initialen von König Ernst August von Hannover.

Bärbel Weist am Hofekamphaus mit den Initialen von König Ernst August von Hannover.

Foto: H. Landmann / rs24

Im Grunde macht sie mit ihrem vielfältigen Engagement in ihrem Geburtsort schon seit Jahrzehnten das, wozu sie jüngst ernannt worden ist: Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist hat das Amt als Heimatpflegerin übernommen. Als wandelndes Lexikon von Fallersleben bringt sie dafür beste Voraussetzungen mit.

Fallersleber Ehrenamt war kaum bekannt und vakant

Im Heimat- und Verkehrsverein Fallersleben, dessen Ehrenmitglied sie ist, ist Bärbel Weist wie berichtet jüngst zur Heimatpflegerin gewählt worden. In jüngerer Vergangenheit war öffentlich gar nicht bekannt, dass es dieses Ehrenamt in der Hoffmannstadt gibt – und vakant war.

Eher etwas zufällig kam sie dann zur neuen Aufgabe, erzählt die Heimatpflegerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie sei früher schon von Leuten danach gefragt worden und während der Erarbeitung der Erhaltungssatzung für die Altstadt im Ortsrat auf die Idee gekommen, dass man so ein Amt dafür nutzen könnte. Als sich Wolfsburgs neue Stadtheimatpflegerin Dr. Marlies Oehme bei ihr gemeldet habe, sei das Thema wieder aufgekommen. „Und dann stand die Heimatpfleger-Wahl auf einmal auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung des Heimat- und Verkehrsvereins.“

Rüstzeug als Heimatpflegerin in mehr als 40 Jahren erworben

Das Rüstzeug für die neue Aufgabe bringt Bärbel Weist gewissermaßen fast nebenbei mit: Sie ist Initiatorin und seit der Gründung vor 40 Jahren Vorsitzende des Kultur- und Denkmalvereins; er wurde einst als Verein zur Erhaltung historische Baudenkmäler aus der Taufe gehoben. Sie ist Mitbegründerin und bis heute Mitglied in der Tanz- und Trachtengruppe „Die Fallersleber“, die sich im Jahr 2000 gründete. Sie ist (Ehren-)Mitglied in vielen weiteren Vereinen, darunter VfB und DRK. Sie ist seit 1979 Ortsbürgermeisterin von Fallersleben.

Und die gebürtige Fallersleberin ist vor Jahren unter die Drehbuchschreiber, Stadtführer und Buchautoren gegangen: Sie schreibt für die Stadtführungen des Kultur- und Denkmalvereins, die sie auch leitet, nach historischen Begebenheiten die Straßentheaterszenen. Worüber sie auch ein Büchlein verfasste.

Früher machte sie auch Führungen durch Detmerode und Westhagen

Heute ist kaum vorstellbar, dass Bärbel Weists Interesse an ihrem Heimatort nicht immer schon so ausgeprägt war wie heute. Sie berichtet, dass das im Grunde erst in den 70-er Jahren geweckt worden sei. Damals arbeitete sie in der Rechtsabteilung von VW, zuständig für Liegenschaften. Da man dort wusste, dass sie in Fallersleben wohnt, sei sie immer wieder gebeten worden, auswärtige Gäste durch die Hoffmannstadt zu führen – aber auch durch Detmerode und Westhagen. „Ich bin da ins kalte Wasser geworfen worden. Früher habe ich mich für Geschichte nicht interessiert“, gesteht sie.

„Ich will meine Kenntnisse, die ich im Laufe vieler Jahre in Vereinen und als Ortsbürgermeisterin erworben habe, einbringen“, sagt die neue Heimatpflegerin zu ihrer Zielsetzung. Zudem sei ehrenamtliches Engagement in den Vereinen sehr zurückgegangen. „Daran will ich arbeiten, das zu verbessern und auch junge Leute einzubinden.“

Nächstes Projekt ist schon in der Mache

Weist betont: „Unter moderner Heimatpflege versteht man viel mehr als Archive und Museen.“ Denkmalpflege, Plattdeutsch, Natur, Stadtentwicklung, Kultur…. „Es ist ein breites Spektrum.“ Sie will auch den Austausch unter Wolfsburgs Heimatpflegern intensivieren, Kontakte knüpfen. Der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege Wolfsburg, Peter Sterz aus Mörse, habe ihr schon gratuliert.

Ihr nächstes Projekt hat Bärbel Weist übrigens schon in der Mache: „In der Corona-Zeit habe ich angefangen, Geschichten zu Besonderheiten von Fallersleber Häusern zu schreiben.“ Für das nächste Büchlein? Vielleicht. Erst einmal will die Heimatpflegerin dazu einen besonderen Stadtrundgang anbieten.

Lesen Sie auch:

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder